Bericht aus der Ruhrgebietsstadt

„Rekordverdächtig“ – Polizei Duisburg meldet krasse Corona-Zahl

In Duisburg hat die Polizei den Kriminalitätsbericht für das Jahr 2020 vorgelegt.
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In Duisburg hat die Polizei den Kriminalitätsbericht für das Jahr 2020 vorgelegt.

Die Polizei Duisburg meldet „rekordverdächtige“ Zahlen, die lange unvorstellbar schienen. Der Grund für die Entwicklung ist auch die Corona-Pandemie.

Duisburg – Das Coronavirus verändert nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche in Deutschland und NRW. Dass die Folgen der Pandemie nicht ausnahmslos schlecht sind, zeigt der jüngst veröffentlichte Kriminalitätsbericht der Stadt Duisburg für das Jahr 2020. Nahezu alle Bereiche der Kriminalstatistik ließen Rückschlüsse auf die Entwicklung der Corona-Pandemie zu, heißt es darin gleich zu Beginn.

StadtDuisburg
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkDüsseldorf
OberbürgermeisterSören Link (SPD)

Duisburg: Polizei veröffentlicht Kriminalitätsbericht – ein Wert im Corona-Jahr auf Rekordtief

Von einem „rekordverdächtigen“ Wert spricht die Polizei Duisburg mit Blick auf die Wohnungseinbrüche. Die Zahl der registrierten Fälle rutschte erstmals seit 30 Jahren unter die Marke von 1.000 – am Ende des Jahres lag sie bei 982. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

2020 verbrachten viele Menschen nicht nur ihre Freizeit vermehrt in den eigenen vier Wänden oder im Garten, viele arbeiteten auch im Homeoffice. Dazu verreisten weniger Menschen. Für Einbrecher bot das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 alles andere als ideale Voraussetzungen.

Im August 2020 führten Polizisten in Duisburg eine Großrazzia gegen Clankriminalität durch.

Ein Duisburger Alleinstellungsmerkmal ist dieser Trend gewiss nicht. In vielen anderen Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen nahm die Zahl der Einbrüche ebenfalls ab – etwa in Dortmund. Dort registrierte die Polizei 15 Prozent weniger Wohnungseinbrüche. Im gesamten Stadtgebiet hätte es im Jahr 2020 nur noch 1.000 Fälle gegeben.

Polizei Duisburg: 2020 weniger Einbrüche und Straßenkriminalität – Anstieg bei Betrug

Neben dem deutlichen Minus bei den Einbrüchen beobachtete die Polizei Duisburg im vergangenen Jahr auch einen Rückgang bei der Kriminalität auf der Straße. Etwa 36 Prozent weniger Raubüberfälle hätte es auf den Straßen, Wegen und Plätzen der Großstadt im Westen des Ruhrgebiets gegeben.

Unter dem Strich verzeichnete die Polizei Duisburg 2020 mit 43.091 Straftaten den zweitniedrigsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Nur 2019 gab es mit 42.166 noch weniger Straftaten in Duisburg. Langweilig wurde den Beamten dennoch nicht.

Video: Betrug bei Corona-Soforthilfen – Tricks, Strafen und Schaden

Im Corona-Jahr 2020 gab es eine Zunahme beim Betrug. Zudem hatte die Duisburger Kripo alle Hände voll zu tun. Insgesamt 55 Mordkommissionen richteten die Ermittler im vergangenen Jahr ein. Rein rechnerisch sei das mehr als eine Mordkommission pro Woche, heißt es.

35 der insgesamt 55 Mordkommissionen fielen in Duisburg selbst an, 20 weitere im Kreis Wesel. Für den ist die Duisburger Polizei bei einem Verdacht auf ein Tötungsdelikt ebenfalls zuständig. Insgesamt hätte es 16 „Straftaten gegen das Leben“ gegeben – darunter einen Mord, drei Mordversuche und acht Fälle von versuchtem Totschlag.

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