„Erreichen junge Menschen nicht“

Corona-Hotspot Herne: Wie die Stadt gegen die Ausbreitung der Pandemie kämpft

Die Kreuzkirche an der Bahnhofstraße in Herne.
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Die Kreuzkirche an der Bahnhofstraße in Herne.

Der derzeit größte Corona-Hotspot in NRW liegt im Ruhrgebiet. Die Stadt Herne weiß um die Probleme in der Corona-Pandemie - und will nun durchgreifen.

In der Stadt Herne, die zum größten Corona-Hotspot (Inzidenzwert am 11. November: 283,8) in NRW (alle Corona-News aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de) mutiert ist, scheint die Lage klar zu sein. Die Ruhrgebietsstadt kennt das Problem, sucht aber nach Lösungen in der Coronavirus-Pandemie. Das Ziel: Die Neuinfektionen bremsen. Aber wie?

StadtHerne
Einwohner 160.727 Einwohner
Oberbürgermeister 1Dr. Frank Dudda (SPD)

Corona-Hotspot Herne: Ruhrgebietsstadt ist Spitze in NRW - das sind die Gründe

Aktuell gibt es bei jungen Menschen und bei Migranten die meisten Corona-Neuinfektionen, wie Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) laut WAZ am Dienstag (10. November) in der Ratssitzung sagte.

Höheren Fallzahlen bei Migranten würde sich nicht verallgemeinern lassen. Es würde, so Frank Dudda, auch Stadtteile mit einem hohen Migrantenanteil geben, in dem weniger Neuinfektionen registriert worden sein. Dennoch würde man nicht alle Stadtteile mit der Informationspolitk erreichen.

Corona-Hotspot Herne: Bei zwei Gruppierungen gibt es die meisten Neuinfektionen

Zudem sind die Corona-Neuinfektionen bei den 15- bis 35-Jährigen extrem hoch, gerade bei Schülern. „Wir erreichen die jungen Menschen nicht mehr im ausreichenden Maße“, sagte Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD). Die Stadt will in den kommenden Tagen Schulen in Herne kontrollieren. Es habe sich eine Nachlässigkeit eingeschlichen, so Frank Dudda.

Wie auch Vertreter der Stadt Dortmund hat Hernes OB Frank Dudda die NRW-Landesregierung und die Pläne für den permanenten Präsenzunterricht an Schulen kritisiert. Es sei nicht absehbar, dass es zeitnah Änderungen am Ablauf des Unterrichts gebe.

Coronavirus in NRW: Was Herne gegen die Corona-Neuinfektionen geplant hat

Allerdings will die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Unterrichtsbeginn verändern. Die verschiedenen Schulen sollen unterschiedlich beginnen. Das Ziel: Den Schülerstrom in der dicht besiedelten Ruhrgebietsstadt entzerren.

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Zudem will die Stadt Herne, wie aus Mitteilungen von Montag (9. November) und Mittwoch (11. November) hervorgeht, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, Hausärzte noch einmal intensiv mit Informationen versorgen - die Informationen und Flyer wolle man in mehreren Sprachen zur Verfügung stellen.

Coronavirus in Herne: Stadt will alle Quartiere und alle Menschen sensibilisieren

Auch ist eine größere Kampagne in Zusammenarbeit zwischen dem Krisenstab der Stadt und dem Stadtmarketing Herne geplant. Man noch einmal auf verschiedenen Wegen auf das Coronavirus und die aktuelle Situation aufmerksam machen. Bestandteil dieser Kampagne sollen Plakate, Banner und Videos sein - man will möglichst viele Kanäle nutzen und die Informationen in verschiedenen Sprachen in allen Quartieren verbreiten.