Für mehrere tausend Euro: Hafen Duisburg versorgt Gäste mit Zigaretten - auf Kosten der Steuerzahler

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Hafen Duisburg. Foto: Oliver Berg/dpa

Kostenlose Getränke und kleine Häppchen gehören bei vielen Geschäftstreffen dazu. Der Hafen Duisburg geht noch weiter und bietet Zigaretten an.

Mindestens 4000 Euro hat der Hafen Duisburg im Jahr 2015 für Zigaretten ausgegeben. Die bekommen wichtige Geschäftspartner und Gäste bei Veranstaltungen umsonst - bis heute. Die Kosten trägt die Allgemeinheit.

  • Der Hafen Duisburg ist im Besitz des Landes und der Stadt Duisburg.
  • Bei Veranstaltungen werden dort Zigaretten angeboten - gratis.
  • Das kritisiert nun der Bund der Steuerzahler.

Hafen Duisburg: Kostenlose Zigaretten für wichtige Gäste

Kostenlose Getränke und kleine Häppchen gehören bei vielen Geschäftstreffen dazu. Der Hafen Duisburg geht in seiner Gastfreundlichkeit aber noch ein Stück weiter: Er bietet wichtigen Partnern und Gästen kostenlose Zigaretten an. Das sorgt nun für Ärger.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) spricht in der aktuellen Ausgabe seines Magazins von Steuerverschwendung und kritisiert die Ausgaben für die Gratis-Kippen. Die trägt Duisport als Eigentümer und Betreiber des Hafens. Das Unternehmen wiederum ist im Eigentum des Landes NRW und der Stadt Duisburg.

Allgemeinheit trägt die Zigaretten-Kosten

Letztlich trägt die Kosten für die Luxusverpflegung der Gäste in Duisburg also die Allgemeinheit. Und diese Kosten sind nicht gering: Eine Zigarette der Marke "Carlo Corado Crucero", die Duisport anbietet, kostet online derzeit 4,90 Euro.

Auf die Ausgaben aufmerksam gekommen war der BdSt laut der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, weil ihm Rechnungen aus dem Jahr 2015 zugespielt worden waren. Damals hatte Duisport innerhalb von zehn Monaten rund 4000 Euro für die Zigaretten ausgegeben.

Zudem ließ Duisport die Zigaretten 2015 noch extra von einem Boten in einem Moerser Tabakladen abholen. Heute werden sie direkt geliefert.

Hafen Duisburg: "Unser Vorgehen ist rechtlich nicht zu beanstanden"

Dass der Hafen Duisburg seine Gäste bis heute mit Zigaretten versorgt, bestätigte ein Sprecher gegenüber der Zeitung. Weiter hieß es aber: „Unser Vorgehen ist rechtlich nicht zu beanstanden. Wir überprüfen regelmäßig unsere internen Verfahren.“ Deshalb habe man auch Abstand von der Abholung durch einen Boten genommen.

Dass die Versorgung von Gästen mit Zigaretten rechtlich in Ordnung ist, bestätigt auch der Bund der Steuerzahler. Dennoch: Die Bewirtung mit Zigaretten gehe über das übliche Maß hinaus und sei zudem nicht mehr zeitgemäß.

Für viel Gesprächsstoff sorgt derzeit auch der Hafen in Dortmund. Dort soll sich einiges verändern.