Rund 130 Personen kontrolliert

Große Rotlicht-Razzia in Essen: "Unhaltbarer hygienische Zustände" - Polizei kontrolliert 17 Bordelle 

Razzia im Rotlichtviertel in Essen
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Razzia im Rotlichtviertel in Essen

Im Rotlichtviertel in Essen hat am Freitagabend (31. Januar) eine große Razzia stattgefunden. Polizei und Ordnungsamt nahmen 17 Bordelle unter die Lupe.

  • Das Essener Rotlichtviertel wurde am Freitag einer großen Kontrollaktion unterzogen.
  • Im Mittelpunkt der Razzia stand die Überprüfung von Prostituierten.
  • Eines von 17 Bordellen machten die Behörden dicht.

Essen/Ruhrgebiet - Mit einem Großaufgebot haben gleich mehrere Behörden am Freitag (31. Januar) dem Rotlichtviertel in Essen einen etwas intensiveren Besuch abgestattet. Im Mittelpunkt der Razzia von Ordnungsamt, Polizei, Zoll und Steuerfahndung stand die Überprüfung illegaler Prostitution sowie Menschenhandel.

Razzia in Essen: Behörden kontrollieren 17 Bordelle im Rotlichtviertel

Die Stahlstraße in der Innenstadt von Essen war am späten Freitagabend das Ziel der Beamten. Eine Hundertschaft der Polizei riegelte die Sackgasse ab, daraufhin begangen die Einsatzkräfte der unterschiedlichen Behörden mit den ausführlichen Kontrollgängen in allen 17 Bordellbetrieben in der Straße.

Rund 100 Prostituierte wurden hierbei von den Beamten kontrolliert. Überprüft wurde unter anderem, ob die Frauen ordnungsgemäß als Prostituierte angemeldet sind und sich regelmäßig gesundheitlich untersuchen lassen. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes sagte am Abend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass von den Frauen "überwiegend alle" nach dem Prostituierten-Schutzgesetz angemeldet gewesen seien.

Razzia in Essen: Polizei setzt Drogenspürhunde ein

Bei einer Frau bestand der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhält. In vier Fällen werde nun außerdem geprüft, ob Sozialleistungsbetrug vorliege. Bei sechs Arbeitgebern in dem Essener Rotlichtviertel will der Zoll die Geschäftsunterlagen genauer unter die Lupe nehmen.

Auch ein Drogenspürhund kam bei der Razzia zum Einsatz. So fand die Polizei in einem der Bordelle weißes Pulver, vermutlich Rauschgift. Ein Mann, der ein Bußgeld nicht gezahlt hatte, wurde von der Polizei zwischenzeitlich festgenommen.

Razzia in Essen: Stadt lässt ein Bordell sofort schließen

Bei einem der 17 kontrollierten Bordellbetriebe ordnete die Stadt des Weiteren die sofortige Schließung an. Als Grund nannte Stadtsprecherin Silke Lenz "unhaltbare hygienische Zustände". Die Konsequenz: Die Frauen mussten das Bordell noch in der Nacht räumen. 

Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten zuvor im Hinterhof sechs völlig zugemüllte Garagen, zahlreiche Hundekot-Haufen und Ratten entdeckt. "Wir gehen davon aus, dass ein Gesundheitsrisiko für die beschäftigten Frauen vorliegt", hieß es vonseiten der Stadt weiter.

Im östlichen Ruhrgebiet gab es zuletzt andere Probleme: Die Polizei Hamm sucht einen Einbrecher, der aus einem Bordell ein teures Spielzeug entwendet hat.

Video: Razzia in Essen gegen Kriminalität in Problemviertel

Insgesamt rund 130 Personen werden bei Razzia in Essen kontrolliert

Die Überprüfung der Betriebe und der Prostituierten zog sich bis in den frühen Samstagmorgen (1. Februar) hin. Bei der Koordination des Einsatzes griffen die Behörden auf ihre Erfahrungen aus der gemeinsamen Bekämpfung der Clankriminalität in Essen zurück. Insgesamt wurden rund 130 Personen überprüft. Mit dpa-Material

Update, Donnerstag (6. Februar), 7.14 Uhr: Wenige Tage nach der Razzia von Essen hat die Polizei im Ruhrgebiet in mehreren Städten eine weitere vergleichbare Aktion durchgeführt - dabei ging es um eine Serie von Geschäftseinbrüchen.

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