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Der Prozess gegen den Amokfahrer, der in der Silvesternacht 2018 durch Bottrop und Essen gerast war, muss noch einmal von vorne beginnen. Grund ist der plötzliche Tod der zuständigen Richterin.

  • Der Amokfahrer war gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund zugefahren.
  • Er gilt als psychisch krank.
  • Die Richterin starb am Dienstag (9. Juli) im Alter von 58 Jahren.

Richterin Jutta Wendrich-Rosch starb völlig überraschend nach eine schweren Krankheit am vergangenen Dienstag. Wendrich-Rosch war langjährige Vorsitzende am Essener Landgericht und leitete den Prozess gegen den Amokfahrer.

Richterin leitete Amokfahrer-Prozess in Essen

„Sie wird fachlich und menschlich eine große Lücke hinterlassen“, heißt es in einer Stellungnahme von Landgerichtspräsidentin Gudrun Jockels.

Der Prozess gegen den psychisch kranken Amokfahrer von Silvester hatte am 7. Juni begonnen. Damals überraschte der Angeklagte mit seinen Aussagen vor Gericht. Dem 50-Jährigen wird vorgeworfen, in Bottrop und Essen mit seinem Auto gezielt in Menschengruppen gefahren zu sein.

Mann gilt als schuldunfähig

Da die Personen, auf die er es abgesehen hatte, vorrangig einen Migrationshintergrund hatten, geht die Staatsanwaltschaft von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Dem Fensterputzer wird versuchter Mord vorgeworfen. Haft droht ihm dennoch vermutlich nicht: Er gilt laut Spiegel Online aufgrund seiner psychischen Erkrankung als schuldunfähig.

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Eine Frau wurde bei der Amokfahrt lebensgefährlich verletzt, 14 weitere Menschen trugen ebenfalls Verletzungen davon.

Der Prozess muss nach dem Tod der Richterin nun von vorne beginnen. Mit dpa-Material