Uni Duisburg-Essen

Forscher aus dem Ruhrgebiet machen neue Erkenntnisse zur Corona-Sterberate

Ein Corona-Test im Labor.
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Coronavirus in Bayern: Einige Städte liegen über dem Frühwarnwert. (Symbolbild)

Die Sterberate in Zusammenhang mit dem Coronavirus sei in der ersten Welle niedriger als erwartet gewesen, behaupten Forscher aus dem Ruhrgebiet nach einer Studie.

Ruhrgebiet - Forschende der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Gefährlichkeit des Coronavirus, auch bekannt als SARS-CoV-2, untersucht. Unter anderem wurde die Sterblichkeit in Deutschland berücksichtigt.

Coronavirus in Deutschland: Sterblichkeit laut Forschern aus dem Ruhrgebiet geringer als gedacht

Dazu analysierten die Forscher aus dem Ruhrgebiet die allgemeinen Sterberaten in Deutschland seit 2016. Wie die UDE in einer Pressemitteilung berichtet, zeigen die Analysen, dass während der ersten Coronavirus-Welle im Frühjahr 2020 weniger Menschen gestorben sind, als befürchtet wurde.

„Es wird vermutet, dass das Krisenmanagement von Bund und Ländern die Entwicklung positiv beeinflusst hat. Indem zwischenmenschliche Kontakte eingeschränkt und viele Operationen verschoben wurden, sank auch die Wahrscheinlichkeit, sich mit anderen Krankheiten anzustecken und daran zu sterben“, heißt es dazu von den Forschern.

Coronavirus in Deutschland: Forscher aus Ruhrgebiet teilen Ergebnisse

Ohne Ausbruch einer Pandemie hatten Statistiker dieses Jahr aufgrund des demographischen Wandels eine höhere Sterberate erwartet als in den Jahren zuvor.

Ohne Berücksichtigung von Grippe-Verläufen und demografischem Wandel sind zwischen März und Mai dieses Jahres bundesweit sogar 8.071 Menschen mehr gestorben, als gemäß wissenschaftlicher Prognosen vor der Covid-19-Pandemie zu erwarten war. Die Forscher sprechen hier von Übersterblichkeit.

Wird die erste Covid-19-Welle und der demografische Wandel hingegen berücksichtigt, kann sogar von einer Untersterblichkeit gesprochen werden. Die Analyse der Forscher ergibt ein Defizit von 4.926 Todesfällen. (mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Den im Vergleich zu anderen Ländern milderen Verlauf der ersten Krankheitswelle in Deutschland erklärt das Forschungsteam damit, dass zu Beginn das durchschnittliche Alter der Erkrankten niedriger war.

Forscher vergleichen Sterblichkeit: Demografischer Wandel trifft auf Coronavirus

Die Analyse basiert unter anderem auf einem Vergleich der Sterberate von bestimmten Bevölkerungsgruppen mit der des Bevölkerungsdurchschnitts (Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Als Epidemiologen beschäftigen sich Prof. Dr. Andreas Stang und sein Kollege Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel in ihrer Forschung mit den Folgen von Epidemien für eine Gesellschaft. Bei der Analyse arbeitete er unter anderem mit Prof. Dr. Ulf Dittmer (Institut für Virologie) und Forschenden der Boston University zusammen, sowie mit der Leiterin des Essener Gesundheitsamts, Juliane Böttcher.

Hinweis: In einer vorherigen Version dieses Textes haben wir an einer Stelle im Text versehentlich geschrieben, durch die Corona-Welle im Frühjahr habe es eine Übersterblichkeit gegeben. Richtig ist: Es hat eine Untersterblichkeit gegeben. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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