Studie der Ruhr-Universität

Mundspülung gegen Coronavirus: Überraschendes Ergebnis durch Forscher der Uni Bochum

Überraschendes Ergebnis von Forschern der Uni Bochum. Mundspülung kann bedingt gegen Coronavirus helfen. Allerdings ist Vorsicht geboten. 

  • Forscher der Ruhr-Uni Bochum haben Mundspülung auf ihre Wirkung gegen das Coronavirus getestet.
  • Sie imitierten dabei das menschliche Gurgeln mit acht Mundwässern in Kombination mit Speichel und Sars-Cov-2-Viren.
  • Die Ergebnisse sind überraschend, müssen aber eingeordnet werden.

Bochum - Wer zu Mundspülung greift, der setzt eigentlich auf einen frischen Atem. Das Coronavirus spielt beim Kauf eigentlich keine Rolle. Bisher jedenfalls. Denn eine Studie, an der auch Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) beteiligt sind, bringt nun neue Erkenntnisse.

Name

Ruhr-Universität Bochum

Studierende

rund 43.000 (2019)

Kanzlerin

Christina Reinhardt

Coronavirus: Bochumer Forscher testen Mundspülung als Gegenmittel

Das vorläufige Ergebnis der Mundwasser-Studie: Sars-Cov-2-Viren können mit bestimmten handelsüblichen Mundwässern inaktiviert werden. Das fanden nun Forscher der medizinischen Fakultät an der RUB zusammen mit Kollegen aus Jena, Ulm, Duisburg-Essen, Nürnberg und Bremen heraus.

Konkret geht es bei der Studie um eine Verringerung der Viruslast von Covid-19-Patienten in der Mundhöhle und im Hals. Mundwässer könnten dabei helfen, die Coronaviren und damit das Risiko einer Übertragung zu verringern - etwa bei Zahnarztbesuchen der während der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten.

Bochum: Mundspülung ist kein Gegenmittel gegen das Coronavirus

Wichtig: Mundspülungen eignen sich jedoch nicht zur Behandlung von Covid-19-Infektionen oder zum Schutz vor dem Virus, schreiben die Forscher aus Bochum in ihrer Studie mit den Namen "Virucidal efficacy of different oral rinses against SARS-CoV-2", die Ende Juli im Journa l of Infectious Diseases erschienen ist.

Toni Meister leitet das Forschungsprojekt an der Ruhr-Uni Bochum und testet darin die Wirksamkeit von Mundwasser gegen das Coronavirus.

Acht handelsübliche Mundwässer testen die Forscher der Bochumer Virologie für ihre Studie. Die Spülungen sind in Apotheken oder Drogerien in Deutschland erhältlich. Es handelt sich dabei um folgende Produkte:

Was machten die Forscher aus Bochum mit den Mundwässern? Sie mischten im Labor jede Spülung mit Coronaviruspartikeln und einer speichelähnlichen Substanz. Danach wurde die Substanz 30 Sekunden geschüttelt, um das Gurgeln zu imitieren. Das Ergebnis: Alle getesteten Präparate reduzierten die anfängliche Menge der Coronaviren.

Bochumer Forscher: Mundwässer reduzieren Coronaviruslast 

Drei Mundwässer reduzierten die Last der Viren sogar so stark, dass nach 30 Sekunden kein Coronavirus mehr nachgewiesen werden konnte - nämlich "Dequonal", "Iso-Betadine mouthwash" und "Listerine cool mint". Nun müssen klinische Versuche an Probanden zeigen, ob der Versuch auch beim "echten" Gurgeln funktioniert und nicht nur im Reagenzglas.

Ähnliche Studien laufen bereits in San Francisco. Zudem forschen Bochumer Mediziner derzeit auch im Bereich Coronavirus und die Gefahr durch und für Kinder.

Eine Erkenntnis bei der Mundwasser-Studie bleibt: "Gurgeln mit einem Mundwasser kann die Produktion von Viren in den Zellen nicht hemmen", erklärt die Bochumer Studienleiterin Toni Meister. Die Spülungen sind also nicht zur Behandlung von Covid-19 geeignet.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa, Ruhr-Universität Bochum; Collage: RUHR24

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