Lange Spurensuche

Essen: Mann überrollt Zwilling – Polizei findet sein Auto an irrem Ort

Ein Streifenwagen der Polizei im Einsatz.
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In Essen kam es zu einem schrecklichen Unfall.

In Essen-Leithe ist es bereits im April zu einem schrecklichen Unfall gekommen: zwei Kleinkinder wurden von einem Auto verletzt. Der Fahrer flüchtete, doch jetzt konnte die Polizei ihn identifizieren.

Essen – Im Stadtteil Leithe ist es Anfang April zu einem schweren Unfall gekommen. Als eine 33-jährige Essenerin mit ihren Zwillingen (Junge und Mädchen, jeweils 4 Jahre) eine Straße überqueren wollte, wurden die Kinder von einem Auto erfasst und schwer verletzt.

Stadt in NRWEssen
Einwohner591.032 (Stand 2020)
Fläche210,3 km²

Essen: Mutter will Straße überqueren – Kleinkinder werden teilweise überrollt

Auf der Wendelinstraße in Höhe der Haltestelle Brüninghofer Weg wollte die Familie die Straßenseite wechseln. Wie die Polizei Essen via Facebook mitteilt, ist zur gleichen Zeit ein Auto vom Brüninghofer Weg rechts in die Wendelinstraße abgebogen.

Dabei kam es zum Zusammenstoß mit den beiden Kleinkindern. Der Junge wurde an einer Körperseite gestreift. Das Mädchen geriet sogar unter das Fahrzeug und wurde überrollt. Der Fahrer flüchtete, ohne sich um die beiden verletzten Kinder und deren Mutter zu kümmern.

Sofort wurden Rettungskräfte alarmiert, darunter ein Notarzt, die die Kinder zunächst vor Ort behandelten. Doch wegen des Verdachts auf schwerste Verletzungen mussten die Zwillinge in ein Krankenhaus transportiert werden.

Täter in Essen flüchtig: Polizei löst große Fahndung aus

Doch der Unfallfahrer war längst verschwunden. Nach dem Vorfall löste die Polizeistelle Essen eine sogenannte Ringalarmfahndung aus. Mehrere Streifenwagen suchten den näheren Bereich der Unfallstelle nach dem Flüchtigen und seinem Pkw ab. Doch dem Fahrer gelang zunächst die Flucht.

Kurz nach dem Unfall veröffentlichte die Polizei außerdem einen Fahndungsaufruf. Zeugenhinweise brachten die Beamten auf die Spur einer älteren grauen Limousine. Aber noch nicht zum Fahrer oder Nummernschild des Pkw.

Während der Unfallaufnahme, bei der Spezialisten die Unfallstelle mit einem 3D-Scanner aufgenommen haben, befragten die Beamten Anwohner und Geschäftsleute in der Nähe. Hierbei sollten weitere Zeugen gefunden werden. Die Polizei entdeckt bei der Aufnahme aber noch etwas: zwei Sicherheitskameras, die zu Geschäften gehören (mehr News zu Blaulicht im Ruhrgebiet bei RUHR24).

Spurensuche für die Polizei Essen: Auto durch Unfallaufnahme identifiziert

Mit den Videoaufzeichnungen konnte die Polizei gleich mehrere verdächtige Fahrzeuge identifizieren. Allerdings ergaben weitere Ermittlungen, dass tatsächlich kein Auto auf den Aufnahmen am Unfall beteiligt war. Erst nach einer erneuten Überprüfung und durch neue Hinweise gelang es den Beamten, ein weiteres, tatverdächtiges Auto festzustellen. Auch der 86-jährige Fahrzeughalter konnte identifiziert werden.

Dieser wurde von den Ermittlern der Polizei Essen schnellstmöglich aufgesucht. Der Mann gab gegenüber den Beamten allerdings an, dass sein Fahrzeug aktuell wegen eines Unfallschadens in einer Werkstatt sei. Weil die Zeit drängte, fuhren die Ermittler deshalb direkt zu der genannten Werkstatt.

Video: Unfälle: Fahrerflucht ein böser Trend?

Essen: Fahrer will seine Tat offenbar vertuschen – Auto war bereits in der Werkstatt

Und tatsächlich: Das mutmaßliche Unfallfahrzeug, ein grauer Opel Omega, war schon auf der Hebebühne und einige Fahrzeugteile waren bereits abmontiert. Das Fahrzeug wurde noch vor Ort sichergestellt und die Unfallspuren durch einen Sachverständigen begutachtet.

Das Auto enttarnte den Fahrer schließlich: Obwohl der 86-Jährige einen Sachunfall gegenüber die Polizei angegeben hatte, wurden am Unterboden des Schwellers blonde Strähnen gefunden. Eine Analyse im Labor konnte zweifelsfrei feststellen, dass sie zu dem angefahrenen, kleinen Mädchen gehörten. Gegen den 86-jährigen Essener wird jetzt ein Verfahren wegen Verkehrsunfallflucht eingeleitet.

Den Kindern soll es den Umständen entsprechend gut gehen, sie werden durch den Verkehrsunfallopferschutz betreut. Wie die Polizei Essen mutmaßt, ist es einem Rucksack und der gut gepolsterten Winterjacke zu verdanken, dass das Mädchen nicht lebensgefährlich verletzt wurde. Beide Gegenstände würden bei einem Zusammenstoß wie ein Airbag wirken.

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