Rassismus bei der Polizei?

"Behandelt als wären wir Tiere": Schwere Rassismus-Vorwürfe gegen Polizei Essen erhoben

Eine Frau aus Mülheim an der Ruhr wirft der Polizei Essen Rassismus vor.
+
Eine Frau aus Mülheim an der Ruhr wirft der Polizei Essen Rassismus vor.

Eine Mutter und ihre zwei Töchter werfen der Polizei Essen Rassismus vor. Diese lehnt die Vorwürfe ab. Nun ermittelt die Polizei Bochum.

  • Eine Familie aus Mülheim an der Ruhr erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei Essen.
  • Eine Frau, die in Deutschland lebt und ursprünglich aus Nigeria stammt, sowie ihre Töchter sollen Rassismus und rassistische Gewalt durch die Polizisten erfahren haben.
  • Die Polizei in Essen lehnt diese Vorwürfe vehement ab.
NRW/Essen - Eine Frau aus Mülheim an der Ruhr, die ursprünglich aus Nigeria kommt, wirft der Polizei Essen vor, ohne Grund gewaltsam behandelt worden zu sein. Allein aus Rassismus. Die Polizei hingegen widerspricht deutlich.

Stadt

Essen

Fläche

210,3 km²

Höhe

116 m

Bevölkerung

582.624 (2016)

Tausende Menschen protestieren: Rassismus-Vorwürfe gegen Polizei

Tausende Menschen auf der ganzen Welt gehen dieser Tage auf die Straßen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Grund dafür ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd in Amerika durch einen weißen Polizisten.

Auch in Deutschland und NRW gab es am Wochenende in zahlreichen Städten, beispielsweise in Dortmund, Proteste. Die Menschen wollen ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen und sich dagegen positionieren.

Familie aus Mülheim an der Ruhr wirft Polizei Essen Rassismus vor

Genau in dieser Zeit erhebt eine Nigeanerin aus Mülheim an der Ruhr schwere Vorwürfe gegen die Polizei Essen. In ihren Reihen gebe es Rassismus und rassistische Gewalt, dem die Frau und ihre Familie zum Opfer geworden seien, wie sie im WDR-Magazin Westpol erklärt.

Als der 50-Jährigen beim Einkaufen ihr Portemonnaie gestohlen worden sei, sei sie zur Polizei gegangen, um dort Anzeige zu erstatten. Von den Beamten vor Ort sei sie jedoch bloß ausgelacht und rassistisch beleidigt worden.

Polizei Essen soll Frauen zu Boden geworfen haben: Rassismus-Vorwurf

Auch ihre Töchter seien anwesend gewesen und hätten daraufhin vermitteln wollen. Als diese auf eine Aufforderung der Polizei hin nicht sofort ihren Ausweis gezeigt hätten, wären alle drei Frauen gewaltsam zu Boden geworfen worden.

"Die haben uns behandelt als wären wir Tiere, wir haben uns nicht gewehrt, weil wir dazu sowieso nicht in der Lage waren, weil es einfach zu viele Polizisten waren", beschreibt eine Tochter der 50-jährigen Frau die Situation im WDR-Magazin.

50-Jährige trägt Verletzungen davon: Vorwürfe des Rassismus gegen Polizei Essen

Von den Geschehnissen auf der Polizeiwache in Essen hat die Frau verschiedene Verletzungen davon getragen. Ein blaues Auge und Prellungen an unterschiedlichen Stellen, die von einem Arzt aus dem Evangelischen Krankenhaus Mülheim dokumentiert wurden (alle Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de)

Als Grund für das Verhalten der Polizisten aus Essen, vermuten die drei Frauen Rassismus. Die Polizei Essen hingegen weist alle Vorwürfe in einer Pressemitteilung zurück und schildert den Verlauf auf der Polizeiwache anders.

Polizei Essen weist Rassismus-Vorwürfe zurück: Situation sei anders abgelaufen

In der Mitteilung wird erklärt, dass die zwei Töchter der 50-Jährigen verbal aggressiv gewesen seien und sich über die "Art und Weise der polizeilichen Bearbeitung" beschwerten. Daraufhin sei es zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen "zum Nachteil der Polizeibeamten" gekommen.

Zum Schluss seien die drei Frauen dann dem Gebäude verwiesen worden, woraufhin kurze Zeit später weitere zwei männliche Bekannte der drei Frauen aufgetaucht seien. In einem "sehr aggressiven Ton" sollen diese dann Dinge zum Vorfall erfahren haben wollen. Auch sie seien dann dem Gebäude verwiesen worden.

In Essen im Stadtteil Fischlaken ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der die Polizei Diensthunde eingesetzt hat. Der Vorfall ging vor einer Flüchtlingsunterkunft weiter und wurde erst durch Polizeiverstärkung beendet. Am Morgen des 21. Juni ist es in Essen in der Straßenbahn zu einem schweren Verbrechen in einer Straßenbahn gekommen. Zwei Brüder haben einen 27-Jährigen mit einem Messer verletzt. 

Rassismus-Vorwurf gegen Polizei Essen: Beamte aus Bochum prüfen den Fall

Dieser Aufforderung seien sie jedoch nicht nachgekommen, sondern sollen laut geschrien und gegen die Glasscheiben der Wache geschlagen haben. Auf Widerstandshandlungen sollen die Polizisten dann nach eigenen Aussagen mit einem Einsatzmehrzweckstock reagiert haben.

Video: Kniend und mit erhobener Faust - Anti-Rassismus-Proteste in Europa

Die Polizei Essen weist jeden Vorwurf bezüglich Rassismus oder rassistischer Gewalt vehement zurück. Es habe keine offizielle Beschwerde oder Anzeige der Beteiligten gegeben.

Nun prüft die Polizeider Nachbarstadt Bochum den Fall und die Vorwürfe gegen die Polizei Essen.

Mehr zum Thema