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E-Scooter: Vorbild Köln - was das Ruhrgebiet von der Domstadt lernen kann

An einigen Stellen gibt es im Ruhrgebiet Probleme mit E-Scootern. Die Stadt Köln hat für die Altstadt ein Konzept entwickelt, dass Vorbild sein kann.

Update, Donnerstag (17. September), 12 Uhr: Köln - In Köln läuft aktuell die Realisierung des Verkehrskonzepts Altstadt. Im Zuge dessen sind Parkplätze für Autos gestrichen worden. "Es gibt nur noch zwei Parkzonenbereiche für Anwohnerparken mit entsprechendem Anwohnerparkausweis", sagt Robert Baumanns von der Stadt Köln. Allerdings gebe es mehrere Parkhäuser, die nur selten ausgelastet sind. 

E-Scooter in der Stadt: Köln verfolgt das Verkehrskonzept Altstadt und kann Vorbild sein

Zudem würde aus den wegfallenden Straßenparkplätzen kombinierte Parkzonen für Fahrräder und E-Scooter eingerichtet. Netter Nebeneffekt: Auch für Außengastronomie und Bepflanzungen ist jetzt mehr Platz. Aktuell gibt es in der Altstadt acht Parkzonen Standorte, von denen an sieben das Abstellen der E-Scooter erlaubt ist. Weitere sind geplant. 

E-Scooter in Köln - so sieht das Verkehrskonzept "Altstadt" in der Domstadt aus.

E-Scooter dürfen in Köln aber auch an einigen stellen nicht abgestellt werden. Beispielsweise am Dom

Erstmeldung, Dienstag (15. September): Das Bild der Innenstädte im Ruhrgebiet (alle Ruhrgebiet-Artikel auf RUHR24) hat sich im vergangenen Jahr aufgrund der E-Scooter verändert. Neben einigen positiven Wegerscheinungen gibt es allerdings auch einen großen Nachteil. Die Fortbewegungsmittel stehen häufig einfach im Weg. Das planen die Städte im Ruhrgebiet. 

RegionRuhrgebiet
Einwohner5,1 Millionen
Fläche4,435 km²

E-Scooter im Ruhrgebiet: Bochum, Dortmund und Essen – was die Städte planen

Die einen finden sie gut, die anderen verteufeln sie. E-Scooter sind in den vergangenen Jahren in den Städten im Ruhrgebiet angekommen und sind schon jetzt ein fester Bestandteil des Verkehrs neben Bus, Bahn, Auto und Fahrrad. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied. 

Denn während es für alle Verkehrsmittel passende Park- oder Stellplätze gibt, so sind die E-Scooter vogelfrei. Sie stehen in der Innenstadt auf Wegen und Bürgersteigen. Der ein oder andere findet es nervig. Aber gibt es ein Konzept, dass in Zukunft eventuell Stell- oder Parkplätze entstehen?

E-Scooter im Ruhrgebiet: Bochum plant aktuell noch keine Parkzonen

Auf Anfrage von RUHR24 haben Vertreter der Städte Bochum, Essen und Dortmund dazu Stellung genommen. 

In Bochum gibt es aktuell keine ausgewiesenen Parkplätze und aktuell sei in der Hinsicht auch nichts geplant. Es gebe kein Konzept für ausgewiesene Parkzonen. Dennoch, so Stadtsprecher Thomas Sprenger, liege es natürlich im Interesse der Firmen und der Stadt, dass die E-Scooter an neuralgischen Punkten wie Rathaus oder Hauptbahnhof und nicht irgendwo auf Wegen stehen würden. 

E-Scooter im Ruhrgebiet: Von Chaos kann in Dortmund nicht die Rede sein - dennoch gibt es Planungen 

Aus Sicht von Christian Schön von der Pressestelle der Stadt Dortmund, könne von einem "Chaos" eigentlich keine Rede sein. Dennoch gebe es Stellen, an denen es wiederholt zu Problemen kommt. 

Sieben E-Scooter stehen auf einem E-Scooter-Stellplatz am Boxhagener Platz in Berlin.

"Die Stadt Dortmund denkt daher gerade über mehrere Maßnahmen nach", äußert sich Christian Schön gegenüber RUHR24. So könnten in Zukunft Abstellplätze an den Hotspots im Stadtgebiet eingerichtet werden – dazu gehören Hauptbahnhof, Phoenix See und die Möllerbrücke. Beim Phoenix See gibt es zudem nicht nur ein Problem mit dem Abstellen der E-Scooter, sondern auch mit dem Austausch der Akkus. 

E-Scooter im Ruhrgebiet: Parkzonen als Angebot aber keine Pflicht in Dortmund 

"Dazu gab es bereits erste Gespräche mit den Anbietern, die sich grundsätzlich aufgeschlossen gezeigt haben", so Christian Schön. Eine Prüfung würde andauern. Es soll aber auch weiterhin so sein, dass E-Scooter im öffentlichen Raum abgestellt werden dürfen. Bei den Parkzonen würde es sich in Zukunft lediglich um ein Angebot handeln. 

In Essen wurde schon im August 2019 eine Parkzone für E-Scooter am Hauptbahnhof eingerichtet und entsprechend markiert. "Es gab Überlegungen, ob weitere Flächen eingerichtet werden müssen, das war aber bisher nicht notwendig", sagt Jasmin Trilling von der Pressestelle der Stadt Essen gegenüber RUHR24. 

E-Scooter im Ruhrgebiet: Essen ist Vorreiter in Sachen Parkzone für E-Scooter 

Die E-Scooter-Anbieter haben in Essen eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt unterzeichnet. E-Scooter sollen ordnungsgemäß abgestellt werden, sodass ausreichend Platz für andere Verkehrsteilnehmer vorhanden ist. Zudem sollten im Idealfall nicht mehr als fünf E-Scooter an einer Stelle abgestellt werden. 

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/Robert Günther/dpa / Collage: RUHR24

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