NRW-Schulministerin äußert sich

Schulen im Ruhrgebiet schlagen Alarm und kritisieren Ministerium um Yvonne Gebauer

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) steht im Zentrum der Kritik im Falle der Corona-Maßnahmen an Schulen.
+
Corona: Schulen in Herne schlagen Alarm - Yvonne Gebauer informiert über aktuelle Beschlüsse.

NRW-Schulminsterin Yvonne Gebauer (FDP) äußerte sich am Montag, wie es mit dem Unterricht weitergeht. Derweil schlagen zahlreiche Schulen in Herne Alarm.

Düsseldorf/Herne – Am Montag äußerten sich NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Staatssekretär Mathias Richter über den angepassten Schulbetrieb im Bundesland. Sauer aufstoßen dürfte zahlreichen Schulen die wenig flexible Haltung zum Thema Distanzunterricht.

MinisterinYvonne Gebauer
ParteieFDP
Position NRW-Schulministerin

Corona und Schule: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer über Schulen - „gut vorbereitet!“

Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts an den Schulen in NRW (alle News zu Corona in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de) sei von höchster Bedeutung. Die Schüler bräuchten auch in der Coronavirus-Pandemie Lehrkräfte vor Ort. Der Präsenzunterricht bleibe erste Wahl. Aus Sicht des NRW-Schulministeriums seien die Schulen darauf auch gut vorbereitet.

Es würden sich keine Veränderungen ergeben. Sollte das Geschehen der Corona-Pandemie (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de) an einer konkreten Schule dazu führen, dass kein Präsenzunterricht mehr erteilt werden könne, wäre der Distanzunterricht von der Schulleitung einzurichten. Und das vor allen Dingen für die älteren Jahrgänge.

Corona und Schule: NRW-Schulministerin will weiter an Präsenzunterricht festhalten

Fakt ist, dass es keine Modelle einer stadt- oder kreisweiten Option des Distanz- und Hybridunterrichts geben werde. Ein solches Modell würde nur schulspezifisch in Betracht kommen.

Im Umkehrschluss müssten sich also erst ausreichend Schüler und Lehrer mit dem Coronavirus infizieren oder in Quarantäne sein, damit eine Schule von Präsenz- auf Distanzunterricht wechseln könnte.

Derbe Kritik an Solingen: Stadt sei in Corona-Pandemie nicht auf Distanzunterricht vorbereitet gewesen

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und Staatssekretär Mathias Richter kritisierten auch noch einmal die Stadt Solingen, die aktuell aus ihrer Sicht als Vorreiter der Unterstützer des Distanzunterrichts gelte. „Die Schulen in der Stadt Solingen waren zu keiner Zeit auf Distanzunterricht vorbereitet. Zahlreiche Schüler hatten keinen Zugang zu digitalen Endgeräten“, so der Staatssekretär.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hält weiterhin an Präsenzunterricht fest.

Dass der Wunsch nach Distanzunterricht nicht einfach einschläft, zeigt eine Aktion aus Herne. Am Freitag (27. November) haben insgesamt 119 Lehrkräfte einen offenen Brief an das NRW-Schulministerium und Ministerin Yvonne Gebauer gesendet.

Corona und Schule: Offener Brief aus Herne an NRW-Schulministerium

„Es muss doch möglich sein, sinnvolle Vorschläge von Schulen, Gewerkschaften, Eltern und Schüler*innen mit ihrem Stab an Mitarbeiter*innen und Ministerkolleg*innen zu besprechen, zu überdenken und zu sinnvollen Lösungen zu kommen. So kann Schule nicht mehr weiterlaufen“, heißt es in dem offenen Brief.

Video: RKI meldet am Montag (30. November) 11.169 Corona-Fälle

Jede Infektion sei zu viel. Warum sei es nicht möglich, dass Schulämter vor Ort oder Bezirksregierungen über Modelle des Unterrichts entscheiden. Zwar sei Präsenzunterricht wichtig, aber nur unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.

Corona und Schule: Schulen in Herne fordern Änderungen in einem offnenen Brief

Die Schulen in Herne fordern, eine flexible Gestaltung von Unterrichtsmodellen, differenziert nach Schulform sowie eine Ausstattung aller Lehrerinnen und Lehrer mit FFP2-Masken. Schon vor einigen Wochen gehörte die Stadt Herne und auch Dortmund zu den Kritikern des NRW-Schulministeriums.

Auf den offenen Brief aus Herne sind NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und Staatssekretär Mathias Richter nicht eingegangen. Allerdings wurde noch ein anderes Thema angesprochen, auf das das Schulministerium Hoffnungen legt. In Zukunft sollen Antigentests zum Einsatz kommen. Genauere Informationen dazu sollen in den kommenden Tagen folgen.