Pandemie geht weiter

Corona im Ruhrgebiet: Erster Fall der gefährlichen Südafrika-Variante entdeckt

Mutationen des Coronavirus breiten sich in Deutschland immer weiter aus. In Duisburg ist nun ein Ausbruch der Variante aus Südafrika bekannt geworden. Sie gilt als besonders besorgniserregend.

Duisburg/NRW - Im Ruhrgebiet breiten sich Coronavirus-Mutationen weiter aus. Nach der britischen, nun auch die südafrikanische Variante. Die bereitet Experten große Sorgen, denn die Südafrika-Mutation scheint Menschen trotz Impfung oder Vorinfektion anstecken zu können und vor allem für jüngere Menschen gefährlicher zu sein. In Duisburg haben sich nun mehrere Menschen einer Gemeinschaftseinrichtung mit der südafrikanischen Virus-Variante infiziert.

VirusCoronavirus/Sars-Cov-2
Mutationenu.a. Britische Variante B.1.1.7, Südfrikanische Variante B.1.35
SchutzmaßnahmenCorona-Schutzverordnung/Lockdown

Corona-Mutation aus Südafrika: Ausbruch in Duisburg

117 Infektionen mit Corona-Mutationen verzeichnete die Stadt Duisburg bereits am Mittwoch (17. Februar). Wie die WAZ berichtet, wurden am selben Tag in Duisburg jedoch weitere Ansteckungen mit der Variante des Coronavirus aus Südafrika bekannt. Mindestens 20 Menschen haben sich in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Duisburg Neumühl mit der Variante infiziert (mehr News zum Coronavirus in NRW).

Ende letzter Woche seien Mitarbeiter der Einrichtung bei einem Routinetest positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie zeigten zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome. Anschließend sei die südafrikanische Mutante B.1.351 in den Proben nachgewiesen worden. Bis zum 15. Februar war das die Südafrika-Mutante in Duisburg erst sieben mal nachgewiesen worden.

Die zunächst in Südafrika nachgewiesenen Mutante scheint vor allem mehr jüngere Menschen anzustecken. In Südafrika wurde laut der Nachrichtensendung Brisant im Ersten zudem beobachtet, dass die dann auch häufiger unter einem schweren Krankheitsverlauf litten. Wie Radio Duisburg berichtet, habe es in Duisburg bisher keine schweren Verläufe mit der Mutation gegeben (mehr News zum Coronavirus im Live-Ticker).

Coronavirus: Verbreitung der Mutation aus Südafrika und Co. bereiten Sorgen

Bund und Länder verwiesen zuletzt darauf, dass die Mutationen des Coronavirus „mit Besorgnis“ betrachtet würden. Einige Experten mahnen daher bereits an, dass es nun nicht an der Zeit sei, Lockerungen durchzusetzen.

Stattdessen plädieren Virologen wie Alexander Kekulé unter anderem gegenüber dem Deutschlandfunk dafür, aufgrund der Ausbreitung der Mutationen die bestehenden Maßnahmen wie den Lockdown beizubehalten, da diese – wenn sie konsequent umgesetzt würden – auch gegen die gefährlicheren Varianten helfen würden.

Bei den Ansteckungen in den Werkstätten in Duisburg Neumühl handelte es sich bislang um ein sogenanntes Cluster: Die Personen haben sich voraussichtlich alle untereinander angesteckt. Wie die Virusvariante in die Einrichtung hineingetragen wurde, sei allerdings nicht nachvollziehbar, schränkt der Geschäftsführer der Einrichtung gegenüber der WAZ ein. In Duisburg soll es deshalb laut Radio Duisburg vorerst keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben.

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