TV-Koch äußert sich

Frank Rosin gibt düstere Corona-Prognose für Gastronomie - „30 Prozent“

Frank Rosin trinkt eine Tasse Espresso.
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Frank Rosin hat für die Gastronomie-Branche eine düstere Prognose.

Der Corona-Lockdown trifft vor allem die Gastronomie hart. Doch für Frank Rosin ist das Schließen der Restaurants die richtige Entscheidung gewesen.

Dorsten – Derzeit befindet sich Deutschland im zweiten Coronavirus-Lockdown. Auch wenn dieser nicht ganz so streng ist wie der erste Lockdown im Frühjahr, hat die Gastronomie geschlossen. TV-Koch Frank Rosin (52) gibt nun eine düstere Prognose, wie die Zukunft der Restaurants nach der Corona-Krise aussehen könnte.

TV-KochFrank Rosin
Geboren17. Juli 1966 (Alter 53 Jahre), Dorsten
EhepartnerClaudia Rosin (verh. 2006 – getrennt lebend)
KochbücherRosins Restaurants, Rosins Fettkampf 2020 - Lecker schlank mit Frank, Neue deutsche Küche, Gesund und fit mit Frank Rosin, Schmackofatz! einfach gut kochen (u.a.)

Zweiter Corona-Lockdown in einem Jahr wird zur Herausforderung für die Gastronomie

Das Schließen der Restaurants ist wohl für viele Menschen ein großer Kritikpunkt an dem derzeitigen Lockdown. Nicht jedoch für Frank Rosin, der im Interview mit Prisma klarmacht, dass der Lockdown wichtig und gut ist – und dass jeglicher Kontakt vermieden werden sollte, egal in welche Richtung (alle Corona-News aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Gastronomen und Restaurants sind von der Corona-Krise besonders betroffen. Aktuell dürfen sie keine Gäste bewirten. Frank Rosin, der mit seinem Format „Rosins Restaurants“ Gastrobetriebe in der Krise unterstützt, zeigt trotzdem Verständnis für den Lockdown

Frank Rosin hat Verständnis für Schließung der Restaurants während Corona-Lockdown

„Was wir jetzt unbedingt brauchen, ist Besonnenheit. Ein Virus verbreitet sich über Kontakt. Also müssen wir unsere Kontakte so gut es geht beschränken. Das sind Fakten – auch wenn der eine oder andere sie nicht wahrhaben will“, so der Dorstener.

Seit mittlerweile elf Jahren berät Frank Rosin bei „Rosins Restaurants“ (Kabel Eins) in Not geratene Restaurants, war auch schon in Dortmund zu Gast. Nun befindet sich vermutlich so gut wie jedes Restaurant in der Krise, Einnahmen fallen komplett weg. Wieso öffnen denn die Restaurants nicht mit einem Lieferdienst wieder, fragen sich derzeit wohl einige.

Corona-Pandemie: Lieferdienst für Restaurants ist keine Lösung für Frank Rosin

„Der Aufbau eines Lieferdienstes kostet oft mehr Geld, als es dem Unternehmen Einnahmen verschafft. Auch das muss man vorher sehr gut durchrechnen, was Lieferdienst oder Take-Away einem Betrieb an einmaligem Aufwand und Fixkosten abfordert – und was eine solche Umstellung einbringen könnte“, so Frank Rosin.

Sein eigenes Restaurant „Rosin“ in Dorsten hat der 52-Jährige geschlossen. Das Lokal würde zu weit auf dem Land für einen Lieferdienst liegen. Er würde sich derzeit mit Kochboxen und dem Onlineshop über Wasser halten.

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Und natürlich spielt da auch die große Beliebtheit von Frank Rosin eine Rolle – das kann nicht jedes Restaurant vorweisen, das ist auch dem Dorstener klar. Daher hat er für die Restaurants in NRW und dem Rest von Deutschland eine üble Prognose für die Zeit nach dem Coronavirus: „Ich glaube, wir werden danach mindestens 30 Prozent weniger Restaurants haben.“

Frank Rosin macht klar: Dank Corona-Lockdown könnten 30 Prozent aller Restaurants schließen

Laut DEHOGA gibt es in Deutschland derzeit über 71.000 Restaurants. Wenn 30 Prozent der Restaurants wegfallen würden, würde es das Aus für über 21.300 Restaurants bedeuten – und dementsprechend auch der Wegfall von vielen (sicheren) Arbeitsplätzen.

Doch nach dem Lockdown kann auch wieder vor dem nächsten Lockdown sein. Daher möchte Frank Rosin auch allen Restaurants Tipps geben, wie sie nach der Öffnung ihrer Betriebe am besten weitermachen: „Sie müssen vor allem richtig gut kalkulieren – und Solidarität leben. Im gastronomischen Gewerbe wird nach wie vor zu unökonomisch gedacht.“

Frank Rosin glaubt an Alltagsmaske auch nach Corona-Pandemie

Viele Entscheidungen würden vor allem aus dem Bauch heraus kommen. Das würde allerdings in keiner Branche funktionieren, so der zweifache Sterne-Koch. Durch Corona sei die Ökonomie allerdings noch wichtiger geworden, egal ob Küchenchef oder Service-Mitarbeiter – alle müssten sich an wirtschaftliche Leitlinien halten.

Video: Star-Koch Frank Rosin über schwere Zeiten & Corona-Krise

Dass ein Besuch in einem Restaurant jemals wieder so wird, wie vor einem Jahr, davon geht Frank Rosin nicht aus: „Ich denke, die Hygiene-Maßnahmen werden uns noch lange begleiten. Ich finde ohnehin, dass Restaurants intern ruhig so weiterarbeiten sollten. Letztlich bleibt abzuwarten, wie viel die Impfstoffe bringen. Mit einem wirksamen Impfstoff wird sich sicher wieder einiges in Richtung der alten Normalität verändern.“

Allerdings gehe er auch weiterhin davon aus, dass bestimmte Verhaltensweisen, wie das Tragen einer Maske in engen Kontakt-Situationen, auch nach der Corona-Krise den Alltag bestimmen werden. Jetzt sei es für Rosin erst einmal das wichtigste, dass die Gastronomiebetriebe in der Krise zusammenhalten würden und die Bundesregierung die versprochenen Hilfezahlungen schnell leistet. „Es gibt keinen Schuldigen an Corona – egal wie sehr wir uns ihn wünschen. Wir müssen unsere Aggressionen, unseren Frust in positive Energie umwandeln“, macht Frank Rosin klar.

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