Plastiktütchen als Auslöser

Tumult in Essen: 40 Personen umzingeln Polizisten - erst mit Hund, Schlagstock und Pfefferspray gelingt Befreiung

In Essen ist es bei einer Durchsuchung in einem Hinterhof in Steele zu Tumulten und Agressionen gekommen.
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In Essen ist es bei einer Durchsuchung in einem Hinterhof in Steele zu Tumulten und Agressionen gekommen.

In Essen ist es offenbar zu tumultartigen Szenen zwischen der Polizei und einer 40-köpfigen Gruppe gekommen. Auch Drogen und ein Kind (11) spielen eine Rolle.

  • Die Polizei in Essen hatte bei einem Einsatz in Steele viel Mühe mit einer großen Gruppe von Personen.
  • Zunächst ging es um Ruhestörung.
  • Später kamen auch Drogen und Aggressivität ins Spiel.

Essen - In Essen-Steele ist es laut einem Bericht der Polizei offenbar zu Tumulten zwischen Beamten und einer 40-köpfigen Gruppe gekommen. 

Zu dem Vorfall am Steeler Grendplatz war es bereits am Samstag (2. Mai) gegen 22.30 Uhr gekommen, als Beamten der Essener Innenstadtwache zu einer Ruhestörung gerufen wurden. Eine größere Anzahl an Personen soll in einer Einfahrt für Unruhe gesorgt haben.

Essen: Personen verschwinden in Parkhaus in Steele

Bevor die Polizisten am Einsatzort in Essen-Steele eintrafen, wollen die Beamten gesehen haben, wie drei Personen beim Erblicken des Streifenwagens in das angrenzende Parkhaus eines Supermarkts verschwanden.

Die Beamten folgten den Personen und trafen an einer Brüstung in dem Parkplatz auf einen Mann (32) und seinen Sohn (11). Der Vater soll dem Kind dann ein Druckverschlusstütchen zugeschoben haben, berichtet die Polizei Essen in ihrer Mitteilung. Dann seien Vater und Sohn weiter in einen Hinterhof an der Grendstraße geflüchtet, wo sie gestellt werden konnten.

Dort schien die Situation zu eskalieren. Die Polizei spricht von "mehreren Personen" die erschienen seien und die Beamten bedrängt hätten. "Massive Beleidigungen" und "verbal aggressives Verhalten" soll den Beamten entgegengeschlagen haben, als diese das elfjährige Kind durchsuchen wollten. Zwischenzeitlich sollen sich 40 Personen um die Polizisten gruppiert haben.

Einen ähnlichen Vorfall gab es Anfang Mai in Dortmund, nachdem Polizisten drei Jugendliche festnehmen wollten. Dort waren 20 Personen an dem Tumult beteiligt. 

Polizei Essen von Menschengruppe umzingelt

Die Situation begann bedrohlich zu werden, weil Personen die Tore zum Hinterhof geschlossen und die Beamten weiter umzingelt haben sollen.

Erst durch hinzugerufene Unterstützung samt Polizeihund konnten die Polizisten der Situation entkommen.

In Essen ist es bei einer Durchsuchung in einem Hinterhof in Steele zu Tumulten und Agressionen gekommen.

Unterdessen soll die Mutter des 11-Jährigen laut Beobachtungen der Polizei das Druckverschlusstütchen, das sich zuvor offenbar beim Kind befand, unter ein Auto geworfen haben. 

InEssen kam es Anfang Juni zu einem Großeinsatz der Polizei, die zu einem Massenstreit ausrücken musste. Doch es gab noch einen weiteren Zwischenfall. 

Polizei Essen muss Hundeführer rufen

Indes eskalierte die Situation rund um den 32-jährigen Vater vollends, als Beamten den Mann und seinen Sohn von der Gruppe separieren wollten. "Er leistete Widerstand und musste zu Boden gebracht werden", berichtet die Polizei, die zusätzlich unter Androhung von Diensthund, Schlagstock und Reizgas den Hinterhof räumen konnte.

Letztlich fanden die Polizisten bei der Durchsuchungen das Objekt, worum die Tumulte entstanden waren: ein Druckverschlusstütchen mit sogenannten Kokainbobbles. Die Tüte habe laut Polizeibericht unter einem Auto gelegen.

Beamten der Polizei Essen entdecken Drogen in Wohnung

Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung entdeckten die Beamten weitere Drogen und diverse neuwertige Konsumgüter, die allesamt beschlagnahmt wurden. 

Der 32-jährige Mann aus Essen (hier mehr Artikel aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de lesen), der bereits wegen des illegalen Handelns mit Betäubungsmitteln und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamten aktenkundig ist, wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Essen wegen fehlender Fluchtgefahr entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

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