Kontrollen eskalieren

Verwirrung um Maskenpflicht an Bahnhöfen im Ruhrgebiet: Männer reagieren mit Gewalt auf Polizei-Kontrollen

Die Maskenpflicht und die Kontrolle deren Einhaltung sorgt im Ruhrgebiet immer wieder für irrsinnige Einsätze der Polizei - zuletzt mehrfach in Dortmund.

  • In NRW gilt in vielen Bereichen eine Maskenpflicht aufgrund des Coronavirus.
  • Manche Fahrgäste weigern sich, eine Maske zu tragen.
  • Vor allem an Bahnhöfen scheint die Regelung unklar zu sein - was zu Einsätzen der Polizei führt.

Dortmund - Die Polizei im Ruhrgebiet muss immer wieder mit erbosten Reaktionen rechnen, wenn sie die Einhaltung der Maskenpflicht kontrolliert.

Im Falle einer Kontrolle am Hauptbahnhof in Dortmund wurden Beamten am Samstag (20. Juni) laut eigenen Angaben als Rassisten beschimpft. Die Bundespolizisten hatten einen Mann lediglich auf seinen fehlenden Mund-Nase-Schutz hingewiesen. Dann folgte die verbale Attacke.

Behörde

Bundespolizei

Hauptsitz

Potsdam

Vorgänger

Bundesgrenzschutz

Aufsichtsbehörde

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Der 20-Jährige hatte gegen 23 Uhr auf seinen Zug gewartet. Den Polizisten habe er geantwortet, er trüge seine Maske in der Hand. Was er offenbar nicht wusste: Laut Deutscher Bahn muss eine Mund-Nase-Bedeckung nicht nur in den Zügen, sondern auch im Bahnhof, am Bahnsteig und an den Haltestellen getragen werden.

Zuletzt hatte das Unternehmen seine Homepage umgestellt, um beim Buchen von Tickets besser die Auslastung der Züge anzuzeigen und zusätzlich zur Maskenpflicht für mehr Sicherheit zu sorgen.

Coronavirus in NRW: Maskenpflicht gilt auch an Bahnhöfen und Gleisen

Dass der Mund-Nase-Schutz nicht nur in den Zügen, sondern auch außerhalb getragen werden muss, ist übrigens sogar gesetzlich festgelegt. In der jüngsten Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW (Stand 22. Juni) heißt es, eine Mund-Nase-Bedeckung sei Pflicht:

  • "bei der Nutzung von Beförderungleistungen des Personenverkehrs und seiner Einrichtungen sowie
  • in Warteschlangen vor den vorgenannten Einrichtungen." 

Statt sich einsichtig zu zeigen, soll der Mann die Bundespolizisten als Rassisten beleidigt haben. Die Beamten leiteten daraufhin ein Strafverfahren wegen Beleidigung ein.

Nicht nur in den Zügen in NRW gilt die Maskenpflicht aufgrund des Coronavirus.

Coronavirus in NRW: Polizei kämpft mit Maskenverweigerern

Einen Tag später schrillten bei der Bundespolizei am Hauptbahnhof in Dortmund erneut die Alarmglocken.

Einen 33-jährigen Mann hatten die Beamten im Personentunnel auf seine fehlende Maske angesprochen. Doch der soll sich laut Polizeiangaben geweigert haben, diese aufzusetzen. Auch seine Identität habe der polizeibekannte Mann nicht preisgeben wollen.

Polizei nimmt Mann wegen fehlender Maske und Aggressionen mit auf die Wache

Als sich die Polizisten entschlossen, den 33-Jährigen zur Wache zu bringen, habe der Mann sich gewehrt, einen Polizisten in den Unterarm gebissen und einen weiteren mit Tritten verletzt. Die Gewaltausbrüche und Beleidigungen gegen die Polizei hätten sich auch in der Wache fortgesetzt, berichtet die Polizei.

Der Mann wurde in der Folge in Gewahrsam genommen. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein.

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