Kannten sich Opfer und Täter?

Frau von Männern im Garten eingesperrt - Bruder leistet Widerstand gegen Polizisten

In Essen-Steele haben ein Mann und sein Bruder eine Nachbarin im Garten gefangen gehalten. Warum, ist bisher unklar.
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In Essen-Steele haben ein Mann und sein Bruder eine Nachbarin im Garten gefangen gehalten. Warum, ist bisher unklar.

In Essen-Steele haben ein Mann und sein Bruder eine Nachbarin im Garten eingesperrt. Noch ist nicht klar, in welcher Beziehung sie zueinander stehen.

  • In Essen-Steele kam es zu einem kuriosen Polizei-Einsatz.
  • Eine Frau musste den Notruf wählen, weil ihre Nachbarn die im Garten einsperrten.
  • Einer der Nachbarn wurde gegenüber der Polizei zunehmend aggressiv.

Essen - Ob es am Coronavirus-Lagerkoller lag, was am Mittwoch (15. April) in Essen passiert ist, ist nicht überliefert. Feststeht aber, dass die Polizei diesen Einsatz nicht so schnell wieder vergessen dürfte. Eine Frau (56) wurde am späten Abend von ihren Nachbarn im Garten eingesperrt und rief dort laut um Hilfe.

Essen: Frau von Nachbar am späten Abend im Garten eingesperrt

Wie die Polizei berichtet, hatte die 56-jährige gegen 22.15 Uhr den Notruf gewählt. Die Beamten seien daraufhin unmittelbar zum Mehrfamilienhaus in Essen-Steele gefahren und klopften dort mehrfach an Türen und Fenster der Erdgeschosswohnung. 

Dort sollten sich eigentlich der Nachbar sowie sein 48-jähriger Bruder aufhalten, doch niemand von ihnen öffnete freiwillig die Tür. Erst als die Beamten Frauenschreie aus der Wohnung hörten, verschafften sie sich gewaltsam Zugang und brachen die Tür auf.

In Essen musste eine Frau von der Polizei aus einem Garten gerettet werden.

Essen: Nachbarin stand vor geöffnetem Fenster und schrie um Hilfe

Und siehe da: In der Wohnung hielten sich sowohl der 39-jährige Mieter als auch sein Bruder auf. Die um Hilfe schreiende Nachbarin stand draußen vor einem auf Kipp geöffneten Fenster. 

Um sie aus ihrer Notlage zu befreien, mussten die Polizisten eine Stahltür im Hausflur aufbrechen. Nur so konnte die Frau wieder zurück ins Haus. 

Essen: Bruder von Nachbar wurde immer aggressiver

Als die Beamten den Mieter und seinen Bruder wegen der Situation befragen wollten, wurde der 48-jährige Bruder "zunehmend aggressiv", wie die Polizei Essen mitteilt.

Als er die Fäuste hob und sich einer Schlägerei offenbar nicht zu schade war, machten die Polizisten jedoch kurzen Prozess und brachten ihn zu Boden, wo sie ihn letztendlich fesselten.

Essen: Bruder musste mit zur Polizeiwache und Blutprobe abgeben

Anders ging es bei dem 39-jährigen Mieter zu, der sich vergleichsweise ruhig verhielt und keinen Widerstand leistete. Er musste im Gegensatz zu seinem Bruder nicht mit zur Polizeiwache und keine Blutprobe abgeben. 

Auf der Wache beruhige sich der Bruder nach Polizeiangaben jedoch schnell wieder und wurde nach Abschluss des Einsatzes wieder entlassen. 

Essen: Geschwistern droht Anzeige und Ermittlung

Gegen die Geschwister aus Essen-Steele wird jetzt wegen Verdachts der Freiheitsberaubung ermittelt. Außerdem erstatteten die Beamten Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte gegen den 48-Jährigen.

Essen: Unklar, ob die Geschwister die Nachbarin näher kannten

Warum die beiden die56-jährige Nachbarin im Garten einsperrten und trotz Hilferufe nicht wieder befreiten, konnte die Polizei Essen auf Nachfrage von RUHR24 nicht beantworten. Ebenso ob sich Täter und Opfer näher standen. 

Da es sich aber um Nachbarn eines Mehrfamilienhauses handelt, ist davon auszugehen, dass sie sich zumindest kennen.

Erst im vergangenen Sommer kam es in Essen-Steele zu einem kuriosen Polizeieinsatz. Eine Gruppe Männer hatte zwei Personen mit einem Elektroschocker angegriffen.

Der Erwerb und das Führen von Elektroschockern ist in Deutschland erlaubt. Verboten sind sie jedoch, wenn sie nicht als Waffe zu erkennen sind. Anders ist das bei sogenannten Tasern oder Elektroschockpistolen, diese sind verboten. Bei der Polizei werden diese bisher nur bei Spezialeinheiten eingesetzt. Ein Pilotprojekt soll nun jedoch zeigen, ob die Taser auch im Streifendienst der Polizei eingesetzt werden.