Entscheidung gefallen

NRW: Essen wird zur Corona-Modellregion – aber es gibt noch ein Problem

Die Stadt Essen ist eine von 14 Modellkommunen in NRW, in denen die Corona-Regeln teilweise gelockert werden. Doch vorher muss die Ruhrgebiets-Stadt eine große Hürde überwinden.

Essen – Die Bekanntgabe der Corona-Modellregionen in NRW* wurde mit Spannung erwartet. Am Freitagmorgen (9. April) trat NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) vor die Presse und verkündete die Entscheidung. Mit der Stadt Essen hat unter anderem die zweitgrößte Stadt im Ruhrgebiet den Zuschlag erhalten, berichtet RUHR24*.

StadtEssen
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkDüsseldorf
OberbürgermeisterThomas Kufen (CDU)

Corona in NRW: 14 Kommunen erhalten Zuschlag und werden Modellregion – Start in zwei Etappen

Insgesamt hätten sich laut Pinkwart 46 Kommunen aus Nordrhein-Westfalen beworben. Da die Bewerbungen qualitativ sehr hoch gewesen seien, dürfen insgesamt 14 Kreise und Städte das öffentliche Leben zumindest teilweise wieder hochfahren. Ursprünglich waren sechs bis acht Modellregionen vorgesehen.

Die Projekte starten in zwei Gruppen. Der Startschuss für die erste Gruppe bestehend aus der Stadt Ahaus, den Kreisen Coesfeld und Warendorf, der Stadt Münster, der Stadt Mönchengladbach, dem Kreis und der Stadt Paderborn und dem Kreis Soest mit den Städten Soest und Lippstadt fällt am 19. April.

Essen wird zur Corona-Modellregion in NRW: Öffnungen innerhalb der Stadt und im Freizeitbereich

Exakt eine Woche später geht die zweite Gruppe an den Start. Sie umfasst den Kreis Düren, die Städte Essen, Hamm, Köln, Krefeld, Lennestadt und Siegen und den Hochsauerlandkreis mit den Städten Schmallenberg und Winterberg. Ursprünglich sollten die Projekte bereits nach Ostern starten, aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen mit Blick auf die Entwicklung der Covid-19-Pandemie* habe man sich jedoch für eine Verschiebung entschieden.

Die Öffnungen in den Modellregionen würden die bisherigen landesweiten Regelungen in bestimmten Bereichen ergänzen. „Was wir bei Projekten wie in Essen machen, bezieht sich auf ganz konkrete Bereiche innerhalb der Stadt und im Freizeitbereich. Die sind räumlich sehr eng eingeordnet und unterliegen gesonderten Auflagen“, so Pinkwart.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart erklärte am Freitag, welche Kommunen in NRW zur Modellregion werden.

Wo genau in Essen geöffnet wird, ist noch nicht bekannt. Details würden jetzt mit den Kommunen besprochen – auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts. Bestehende Regelungen, wie etwa das zurzeit mögliche Einkaufen mit Termin und negativem Testergebnis in vielen Geschäften in Essen, bleiben bestehen. Das erklärte Pinkwart auf Nachfrage (mehr Corona-News aus NRW* auf RUHR24).

Corona-Modellregion in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz in Essen muss unter 100 liegen

Was bereits fest steht: Die Projekte in den Corona-Modellregionen dürfen nur starten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Kommunen unter dem Wert von 100 liegt. Zudem wird das Projekt abgebrochen, wenn der Inzidenzwert an sieben aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Es sei denn, die Kommune kann schlüssig darlegen, dass die steigenden Zahlen nicht im Zusammenhang mit den Öffnungen stehen.

Für die Stadt Essen ist das gegenwärtig ein Problem. Denn das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen wies die Sieben-Tage-Inzidenz für die Metropole im Ruhrgebiet am Freitagmorgen (9. April) mit 110,5 aus. Im Vergleich zum Vortag stieg die wichtige Kennziffer um 11,5.

Damit Essen als NRW-Modellregion an dem Projekt teilnehmen darf, muss die Sieben-Tage-Inzidenz bis zum Starttermin der zweiten Gruppe am 26. April unter 100 liegen. Ansonsten wird es trotz des Zuschlags durch das Land keine Öffnungen geben. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP, Fabian Strauch/dpa; Collage: RUHR24

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