Angst vor Infektion

Coronavirus: Bahn-Unternehmen im Ruhrgebiet testet spezielle Substanz

Die Angst, sich in Bahnen und Bussen mit dem Coronavirus zu infizieren, ist nicht unbegründet. Die Ruhrbahn testet nun eine innovative Substanz.

  • Fahrgäste sorgen sich vor dem erhöhten Infektionsrisiko in Bussen, Bahnen und Zügen.
  • Auch für Mitarbeiter im Nahverkehr besteht die Gefahr, an kontaminierten Oberflächen mit dem Coronavirus in Kontakt zu kommen.
  • Eine neu entwickelte Spezialbeschichtung soll helfen, dass Risiko zu verringern.

Essen - Nicht anfassen! So lautet für viele in Zeiten des Coronavirus die Devise. Kartenzahlung statt Bargeld, Winken statt Händeschütteln - und wo es nicht anders geht wird desinfiziert. Haltegriffe von Einkaufswagen zum Beispiel. Doch wie sieht es mit den Haltegriffen in Bussen und Bahnen aus? Die Ruhrbahn testet jetzt eine vielversprechende Beschichtung, berichtet RUHR24.de*

Unternehmen

Ruhrbahn

Vorstand

Michael Feller, Uwe Bonan

Mitarbeiter

2500

Fahrgäste

151,65 Mio. pro Jahr

Seit Anfang Mai läuft der Bahnverkehr in NRW trotz Coronavirus wieder*. Doch wenn der Zug ruckelt oder der Bus bremst, hält sich jeder Fahrgast intuitiv an der nächsten Haltestange fest. Auch ohne vorher das Desinfektionsmittel zu zücken. Der Busfahrer hält unterdessen das Lenkrad fest, das sein Kollege auch schon den ganzen Vormittag angefasst hat. 

Zug fahren in Zeiten des Coronavirus: Angst vor einer Infektion 

Zwischendurch Fahrkarten kaufen oder verkaufen, Wechselgeld sortieren - und schon hat jeder, der im öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist hundertfach Oberflächen angefasst, die vorher von anderen berührt wurden. Egal ob Fahrer oder Fahrgast. Und dann juckt die Nase!

Unbewusst fassen Menschen sich bis zu 3,6 Mal pro Stunde ins Gesicht, berichtet n-tv. Die Hände kommen dabei mit Schleimhäuten im Mund-, Nasen- und Augenbereich in Berührung. Viren, wie das Coronavirus (alle Infos im Live-Ticker)*, könnten über diesen Weg in den Körper gelangen.

Coronavirus: Infektion über Oberflächen möglich

Zwar gelte nach wie vor die direkte Übertragung des Coronavirus* über Tröpfchen, die beim Husten und Niesen entstehen, als Hauptinfektionsquelle. Doch auch eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen, insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von Infizierten, sei nicht auszuschließen, informiert das Robert-Koch-Institut.

So geht es auch: In Argentinien wird ultraviolettes Licht zur Desinfektion verwendet

Um dem Vorzubeugen will die Ruhrbahn nun in ihren Bahnen und Bussen eine spezielle Oberflächenbeschichtung einsetzen, die die Oberflächen hygienisch rein halten soll. Eine Testphase läuft aktuell an. 

Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus habe dieRuhrbahn, wie auch die Deutsche Bahn die eine App anbietet, bereits eine Vielzahl von Maßnahmen* umgesetzt. Die Oberflächen-Beschichtung mit Dyphox in unseren Fahrzeugen sehen wir als einen weiteren wichtigen Baustein an", so Martin Dreps, Bereichsleiter der Fahrzeugtechnik bei der Ruhrbahn.

Beschichtung gegen Coronavirus soll Infektionsrisiko mindern

Die vielversprechende, neuartige Technologie heißt Dyphox und wird von einer Firma in Regensburg vertrieben. Die "Anti-Corona-Beschichtung", ein klarlackähnliches Mittel, soll nahezu alle Bakterien, Viren und Pilze beseitigen, die sich auf verschiedenen Oberflächen tummeln. Beim Desinfizieren der Hände machen Menschen übrigens häufig etwas falsch - das sind die häufigsten Fehler bei der Händedesinfektion. 

Die Beschichtung werde auf Flächen wie Lenkrädern, Handgriffen und Haltestangen aufgetragen und helfe dabei, die Übertragungsketten an Oberflächen bis zu einem Jahr zu unterbrechen, heißt es vonseiten der Ruhrbahn.

Testphase läuft: Erste Busse und Bahnen mit Anti-Corona-Beschichtung ausgestattet

Bereits ab dem Pfingstwochenende soll das Mittel in acht Fahrzeugen der Ruhrbahn getestet werden. Dazu werden über Pfingsten Lenkrad und Haltegriffe zunächst gereinigt und anschließend mit Dyphox beschichtet. Zwei Tage Lüften, dann kommen die Fahrzeuge zurück in den normalen Linienbetrieb. Busse und Bahnen der Ruhrbahn fahren im Ruhrgebiet in Essen und Mühlheim.

"Wir wollen zunächst einmal testen, wie das Verfahren funktioniert und wie die behandelten Oberflächen reagieren", so Projektleiter Michael Bartels. Geht bei dem Testlauf alles gut, sollen alle Fahrzeuge nach und nach mit dem Mittel behandelt werden.

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Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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