Polizei im Dauereinsatz

Essen: „Mit Hammern und Stangen“: Streit zwischen Clan-Mitgliedern eskaliert

Eine drohende Massenschlägerei, ein Angriff auf ein Geschäft und ein schwerverletzter Mann. Die Polizei aus Essen war am Freitag im Dauereinsatz.

Essen - Erst am Freitagmorgen nahmen die Ermittler für Clan-Kriminalität einen 20-jährigen Mann aus Essen fest. Der Vorwurf gegen das mutmaßliche Clan-Mitglied lautet: schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung. Doch das sollte nicht der letzte Vorfall im Clan-Milieu an dem Tag gewesen sein, der die Polizei aus Essen auf Trab hielt.

Stadt im RuhrgebietEssen
Fläche210,3 km²
Einwohner\t591.018 (2019)
OberbürgermeisterThomas Kufen (CDU)

Essen: Polizei muss mehrmals wegen Vorfällen im Clan-Milieu ausrücken

Laut Angaben der Polizei am Freitag (4. Dezember) soll es gleich mehrere Konflikte zwischen Personen gegeben haben, die Bezüge zur Clankriminalität haben. Die Ursache für die Auseinandersetzungen liegt offenbar schon einige Tage zurück.

So soll es nach Zeugenaussagen bereits am Mittwoch (2. Dezember) am Altenessener Markt zu einer Schlägerei gekommen sein. Bei der Polizei gingen mehrere Anrufe ein, bei denen von einer größeren Menschenmenge berichtet wurde, die mit Knüppeln und Eisenstangen aufeinander einprügelten.

Polizei Essen: Streit zwischen Clan-Mitgliedern eskaliert

Als die Polizei jedoch in dem Stadtteil von Essen eintraf, sollen sich die beteiligten Personen fluchtartig entfernt haben. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand der Beamten soll der Hintergrund des Streits ein Konflikt zwischen Mitgliedern zweier Großfamilien mit Bezügen zur Clankriminalität gewesen sein. Warum es jedoch zu der Prügelei kam, ist unklar.

Die Lage hat sich womöglich weiter verschärft und ist dann am Freitag eskaliert. Zum ersten Vorfall kam es gegen 11 Uhr auf der Vogelheimer Straße in Essen.

Essen: Mutmaßliche Clan-Mitglieder greifen Mann mit Schlagstöcken an

Fünf bislang unbekannte Täter sollen einen 27-jährigen Mann mit Schlagstöcken und Schlagringen angegriffen haben. Er wurde dabei schwer verletzt.

Nur eine halbe Stunde später - gegen 11.35 Uhr - hat es dann den nächsten Vorfall gegeben. 15 unbekannte Täter sollen ein Ladenlokal an der Viehofer Straße betreten und den 54-jährigen Geschäftsinhaber attackiert haben.

Essen: Mutmaßliche Clan-Mitglieder zerstören Geschäft

Nach Angaben der Polizei sollen die mutmaßlichen Täter den Mann angegriffen und auf ihn eingetreten haben. Er wurde dabei leicht verletzt. Außerdem sollen sie mit Hammer und Stangen das Inventar des Geschäfts zerlegt haben. Doch die Streitigkeiten gehen noch weiter.

Gegen 13.30 Uhr gingen bei der Polizei in Essen erneut Hinweise ein, dass sich auf dem Lidl-Parkplatz an der Hövelstraße mehrere Personen versammelt haben sollen.

Polizei Essen verhindert möglicherweise Auseinandersetzung zwischen Clan-Mitgliedern

Aufgrund der vorangegangenen Vorfälle befürchtete die Polizei, dass es sich erneut um eine Auseinandersetzung der rivalisierenden Gruppen aus dem Clan-Milieu handeln könnte. Sie rückten daher mit einer Einsatzhundertschaft aus. An dem vermeintlichen Treffpunkt an der Hövelstraße sowie in der näheren Umgebung führten die Einsatzkräfte aus Essen dann eine großangelegte Kontrolle durch. Insgesamt wurden 100 Personen und 23 Fahrzeuge durchsucht.

In Essen ist es die „BAO“, im ganzen Ruhrgebiet die „Siko“: Die Polizei richtet eigens dafür zuständige Dienststellen zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität ein.

Laut Angaben der Polizei wurden bei der Durchsuchung ein Pfefferspray, ein Messer sowie diverse Schlagwerkzeuge gefunden. Außerdem verteilte die Polizei mehrere Platzverweise. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Treffens dauern aktuell noch an.

Der Einsatz fand im Rahmen der BAO Aktionsplan Clan aus Essen statt. Das ist die sogenannte „Besondere Aufbauorganisation“ die eigens dafür eingerichtet wurde gegen die Clan-Kriminalität in Essen vorzugehen. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Großaufgebot am Freitag der BAO eine bevorstehende Auseinandersetzung verhindern konnte.

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/dpa