Jugendliche handeln fahrlässig

Wieder tödliche Aktion an S-Bahn-Strecke im Ruhrgebiet - Polizei: "Sprachlosigkeit"

In Essen haben Jugendliche mit ihrem Tod gespielt. 
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In Essen haben Jugendliche mit ihrem Tod gespielt. 

Mehrfach in wenigen Tagen haben Jugendliche im Ruhrgebiet Lokführern einen Schock versetzt. Erst in Dortmund, dieses Mal an der S1-Route in Essen.

  • Jugendliche haben in Essen für Kopfschütteln bei Polizei und Deutscher Bahn gesorgt.
  • Sie begaben sich an einem Bahnhof in Lebensgefahr.
  • Der Vorfall passiert nur zwei Tage nach einer gefährlichen Aktion in Dortmund.

Essen - Was geht nur in den Köpfen mancher Jugendlichen vor? Diese Frage haben sich in den vergangenen Tagen gleich zwei Lokführer im Ruhrgebiet gestellt, nach dem junge Menschen an Bahnstrecken mit ihrem Leben spielten. Bei einem aktuellen Fall aus Essen zeigt sich auch die Bundespolizei sprachlos.

Essen: S1 muss kurz vor Bahnhof Steele-Ost Vollbremsung einlegen

Was war geschehen? Am Donnerstag (19. Dezember) hatten zwei 15- und 16-jährige Schüler gegen 13.40 Uhr am S-Bahnhof in Essen-Steele Ost auf die S1 gewartet, als sie sich plötzlich dazu entschieden, ein tödliches Spielchen zu spielen. "Die beiden (...) fanden es offensichtlich lustig, sich vom Bahnsteig in den Fahrweg eines Zuges zu hängen", berichtet die Bundespolizei.

Konkret hatte ein Junge den anderen so an den Händen festgehalten, dass einer der beiden mit seinem Körper oberhalb der Gleise hing. Die S-Bahn war allerdings kurz davor, in den Bahnhof Essen-Steele Ost einzufahren, hätte also im schlimmsten Fall den Jungen voll erwischen und möglicherweise töten können.

S1 in Essen: Vollbremsung wegen leichtsinniger Jugendlicher

Wie der Lokführer der S1 der Bundespolizei mitteilte, habe er erst ein Warnsignal abgegeben und dann eine Vollbremsung durchgeführt. Kurz zuvor war der Zug mit etwa 80 Kilometer pro Stunde in einer Kurve in Richtung Bahnhof unterwegs. Durch die Vollbremsung kam die S1 kurz vor dem Bahnsteig zum Stehen.

Die Jugendlichen seien darauf wieder zurück an den Bahnsteig getreten und später in die S1 gestiegen. Die Bundespolizei konnte die Jugendlichen noch vor Ort antreffen und sie über ihre gefährliche Tat aufklären. Die Jugendlichen aus Essen, wo vor kurzem auch vier Frauen in der S-Bahn belästigt wurden, räumten ein, nur Spaß gemacht zu haben und sich der Gefahr nicht bewusst gewesen zu sein.

Fahrer der S1 muss Dienst in Essen unter Schock abbrechen

Während die Jugendlichen mit einer Ansage und einem drohenden Strafverfahren davon kamen, musste der Lokführer (33) seinen Dienst unter Schock abbrechen. Der Bahnmitarbeiter hatte laut Bundespolizei nach eigenen Angaben bereits mehrfach ähnliche Sachverhalt miterleben müssen, von denen einige nicht so glimpflich ausgegangen seien.

Bitter ist die Tatsache, dass der Vorfall in Essen nur wenige Tage nach einer anderen gefährlichen Aktion in Dortmund passiert ist. Dort hatte ein Jugendlicher sorglos und mit Kopfhörern im Ohreinen Bahnübergang passiert und einen Lokführer zu einer Vollbremsung gezwungen. Auch hier erlitt der Bahnmitarbeiter einen Schock und musste den Dienst abbrechen.