Nach Fall aus Gelsenkirchen

Falsche Jugendamtsmitarbeiter klingeln auch in Duisburg an Haustür und wollen Baby mitnehmen

In Duisburg sind offenbar falsche Jugendamt-Mitarbeiter unterwegs.
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In Duisburg sind offenbar falsche Jugendamt-Mitarbeiter unterwegs. (Symbolbild)

Personen, die sich als angebliche Mitarbeiter des Jugendamts ausgegeben haben, forderten an der Haustür einer Familie aus Duisburg die Herausgabe eines Kindes. Die Polizei ermittelt.

  • Die falschen Jugendamtsmitarbeiter zeigten einen gefälschten Dienstausweis vor.
  • Die Mutter aus Duisburg war misstrauisch und erkundigte sich umgehend beim Jugendamt.
  • Bereits am vergangenen Freitag (13. Dezember) kam es in Gelsenkirchen zu einem ähnlichen Vorfall.

Gelsenkirchen/Duisburg - Die Städte Gelsenkirchen undDuisburg sowie die Polizei warnen derzeit vor Personen, die sich an der Haustür als Mitarbeiter des Jugendamts ausgeben. In Duisburg haben am Donnerstag (19. Dezember) und in Gelsenkirchen nur eine Woche zuvor (13. Dezember) angebliche Jugendamtsmitarbeiter bei Familien die Herausgabe eines Kindes gefordert.

Gelsenkirchen und Duisburg: falsche Jugendamtsmitarbeiter unterwegs

In dem aktuellen Fall aus Duisburg zeigten die Unbekannten einen falschen blauen Dienstausweis vor. Dann forderten sie laut Angaben der Polizei Duisburg von der Mutter die Herausgabe ihrer nicht einmal einjährigen Tochter und Zutritt zu der Wohnung im Stadtteil Hüttenheim. Die Mutter habe daraufhin sofort die Tür geschlossen und sich beim Jugendamt erkundigt. "Alles richtig gemacht", sagte eine Sprecherin der Stadt Duisburg am Freitag (14. Dezember) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Polizei ermittelt nun in alle Richtungen. Bislang sei unklar, ob es sich um versuchte Kindesentführung handele oder eine bislang unbekannte Form des Trickbetrugs, um in fremde Wohnungen zu gelangen und sie für Diebstähle auszukundschaften.

Städte Gelsenkirchen und Duisburg warnen vor falschen Jugendamtsmitarbeitern

Auch ein möglicher Zusammenhang zum Vorfall in Gelsenkirchen werde geprüft. Dort hatte die Stadt am vergangenen Freitag (13. Dezember) ebenfalls vor falschen Jugendamtsmitarbeitern gewarnt. Auch hier hatten sich bei einer Familie zwei unbekannte Frauen als Jugendamtsmitarbeiter ausgegeben und die Herausgabe eines Kindes gefordert. Einen Dienstausweis konnten sie nicht vorzeigen. Dies sei jedoch unbedingt erforderlich, hieß es von der Stadt.

Neue Erkenntnisse zu dem Fall aus der vergangenen Woche lägen der Stadt nicht vor, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage der dpa. In Duisburg wurden die falschen Jugendamtsmitarbeiter als eine etwa 40 Jahre alte Frau und ein 45 Jahre alter Mann beschrieben. Beide hätten akzentfreies Deutsch gesprochen.

So sahen die angeblichen Mitarbeiter des Jugendamts in Duisburg aus

Die Polizei sucht dringend Zeugen und hat eine Beschreibung der Unbekannten herausgegeben:

  • die Frau war etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß,
  • hat eine füllige Figur,
  • blonde schulterlange Haare.
    Außerdem soll die Frau eine auffällige rote Jacke, einen schwarzen Rock, ein weißes Oberteil, graue Schuhe sowie eine Lesebrille getragen haben.
  • der Mann war 1,75 bis 1,80 Meter groß,
  • hat eine Glatze,
  • trug eine schwarze Jacke sowie weiße Schuhe.

Die Kriminalpolizei rät, im Zweifel niemand Fremdes in die Wohnung zu lassen und die Türen sofort zu schließen.

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