Wegen Kontrollen

Ist die Polizei in Essen rassistisch? Heftige Vorwürfe sorgen für drastische Maßnahme

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Das Bündnis "Essen stellt sich quer" übt Kritik in der Polizei.

Die Polizei in Essen muss sich derzeit als rassistische beleidigen lassen. Grund dafür sind die Kontrollen in einem bestimmten Stadtteil.

  • Das Bündnis "Essen stellt sich quer" übt Kritik an der Polizei in der Ruhrgebietsstadt.
  • Dort soll es zu "rassistischen Kontrollen durch die Polizei" gekommen sein.
  • Die Behörde widerspricht den Anschuldigungen vehement - und reagiert mit einem drastischen Schritt.

Essen - Rassistisch motivierter Terror in Hanau, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und rechte Tendenzen in der Bundeswehr: Ausländerfeindlichkeit und rechtes Gedankengut sind ein Problem in Deutschland - und auch in NRW. Laut dem Bündnis "Essen stellt sich quer", das in der Stadt im Ruhrgebiet gegen Rassismus und Faschismus kämpft, auch bei der Polizei Essen.

"Essen stellt sich quer" sieht Rassismus bei der Polizei

Das äußerte ein Vertreter des Bündnisses bei einer Versammlung, die nach dem Anschlag in Hanau (Hessen) am Donnerstag (20. Februar) unter dem Motto "Es reicht: Rechten Terror beenden" in Essen-Altendorf stattgefunden hatte. Das Redeprotokoll wurde auf der Homepage von "Essen stellt sich quer" veröffentlicht.

Dort heißt es, man habe die Versammlung bewusst in Altendorf - einem migrantisch geprägten Stadtteil von Essen - abgehalten. Denn ebendieser Stadtteil werde "immer wieder Ziel rassistischer Kontrollen durch die Polizei". Hat die Polizei Essen ein Rassismus-Problem? Das könnte man jetzt zumindest auch bei dem neusten Fall denken.

Polizei Essen weist Kritik zurück - und stellt Strafanzeige

Dem widerspricht die Behörde nun vehement. Konkret heißt es in einem am Dienstag (25. Februar) veröffentlichen Statement: "Seit fast 15 Monaten führen Stadt und Polizei Essen in enger Zusammenarbeit Kontrollen im gesamten Stadtgebiet zur Bekämpfung der unterschiedlichsten Normverletzungen durch. Als Ziele dieser Kontrollen werden Objekte ausgewählt, bei denen konkrete Hinweise auf Gesetzesverstöße vorliegen." Auch die Polizei Gelsenkirchen muss sich nun mit dem Thema Rassismus in den eigenen Reihen beschäftigen.

Zu keiner Zeit habe man Objekte aus anderen Gründen, erst recht nicht aus rassistischen, ausgewählt. Die Vorwürfe des Bündnisses weist die Polizei Essen daher scharf zurück. Zudem reagiert die Behörde mit einem drastischen Schritt: Sie hat sie Strafanzeige wegen Beleidigung gestellt. Die Aussage von "Essen stellt sich quer" könnte also noch ein juristisches Nachspiel haben.