Zahlreiche Änderungen kommen

Dieselfahrverbot in Essen verhindert - ähnliche Lösung auch in Bochum und Dortmund denkbar

Kein Dieselfahrverbot in Essen. Stadt, NRW und Deutsche Umwelthilfe haben sich auf zahlreiche Änderungen geeinigt. Das Ziel: Weniger Autos, mehr Bus, Bahn und Rad. 

  • Es wird kein Dieselfahrverbot in Essen geben - trotzdem geht es mehr in Richtung Bahn, Bus und Fahrrad. 
  • Die Stadt, die Deutsche Umwelthilfe und das Land NRW haben zahlreiche Änderungen herausgearbeitet. 
  • Das Ziel ist es, die Luft zu verbessern und die Stickstoffdioxide (NO2) einzuhalten.

Essen - Ursula Heinen Esser (CDU), Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, zeigt sich mit den Ergebnissen zufrieden. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) spricht von einer guten Nachricht. Und auch Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), freut sich über das Ergebnis

In Zukunft soll es verschiedene Änderungen geben, um die Luft zu verbessern und die Grenzwerte von Stickstoffdioxid (NO2) in der Stadt Essen einzuhalten. Ein Dieselfahrverbot wird es damit (vorerst) nicht geben. Trotzdem gibt es den Schritt weg vom Auto und hin zu mehr Bus, Bahn und Fahrrad.

Kein Dieselfahrverbot in Essen - weniger Auto, mehr Bus, Bahn und Fahrrad in der Stadt

Das Land NRW, die Stadt Essen und die DUH haben sich vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster auf einen Vergleich zur Umsetzung des sogenannten "Luftreinhaltelplans Essen" geeinigt. Die Umweltministerin spricht von sehr anspruchsvollen Änderungen.

Die Beteiligten der genannten Institutionen waren sich einig, dass die Automobilindustrie in Zukunft in der Pflicht stehe, Emissionen zu reduzieren. Von Nachrüstungen diverser Hardwarekomponenten ist die Rede. Insgesamt soll es aber auch noch rund 40 Änderungen und diverse Projekte direkt in der Stadt Essen geben. Alle mit dem Ziel der Verbesserung der Luftqualität in Essen. 

Projekte und Änderungen zur Verbesserung der Luftqualität - aber kein Dieselfahrverbot 

Ob Autofahrer aufatmen können, wird sich zeigen. Eine Abkehr vom Dieselfahrverbot bedeutet gleichzeitig auch Einschränkungen an anderer Stelle. Es kommt nun ein mehrstufiges Maßnahmenpaket. Im Umkehrschluss muss die Stadt Essen Mitte 2020 Grenzwerte beim Stickstoffdioxid (NO2) einhalten. Sollte es zu Überschreitungen kommen, gibt es konkretere und drastischere Änderungen.

Für Autofahrer bedeutet es zunächst, dass es in der Stadt Essen höhere Parkgebühren und weniger Parkplätze geben wird. Zudem werden Busse des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) und kommunale Nutzfahrzeuge nachgerüstet. Zu den drastischeren Änderungen, falls Grenzwerte 2020 überschritten werden, zählen Parkverbote, weitere Zufahrtsregelungen und verschärfte Abgasstandards bei den Bussen. 

Kein Dieselfahrverbot in Essen - doch Menschen sollen auf Bus, Bahn und Rad umsteigen

Auf der anderen Seite sollen Menschen mit einem verbesserten Park & Ride-System und Parkmanagement die Möglichkeit haben, von außerhalb mit Bus und Bahn besser in die Innenstadt zu gelangen. Zudem sollen E-Mobilität und der Radverkehr vorangetrieben werden. Das Ziel: Weniger Autos, bessere Luft und niedrigere Stickstoffdioxid-Werte. Die DUH teilte heute (5. Dezember) mit, dass eine sichere Einhaltung des Grenzwerts im Jahr 2020 erwartet werden kann. 

Bei der A40 durch Essen könnte es in Zukunft eine weitere Überbauung geben. Schon jetzt läuft ein Teil der Autobahn durch einen Tunnel in der Innenstadt. Auf der A52 zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und dem Autobahnkreuz Essen-Nord würde ein schnellerer Ausbau zur Verkehrsentlastung führen. Das Land NRW beschäftigt sich mit beiden Möglichkeiten.

Das Dieselfahrverbot ist nicht nur in Essen im Gespräch. Auch in Dortmund, wo es im gesamten Jahr 2019 schon Diskussionen gab, Bonn, Wuppertal, Hagen, Bielefeld, Bochum, Paderborn, Oberhausen und Düren wird es im Laufe des Jahres 2020 Vergleichsgespräche mit dem Land NRW und derDUH geben. Die Städte Dortmund, wo es schon Diskussionen um eine Umweltspur gab, und Bonn haben den Termin am 14. Januar 2020.

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