Arbeiten am Limit

Ruhrgebiet: Arzt auf Intensivstation macht Vorschlag für Corona-Leugner

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Viele Corona-Patienten belegen in NRW und dem Ruhrgebiet die Betten auf den Intensivstationen. (Symbolbild)

Die Corona-Pandemie bringt Mitarbeiter in Krankenhäusern seit Monaten an ihre Grenzen. Für Querdenker bleibt da wenig Verständnis, erklärt ein Arzt aus dem Ruhrgebiet.

Lünen/Dortmund – Die Zahl der Corona-Infizierten in Nordrhein-Westfalen ist weiterhin hoch – und mit ihr sinkt die Zahl der verfügbaren Betten auf den Intensivstationen im Land. Immer wieder kommt es zu schweren Krankheitsverläufen im Zusammenhang mit Covid-19. Nicht nur ältere Patienten sind auf eine stationäre Behandlung in den Kliniken in NRW und dem Ruhrgebiet angewiesen.

StadtLünen
KreisKreis Unna
Fläche59,18 km²
Einwohner88.395

Corona-Pandemie bringt Kliniken in NRW an ihre Grenzen: kein Verständnis für Querdenker

In einem dieser Krankenhäuser arbeitet Thomas Böcker. Er ist stellvertretender Leiter der Intensivstation im St. Marien-Hospital in Lünen in der Nähe von Dortmund. Er und sein Team arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie seit Wochen am Limit, heißt es in einem WDR-Beitrag in der „Aktuellen Stunde“.

Denn das Coronavirus bringt die Kliniken bereits seit dem Frühjahr an ihre Grenzen. Trotzdem gibt es immer noch Querdenker, die krude Theorien verbreiten und behaupten, dass es Corona nicht gebe. Für diese Corona-Leugner hat Thomas Böcker keinerlei Verständnis.

Corona-Leugner – Arzt aus dem Ruhrgebiet macht ungewöhnlichen Vorschlag

Im Gegenteil: Diesen Leuten würde der Arzt aus Lünen gerne mal zeigen, was sich auf den Intensivstationen in Deutschlands Krankenhäusern derzeit abspielt. In dem WDR-Beitrag macht der Mann deshalb einen provokanten Vorschlag: „Wenn man große Massenveranstaltungen sieht von Querdenkern, am liebsten würde ich so ein Plakat schreiben, dass wir Praktikumsplätze suchen für Leute, die immer noch nicht daran glauben, die können gerne bei uns arbeiten.“

Bei ihm komme Unverständnis und ja auch eine gewisse Wut darüber auf, dass viele Corona-Leugner trotz der zugespitzten Corona-Situation so handeln, erklärt der stellvertretende Leiter der Intensivstation im St. Marien-Hospital weiter (mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24.de).

Corona-Situation in NRW weiter angespannt: Städte und Gemeinden ergreifen Maßnahmen

Wie prekär die Lage ist, zeigt auch die Reaktion der Städte und Gemeinden in den vergangenen Tagen und Wochen. Einige Städte in NRW, darunter auch Oberhausen, haben eine Ausgangssperre durchgesetzt. Weitere Städte, wie zum Beispiel Dortmund, haben zu Silvester Verbotszonen für Feuerwerk und Böller eingerichtet.

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange appellierte hierzu an die Bürger: „Bitte bleiben Sie zu Hause. Feiern Sie nicht draußen. Nehmen Sie den Infektionsschutz ernst und helfen Sie sich und anderen, dass das Jahr im Guten anfangen kann.“

Corona-Lage in den Kliniken in NRW bleibt angespannt

Bereits im November hatten sich Ärzte aus Nordrhein-Westfalen für ein flächendeckendes Feuerwerks-Verbot in Deutschland ausgesprochen. In den Niederlanden wurde dies durchgesetzt: Im ganzen Land dürfen Raketen, Böller und Kracher weder gekauft noch gezündet werden.

Das Nachbarland möchte so dafür sorgen, dass weniger Menschen zusammenkommen und vor allem das Gesundheitssystem entlasten. Auch hierzulande sind vor allem die Notaufnahmen der Krankenhäuser zum Jahreswechsel immer voll. So kommt es an Silvester vermehrt zu Verletzungen, die im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern stehen. Ein schwieriger Zustand – sind die Kliniken wegen der Corona-Pandemie sowie schon stark ausgelastet.

Video: DIVI schlägt Alarm – „Es wird wirklich eng“ auf den Intensivstationen

Weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei – mehrere Städte in NRW betroffen

Laut einem Bericht der WAZ waren in Nordrhein-Westfalen zuletzt 5.450 Betten von den insgesamt 6.453 Intensivbetten belegt (Stand 16. Dezember). Acht Städte und Regionen gaben außerdem an, dass weniger als zehn Prozent der verfügbaren Intensivbetten frei seien. Betroffen waren unter anderem der Landkreis Lippe, Köln, Dortmund und der Kreis Heinsberg.

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