Feuerwehr Essen startet App für Notfälle - mit ihr können Ersthelfer zu Lebensrettern werden

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Auch Essen setzt künftig auf die Mobile Retter App. Foto: Birgit Kalle/Kreis Unna/dpa

Die Feuerwehr Essen führt künftig die Mobile Retter App ein. Einsatzkräfte sollen so schneller beim Patienten sein - jeder kann helfen. Hier die Infos.

Die Feuerwehr Essen startet heute (9. Oktober) eine neue App, mit der Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand schneller geholfen werden soll. Im Kreis Kleve überzeugte das neue System bereits.

  • Die Feuerwehr Essen führt die Mobile RetterApp ein.
  • Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand bekommen so schneller eine medizinische Versorgung.
  • Andere Städte und Kreise in NRW wollen nachziehen.

Mobile Retter App in Essen: schneller als der Notarzt

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand steigt die Überlebenschance, je schneller die Einsatzkräfte nach einem Notruf am Einsatzort sind. Nach Angaben der Feuerwehr dauert das im Schnitt sechs bis acht Minuten.

Die Feuerwehr Essen nutzt deshalb für Rettungseinsätze künftig zusätzlich eine App. Über diese sollen Ersthelfer in der Nähe informiert werden und so schneller zum Einsatzort kommen.

App steigert Überlebenschancen der Patienten deutlich

Denn in dem Fall steigt die Überlebenschance der Patienten deutlich. Das belegen die Zahlen aus dem Kreis Kleve, wo eine solche App bereits seit zwei Jahren zum Einsatz kommt.

In den vergangenen zwei Jahren waren die Ersthelfer im Kreis Kleve schon insgesamt 785 mal schneller bei den Patienten, als ohne das technische Hilfsmittel. Im Schnitt brauchten sie weniger als fünf Minuten.

Auch Unna ist bei der App schon dabei

Wie der Verein "Mobile Retter e.V." gegenüber dem WDR mitteilte, soll die App in "so vielen Städten wie möglich" zum Einsatz kommen. So ist der Kreis Unna beispielsweise schon seit Januar 2018 dabei.

Deutschlandweit setzen bislang 15 Kreise und Städte auf die lebensrettende Maßnahme. In NRW sind das neben Unna und Essen noch Bielefeld und Gütersloh. Im Kreis Mettmann und im Hochsauerlandkreis befindet sich die Einführung laut WDR ebenfalls im Aufbau.

Als Mobiler Retter kann sich für die App registrieren, wer über eine medizinische Ausbildung oder berufliche Tätigkeit verfügt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Einbindung in rettungsdienstliche Abläufe führt. Als Eingangsqualifikation wird empfohlen:

  • Sanitäter/-in einer Hilfsorganisation
  • Betriebssanitäter/-in
  • Krankenschwester/Krankenpfleger
  • Arzthelferin
  • Feuerwehrmann/-frau
  • Rettungssanitäter/-in / assistent/-in
  • Notfallsanitäter/-in
  • Arzt oder Ärztin
  • Polizist oder Polizistin
  • Einsatzersthelfer Alpha/Bravo