Oberbürgermeister zieht Konsequenzen

Nach Corona-Hochzeit in Hamm: Stadt setzt drastische Maßnahmen durch

In Hamm und Gelsenkirchen haben sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt droht der Lockdown.
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In Hamm und Gelsenkirchen haben sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt droht der Lockdown.

In Hamm ist die Entscheidung über einen neuen Lockdown gefallen. Die Stadt im Ruhrgebiet setzt wegen des Coronavirus erneut strikte Maßnahmen durch.

Update, Dienstag (22. September), 14.10 Uhr: Hamm – Die Stadt Hamm zieht jetzt seine Konsequenz aus dem starken Anstieg der Corona-Infektionen.

Coronavirus in Hamm: Anstieg der Infektionen sorgt für massive Beschränkungen

Ab Mittwoch (23. September) dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Diese Maßnahme würde erst einmal für zwei Wochen gelten. Außerdem gibt es wieder eine Maskenpflicht an Schulen in Hamm

Diese würde allerdings erst ab der weiterführenden Schule gelten. Diese lässt sich allerdings umgehen, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter gewährleistet werden kann. Auch diese Beschränkung gilt zunächst für zwei Wochen.

Corona in Hamm und Gelsenkirchen: Erste Stadt kündigt Einschränkungen an

Update, Montag (21. September), 19.10 Uhr: In Gelsenkirchen liegt der kritische Corona-Wert aktuell bei 44,1. Das Resultat: In gewerblichen Räumen dürfen maximal 50 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen. Im privaten Rahmen, so appellierte die Stadt, sollen maximal 25 Menschen zusammenkommen.

Update, Montag (21. September), 17.30 Uhr: Am heutigen Montag verzeichnet die Stadt Hamm einen Wert von 70,9 Infizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Damit wird es zu drastischen Einschränkungen kommen. 

Es ist der zweithöchste Wert seit Ausbruch der Coronavirus-Pandmie. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann teilte Details über die kritische Situation heute via Videopressekonferenz mit, wie die dpa berichtet. 

Corona in Hamm: Grenzwert weit überschritten - zunächst kein Lockdown, aber harte Maßnahmen

Ab Dienstag (22. September) gilt eine neue Allgemeinverfügung. Alle Feiern und Veranstaltungen mit mehr als 25 Menschen sollen künftig bei der Stadt angezeigt werden. Veranstaltungen mit 50 bis 100 Teilnehmern sollen drei Tage vorher durch die Stadt genehmigt werden. Das Ordnungsamt will Veranstaltungen kontrollieren. Bußgelder von bis zu 2.500 Euro drohen. 

Ein erneuter Lockdown soll verhindert werden. Und so will die Stadt Hamm noch zusammen mit dem NRW-Gesundheitsministerium über weitere Maßnahmen, die eventuell am Dienstag (22. September) bekannt gegeben werden, beraten. Zunächst sollen Institutionen wie Schulen, Kitas und die Gastronomie weiterlaufen. 

Erstmeldung, Montag (21. September), 13.40 Uhr: Immer mehr Corona-Infizierungen setzen die Städte und Gemeinden unter Druck. In Hamm und Gelsenkirchen sind am Freitag wichtige Grenzwerte überschritten worden. Nun droht den Städten der Lockdown.

Metropolregion

Ruhrgebiet

Fläche

4.435 km²

Einwohner

5.112.050 (Stand: 31. Dezember 2019)

Bevölkerungsdichte

1152 Einwohner/km²

Arbeitslosenquote

8,5 Prozent (Stand: 31. Dezember 2019)

Gelsenkirchen und Hamm überschreiten Corona-Grenzwert

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt in der ersten Warnstufe bei 35. Wenn es innerhalb von sieben Tage mehr als 35 Infizierte auf 100.000 Einwohner kommen, muss die Stadt erste Gegenmaßnahmen durchsetzen (mehr Artikel aus dem Ruhrgebiet auf Ruhr24.de).

Bei 50 Infizierungen droht der gesamten Stadt der Lockdown. Davon sind Hamm, mit einem Wert von 46,9, und Gelsenkirchen, mit einem Wert von 44,1, nicht mehr weit entfernt. Am Montag (21. September) entscheiden die Behörden, ob und wie Einschränkungen aussehen könnten. 

