Corona-Pandemie in NRW

Neue Corona-Mutation: Variante aus Südafrika taucht erstmals im Ruhrgebiet auf

In Bottrop ist deutschlandweit erstmals eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Ob die Mutation das Virus gefährlicher macht, ist noch unklar. Dem Patienten gehe es aber gut.

Bottrop – Die zunächst in Südafrika aufgetauchte neue Variante des Coronavirus ist jetzt erstmals in Deutschland nachgewiesen worden – bei einem Mann aus Bottrop (NRW). Dem Betroffenen gehe es jedoch gut (alle News zum Coronavirus in NRW).

Bottrop: Coronavirus-Variante aus Südafrika erstmals in NRW nachgewiesen

Bereits seit Wochen wird über neue Varianten und Mutationen des Coronavirus berichtet. Wegen einer Mutation in Großbritannien wurde zeitweise der Reiseverkehr eingestellt. Dennoch wurde diese Variation kurz darauf auch in Deutschland und NRW festgestellt. Zeitgleich veränderte sich auch in Südafrika das Virus. Dabei war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Corona-Varianten es auch nach Deutschland schaffen.

Jetzt ist bei einem Patienten in Bottrop offenbar erstmals diese Variante aus Südafrika nachgewiesen worden. Das teilt die Stadt Bottrop am Montag (11. Januar) mit. Der Mann soll vor Weihnachten beruflich in Südafrika unterwegs gewesen sein und sich dort auch angesteckt haben. Laut RKI waren bis zum 7. Januar keine Infektionen mit dieser Virus-Variante in NRW bekannt. Sie dürfte somit die erste in Deutschland sein.

Coronavariante aus Südafrika in Bottrop nachgewiesen: Patient bereits genesen

„Der Patient befand sich, wie die gesamte Familie, in häuslicher Quarantäne. Der Mann ist inzwischen genesen. Auch den Familienmitgliedern geht es gut“, schreibt die Stadt Bottrop in einer Pressemitteilung.

Bei der Einreise am Flughafen Frankfurt Mitte Dezember sei der Corona-Test bei dem Mann zunächst negativ ausgefallen. Als er sich kurz darauf mit typischen Symptomen erneut testen ließ, war der Test positiv. Trotz der Quarantäne steckte der Mann jedoch weitere Mitglieder seiner Familie mit der neuen Variante des Coronavirus an, teilt die Stadt mit. Sie befinden sich nun ebenfalls in Isolation.

Coronavirus: Gesundheitsamt Bottrop geht derzeit von keinen weiteren Infektionen aus

Im Gesundheitsamt der Stadt Bottrop fragte man sich daraufhin, ob es sich um die neue Variante handeln könnte – und ließ die Abstriche der Familie daraufhin vom Labor des Robert Koch-Instituts (RKI) an der Charité in Berlin auf die Mutation des Coronavirus testen. „Die Ergebnisse der Untersuchungen haben diesen Verdacht jetzt bestätigt“, heißt es nun aus Bottrop.

Die gesamte Familie soll am Dienstag (12. Januar) erneut im Gesundheitsamt getestet werden. Sind die Tests negativ, sollen die Quarantäne-Auflagen aufgehoben werden.

Stand jetzt sollen sich in Bottrop keine weiteren Personen mit dem neuen Virus angesteckt haben, sagt Andreas Pläsken, Pressesprecher der Stadt am Nachmittag gegenüber RUHR24. Zudem hätten sich die gesamte Familie vorbildlich verhalten, was Tests und Quarantäne angeht, sagte der Leiter des Krisenstabs.

Corona-Variante aus Südafrika: RKI vermutet höhere Übertragbarkeit

Noch ist unklar, welche Eigenschaften die neue Variante des Coronavirus aus Südafrika genau hat. Laut RKI gibt es keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe bei Infektionen mit dieser neuen Variante oder eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe.

In Südafrika droht wegen der Corona-Pandemie eine Überlastung des Gesundheitssystems.

„Es wird aber vermutet, dass diese Variante eine höhere Übertragbarkeit als die bisher zirkulierenden Virusvarianten aufweisen könnte“, schreibt die Stadt Bottrop. Südafrika wird vom Auswärtigen Amt in Berlin weiter als Risikogebiet eingestuft.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa, NIAID-RML/AP; Collage: RUHR24

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