Zweithöchste Inzidenz in NRW

Recklinghausen: Keine Ausgangssperre trotz Corona-Hotspot - macht „keinen Sinn“

Im Kreis Recklinghausen gibt es aktuell eine Corona-Inzidenz von über 200. Trotzdem soll keine Ausgangssperre kommen.

Recklinghausen – Diese Nachricht überrascht, wie RUHR24.de* berichtet. Im Coronavirus*-Hotspot Kreis Recklinghausen wird es trotz hoher Infektionszahlen keine Ausgangssperre geben. Das hat geografische Gründe.

KreisKreis Recklinghausen
LandratBodo Klimpel (CDU)
Corona-Inzidenzwert254,0 (Stand 17. Dezember 2020)

Ausgangssperre im Ruhrgebiet: Hohe Corona-Infektionen machen Kreis Recklinghausen zum Hotspot

„Es ergibt keinen Sinn, dass wir als Kreis Recklinghausen Maßnahmen erfassen, an die sich in den Nachbarstädten nicht gehalten werden muss“, sagt CDU-Landrat Bodo Klimpel. Die Entscheidung über eine Coronavirus-Ausgangssperre hat der Kreis Recklinghausen nicht alleine getroffen (alle News zu Corona in NRW* auf RUHR24.de).

Der Entschluss fiel am Dienstag (15. Dezember) im Kommunalrat beim Regionalverband Ruhr (RVR). Beteiligt an der Entscheidung waren die elf Ruhrgebietsstädte, sowie die vier Landkreise Unna, Wesel, Ennepe-Ruhr und Recklinghausen (alle Infos zu Corona in NRW im Live-Ticker* auf RUHR24.de).

Im Umkehrschluss würde es aus Sicht von Bürgermeistern und Landräten keinen Sinn ergeben, wenn es im Kreis Recklinghausen eine Corona-Ausgangssperre geben würde, man sich aber in Gelsenkirchen oder Herne frei bewegen dürfe.

Ausgangssperre im Ruhrgebiet: Nur ein gemeinsames Vorgehen würde in der Corona-Krise Sinn ergeben

„Auch, wenn NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zunächst sagte, dass sich einzelne Städte oder Kreise in eine Ausgangssperre begeben können, resultierte aus dem Austausch mit den anderen Landräten und Bürgermeistern im Ruhrgebiet, dass nur ein einheitliches Vorgehen Sinn ergeben würde“, sagt Lena Heimers, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen, gegenüber RUHR24.de.

Sehr schnell ist man im Ruhrgebiet, wie hier in Recklinghausen, in anderen Städten. Daher würde nur ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Ausgangssperre Sinn ergeben.

In der Corona-Pandemie liegt der Kreis Recklinghausen aktuell mit einer Inzidenz von 254 auf dem zweiten Platz in NRW. Nur die Stadt Solingen hat aktuell einen höheren Inzidenzwert von 272,5.

Die Städte Gelsenkirchen (240,3), Herne (230,7), Bottrop (230,5), Hamm (224,0), Duisburg (220,8) und Oberhausen (205,4) haben ebenfalls eine Inzidenz von über 200 und wären dementsprechend von einer möglichen Ausgangssperre betroffen.

Hagen (193,4), Dortmund (185,8), Bochum (199,4), Essen (196,0), Mülheim an der Ruhr (192,2), Ennepe-Ruhr-Kreis (188,5), Kreis Wesel (177,2) und Kreis Unna (186,1) gehören ebenfalls zum Regionalverband Ruhr und haben einen Inzidenzwert von unter 200 (Stand Donnerstag, 17. Dezember 2020).

Ausgangssperre im Ruhrgebiet: Landräte und Bürgermeister tauschen sich im RVR regelmäßig aus

„Die Bürgermeister und Landräte haben sich am Dienstag ausgetauscht und sich zunächst darauf geeinigt, auf eine Ausgangssperre zu verzichten. Durch die ganze Coronavirus-Pandemie hat es regelmäßige Treffen gegeben. Das wird auch in Zukunft so sein, um die Situation stets aktuell zu bewerten“, sagt Jens Hapke, Pressesprecher beim Regionalverband Ruhr, gegenüber RUHR24.de

Aufgrund der hohen Corona-Infektionen ist das Thema Ausgangssperren in NRW akut. Die Stadt Solingen und die Kreise Lippe und Düren haben Ausgangssperren wegen hoher Inzidenzwerte eingeführt. Im Ruhrgebiet wird es zunächst nicht dazu kommen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Dennis Liedschulte/RUHR24; Collage: RUHR24

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