Gelsenkirchen: Stadt erarbeitet Maßnahmenkatalog gegen Corona-Krise

Die Stadt Gelsenkirchen hatte bereits am Freitag "einschneidende Einschränkungen" angekündigt. Mitarbeiter gestalteten einen Maßnahmenkatalog, der mit dem Landeszentrum für Gesundheit und der Bezirksregierung abgestimmt werden sollte, berichtet Waz (Bezahlschranke). Die NRW-Landesregierung gibt anschließend bekannt, welche Maßnahmen umgesetzt werden.

Video: Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

Besonders ein Problem sieht Kathrin Welge, Krisenstabs-Leiterin der Stadt Gelsenkirchen: "Wir wollen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit wahren und bei diesen privaten Feiern ansetzen. Deshalb haben wir angeregt, die Personenzahl bei größeren privaten Feiern von 150 auf 50 zu reduzieren." Bei privaten Feiern in den eigenen vier Wänden sollen sogar nur 25 Gäste erlaubt sein.

Gelsenkirchen: Ordnungsamt überprüft Corona-Maßnahmen bei Veranstaltungen

Seit Freitag (18. September) ist auch das Ordnungsamt verstärkt in der Ruhrgebietsstadt unterwegs. Dieser überprüft, ob bei Veranstaltungen und Feiern die Corona-Bestimmungen richtig umgesetzt werden. Allerdings konnten am Freitag keine Verstöße festgestellt werden.

Dennoch hat sich die Zahl der Infizierungen in Gelsenkirchen von Freitag auf Samstag um 15 erhöht. Eine private Feier sei aber wohl nicht der Grund für den starken Ausbruch. "Mir liegen keine Informationen über ein Hotspot-Ereignis vor", so Welge.

Hamm: Hochzeit sorgt für Corona-Ausbruch im Ruhrgebiet

Anders sieht es hingegen einige Kilometer weiter in Hamm aus. Dort meldete die Stadt am Sonntag (20. September) 98 akut Infizierte. Außerdem sind am Freitag noch 18 weitere positive Tests von Gästen aus Hamm, die Teil der türkischen Hochzeit in Dortmund waren, bekannt geworden.

Dennoch zieht Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann keinen Lockdown in Erwägung. Jedoch gab es bereits am vergangenen Wochenende die ersten Maßnahmen, schließlich wurde der Inzidenz von 35, die erste Warnstufe, schon überschritten.

Hamm setzte erste Corona-Maßnahmen bereits am Wochenende um

Als Erstes wurde die Besucherzahl an der Pop-up-Kirmes in Hamm von 1400 auf 999 Menschen heruntergestuft – auch ein Verbot von Alkohol ist Teil der Maßnahme gewesen. Außerdem erinnerte die Stadt nochmal den beliebten Maxipark und den Tierpark an die Corona-Beschränkungen.

"Wir sind weder der Auffassung, dass der Kirmes-Park noch der Maxipark oder Tierpark theoretische Ansteckungs-Hotspots sind. Hier werden die Sicherheitsmaßnahmen gut umgesetzt. Vielmehr sind es die Veranstaltungen, die ab einer bestimmten Besucherzahl unter dem Radar der Stadt stattfinden, die wir kritisch sehen", so OB-Büroleiter Ralf Hohoff gegenüber wa.

Nach Corona-Hochzeit: Dortmund und Hamm bestätigen hohe Bußgelder gegen Hochzeitsgäste

Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann betonte noch einmal, dass alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen ab 100 Personen angemeldet sein müssen. Auch eine Liste mit den Gästen und Besuchern sei verpflichtend. Er habe nicht vor, Hamm in einen Lockdown zu bringen, wenn eine Gruppe von Menschen sich nicht an die Maßnahmen gehalten haben.

Währenddessen erwarten die Gäste der umstrittenen Hochzeit hohe Bußgelder. Das haben bereits die Stadt Dortmund, wo die Hochzeitsfeier stattfand, und die Stadt Hamm, wo ein Großteil der infizierten Gäste wohnen, bestätigt.