Krankenhäuser brauchen Platz

NRW: Pflegeheime wollen Patienten nach Corona-Infektion nicht aufnehmen - Streit spitzt sich zu

Eine Corona-Station in einem Krankenhaus
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Die Situation in den Krankenhäusern spitzt sich wegen Corona immer weiter zu. In Dorsten und Haltern wird sich um genesene Patienten gestritten.

Die Situation ist angespannt: Den Krankenhäusern fehlt Personal und die Pflegeheime in Dorsten und Haltern wollen Corona-Patienten nicht zurücknehmen.

Nordrhein-Westfalen – Die Corona-Fälle in NRW sinken kaum merklich, immer wieder gibt es Schwankungen. Experten befürchten nach den Feiertagen sogar eine dritte Pandemie-Welle. Währenddessen wird sich in Dorsten und Haltern um die Aufnahme genesener Patienten gestritten.

StadtDorsten
Fläche171 km²
Einwohner76.492

Dorsten/Haltern: Klinik und Pflegeeinrichtungen streiten um Corona-Patienten

Im gesamten Klinikverbund KKRN befindet sich derzeit knapp 140 Patienten auf den Krankenhausstationen in Isolation. Allerdings seien das ungewöhnlich viele ältere Patienten, „die gar nicht mehr stationär behandlungsbedürftig sind, die wir aber nicht mehr in Alten- und Pflegeheime verlegen können“, erklärt der medizinische Geschäftsführer Dr. Andreas Weigand gegenüber dem WDR.

Nach der offiziellen Genesung von der Covid-19-Erkrankung fehle allerdings noch ein zweiter negativer Coronatest. Das sei die Bedingung der Senioren-Zentren, ihre Bewohner nach der Behandlung im Krankenhaus wieder aufzunehmen. Das erklärt zumindest der katholische Klinikverbund (alle News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de).

Klinik in Dorsten und Haltern will Corona-Patienten in Pflegeheime geben – diese befürchten Corona-Ausbruch

Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Die Heime wollen weitere Corona-Ausbrüche, was mittlerweile in vielen Städten bereits passiert ist, verhindern. Schließlich müssen die Bewohner fachgerecht versorgt werden. Zeitgleich zählen sie aber auch zur Corona-Risikogruppe, die beschützt werden muss.

Aus diesem Grund möchten die Pflegeheime, dass die Bewohner die Quarantäne im Krankenhaus verbringen. Die Klinikleitung der Kliniken in Dorsten und Haltern weist jedoch gegenüber dem WDR darauf hin, dass auf der Intensivstation nicht nur die Auslastung besonders hoch sei, sondern es auch unter dem Personal Corona-bedingte Ausfälle geben würde. Man habe derzeit weder das benötigte Personal, noch werde die Pflege für die „Patienten“ entsprechend bezahlt.

Video: Ethikrat fordert mehr Mitbestimmung für Pflegeheimbewohner

Erst nach zwei negativen Corona-Tests: Patienten aus Dorsten und Haltern dürfen in Pflegeheime zurück

Nun wolle die Klinik in Abstimmung mit der Bezirksregierung eine Art Sonderstation einrichten. Diese sei dann für Corona-Fälle, die nicht mehr akut seien. Dort können die Bewohner der Pflegeheime ihre Quarantäne-Zeit verbringen, belasten aber nicht weiter die Klinikstationen und würden dann Platz für neue Patienten machen.

Für Menschen in den Pflegeheimen ist die Corona-Situation nicht einfach. Ohne einen zweiten negativen Test, dürfen sie nicht in ihr Zuhause zurückkehren.

Bei einem zweiten negativen Corona-Test würden die Genesenen dann anschließend wieder in ihr Pflegeheim zurückkönnen. Wie die Situation dann mit der Corona-Impfung aussehen wird, ist bisher noch unklar. Schließlich wären Bewohner von Pflegeheimen die ersten, die eine Impfung bekommen würden.

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