Bild: Polizei Duisburg

Bei einer Razzia auf einem Parkplatz in Duisburg hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag (11. August) unter anderem eine 16-jährige Sexarbeiterin festgenommen. Und das ist längst nicht alles.

  • Der Parkplatz am Zoo in Duisburg ist bekannt dafür, dass es dort zu Prostitution kommt.
  • Die Polizei kontrollierte bei ihrer Razzia 56 Personen.

Die Polizei in Duisburg hat in der Nacht einen großen Einsatz im Rotlicht-Milieu gefahren. Im Fokus der Ermittler: der Parkplatz „Monning“ an der Mülheimer Straße in Duisburg. Dieser befindet sich in der Nähe des Zoos, nahe der A3.

Anwohner hatten sich in der Vergangenheit immer wieder über die Zustände auf dem Parkplatz am Zoo beschwert. Danach bestand der dringende Verdacht der Prostitution minderjähriger Mädchen. Außerdem soll es dort immer wieder zu Straftaten wie Zuhälterei, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und des illegalen Aufenthalts gekommen sein.

16-jähriges Mädchen war Sexarbeiterin

Trauriger Tiefpunkt der Razzia, bei der die Polizei Duisburg mit Kräften aus der Hundertschaft, Spezialisten von der Kripo und Beamten der Direktion Verkehr im Einsatz war: ein 16-jähriges Mädchen, was sich der Prostitution hingab.

Die Beamten nahmen die minderjährige Sexarbeiterin mit auf die Wache, übergaben sie danach einer Jugendschutzstelle.

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Neben dem Mädchen überprüften die Einsatzkräfte bei der Razzia 56 weitere Personen, darunter 27 Frauen. Am Ende schrieb die Polizei acht Strafanzeigen unter anderem wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und des Verdachts der Zuhälterei sowie des illegalen Aufenthalts.

Frau tauchte erneut in der Nähe des Zoo-Parkplatzes auf

Einsichtig zeigten sich nicht alle. Eine Frau (23), die die Polizei Duisburg überprüft und vom Parkplatz entlassen hatte, tauchte wenig später in einem Auto in der Nähe des Parkplatzes am Zoo erneut auf. Mit ihr im Wagen: Zwei Männer (43/41), die 2150 Euro Bargeld und blaue Pillen dabei hatten. Beides stellten die Beamten sicher, schrieben zudem eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

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Ein Mann, den die Einsatzkräfte direkt zu Beginn der Razzia auf dem Parkplatz überprüften, wehrte sich und leistete Widerstand. Dabei verletzte er einen Polizisten am linken Daumen. Der Beamte blieb dienstfähig. Der Mann muss jetzt mit einer Strafanzeige wegen Widerstandes rechnen.

Gesetz seit 2017

Seit 2017 gibt es in NRW das Prostituiertenschutzgesetz. Die Zahl der Prostituierten in Nordrhein-Westfalen wird auf 42.000 geschätzt. 

Dabei schreibt das Gesetz vor, dass sich Prostituierte in NRW bei den Behörden in Städten oder Kreisen anmelden und gesundheitlich beraten lassen müssen. Im Gegenzug erhalten sie einen amtlichen Ausweis, der ihre Beschäftigung bestätigt. Außerdem wurde die Kondompflicht beim Geschlechtsverkehr mit Freiern eingeführt.

Ziel des Gesetzes zum Schutz für Prostituierte ist, die Arbeitsbedingungen der Betroffenen zu verbessern und kriminelle Ausbeutung früher zu erkennen. Doch eine Studie zeigt, dass nur wenige Prostituierte sich wie vorgeschrieben anmelden und gesundheitlich beraten lassen.