Harte Entscheidung

Coronavirus: Klinik in NRW sieht sich zu drastischem Schritt gezwungen - Krankenhauspersonal fassungslos 

Das Krankenhaus-Personal ist fassungslos: Eine Klinik in NRW geht während des Coronavirus einen drastischen Schritt. 

  • Im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke missachteten Besucher immer wieder die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus.
  • Das Krankenhaus sah sich gezwungen ein Besuchsverbot zu verhängen.
  • Um Patienten vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, wurde das Krankenhaus weitgehend geschlossen.

Herdecke - Ab Donnerstag (23. Juli) ist es in Herdecke nicht mehr erlaubt, Menschen, die im Gemeinschaftskrankenhaus liegen, zu besuchen. Grund dafür sind zahlreiche Verstöße von Besuchern gegen die Corona-Schutzregeln. Nun gilt wieder ein Besuchsverbot. Nur in Ausnahmefällen sind Besuche weiter möglich.

Klinik

Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

Lage

Ortsteil Westende

Art

Allgemeinkrankenhaus, Kooperations-Krankenhaus der Universität Witten/Herdecke

Betten

ca. 500

Krankenhaus Herdecke verhängt nach Verstößen gegen Corona-Regeln Besuchsverbot

Bis auf Weiteres ist das Krankenhaus in Herdecke bei Witten, wo vor kurzem ein Mann seiner Frau Schlafmittel in Wein gegeben haben soll, nun für Besucher geschlossen. Nach Angaben der Klinikleitung entschied man sich dafür, das Besuchsverbot zu verhängen, nachdem vermehrt Besucher massiv gegen die Regeln des Krankenhauses zum Schutz vor dem Coronavirus verstoßen hätten.

Wie der WDR berichtet, hätten Besucher keinen Mund-Nasen-Schutz tragen wollen, andere sahen keinen Grund, die Fragebögen auszufüllen, in denen die Kontaktdaten der Besucher erfasst werden. Sie mogelten sich einfach in das Krankenhaus, ohne ihren Besuch anzumelden. Wieder andere gaben in den Listen einen falschen Namen an. Dabei gelten die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus, wie die im Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus, derzeit in ganz NRW.

Besucher missachten Corona-Regeln: Besuchsverbot im Krankenhaus Herdecke

Die Fragebögen, in denen Kontaktdaten der Besucher erfasst werden, dienen der Nachverfolgung im Falle einer auftretenden Corona-Infektion. In Herdecke habe jedoch selbst eine Ausweispflicht nicht geholfen - es seien laut WDR weiterhin falsche Namen eingetragen worden. 

Nachdem Mitarbeiter sogar von Besuchern beschimpft worden seien, verhängte die Klinikleitung "schweren Herzens" ein Besuchsverbot. Die Entscheidung für ein Besuchsverbot sei der Klinikleitung schwergefallen, da Familie und Freunde als wertvoll auf dem Weg der Genesung angesehen würden. Der Schutz der Patienten und Mitarbeiter ginge aber vor, heißt es auf der Homepage des Krankenhauses.

Besonders im Krankenhaus wichtig: Masken und Desinfektion der Hände, um Patienten vor dem Coronavirus zu schützen.

Und wie so oft erfahren nun Menschen durch den Egoismus anderer Nachteile. So muss ein Patient, dessen Besuch sich stets registrierte und eine Maske trug, nun allein im Krankenhaus vor sich hin darben - ohne Blumen und einen warmen Händedruck seiner Lieben. Und das nur, weil manch' anderer Besucher nicht einsah, sich an einfache, leicht umzusetzende Regeln zu halten. Regeln, die Menschen schützen sollen, die besonders vulnerabel sind. Kranke, immunschwache Menschen, Neugeborene oder frisch entbundene Mütter benötigen einen besonderen Schutz. Ihnen den nicht zu gewähren ist unverantwortlich und - ja - egoistisch, meint RUHR24-Redakteurin Malin Schneider-Pluppins.

Besuchsverbot im Krankenhaus Herdecke: Besucher nur noch in Ausnahmefällen

Nun dürfen Patienten nur noch in folgenden Ausnahmefällen Besuch empfangen: 

  • Begleitpersonen während oder nach einer Geburt.
  • Kinder, die stationär verbleiben, werden wie gewohnt von einem mitaufgenommenen Elternteil begleitet, auch der andere Elternteil darf in diesem Fall zu Besuch kommen. 
  • Menschen, dieim Sterben liegen, dürfen in Absprache mit dem medizinischen Personal von Angehörigen besucht werden.
  • Patienten, die dauerhaft oder längere Zeit im Krankenhaus liegen, dürfen zwei registrierte Besucher empfangen.
  • In der Ambulanz gilt: Minderjährige, an Demenz Erkrankte sowie Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen dürfen von jeweils einer Person begleitet werden.

Corona-Regeln im Krankenhaus Herdecke für Besucher

Die Klinikleitung erinnert zudem daran, welche Regeln für Besucher im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke gelten. Alle Krankenhausbesucher müssen sich registrieren. Außerdem muss der Mindestabstand von rund zwei Metern zu fremden Personen eingehalten werden, auch im Krankenzimmer. Zudem muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden und die Hände regelmäßig desinfiziert werden.

Im Klinikum Dortmund, das bereits schlechte Erfahrungen mit einem Corona-Ausbruch im eigenen Haus gemacht hat, sind Besuche nach wie vor grundsätzlich untersagt und nur in begründeten Einzelfällen ausnahmsweise möglich. Auf diese Regelung einigten sich die Stadt Dortmund und die Dortmunder Krankenhäuser. "Gerade in Krankenhäusern befinden sich immunschwache Menschen, die wir schützen möchten", heißt es dazu vonseiten des Klinikums Dortmund. Das Besuchsverbot wird in Dortmund deshalb vorerst aufrechterhalten.

Rubriklistenbild: © Frank Molter/dpa

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