Ruhrgebietsstadt solidarisch

Corona-Trick: Herne schafft es, fast keinen Impfstoff wegzuschmeißen

Corona-Karte von NRW und Rathaus in Herne.
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Herne ist seit Wochen ein Corona-Hotspot in NRW. In Sachen Impfung läuft es aber gut.

Knapp 30 Prozent der Menschen in Herne sind bereits geimpft. Doch das reicht der Ruhrgebietsstadt noch nicht. Sie will jetzt einen weiteren Meilenstein erreichen.

Herne – Die Stadt Herne hat am Freitag (30. April) einen Inzidenzwert von 255,7 erreicht – eine der höchsten Inzidenzen in Nordrhein-Westfalen. Doch eine andere Zahl in der Corona-Pandemie lässt die Herner hoffen – jene der Impfungen.

StadtHerne
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner160.727 (Stand: April 2020)
Bevölkerungsdichte3043 Einwohner je km2

Herne: 30 Prozent der Einwohner gegen das Coronavirus geimpft – dank der Impfbrücke?

Bisher (Stand 29. April) sind in der Stadt mit rund 160.000 Einwohnern fast 48.000 Menschen gegen das Coronavirus (erst-)geimpft – das sind 30 Prozent aller Einwohner. Bis Sonntagabend (2. Mai) soll die Marke von 50.000 Impfungen erreicht worden sein, hofft die Stadt. (mehr News zum Coronavirus aus NRW bei RUHR24).

Offenbar effektiv: Im Herner Impfzentrum ist die sogenannte Impfbrücke am Dienstag (27. April) gestartet. Dabei werden Personen aus priorisierten Gruppen ausgewählt und kurzfristig per SMS über einen spontan freigewordenen Impftermin benachrichtigt. Die Impfung würde dann noch am selben Tag erfolgen.

Herne macht Land NRW klar: Ruhrgebietsstadt will 500 weitere tägliche Impfdosen

Die Impfbrücke soll dafür sorgen, dass der gesamte verfügbare Impfstoff verimpft wird, um dessen Verfall zu verhindern. Es müsse sich jedoch weiter an die Impfreihenfolge gehalten werden, versichert die Stadt. Trotz der „Impfbrücke“ appelliert die Stadt an ihre Anwohner, Impftermine wahrzunehmen oder abzusagen (alle News zu Coronavirus in NRW im Live-Ticker bei RUHR24).

Doch das ist der Stadt Herne noch nicht genug. Sie möchte noch weiteren Menschen Corona-Impfdosen verabreichen und appelliert daher an das Land NRW, bis zu 500 weitere Dosen täglich zur Verfügung zu stellen. Denn: Ab Freitag (30. April) können nun auch Herner Einwohner mit folgenden Vorerkrankungen einen Impftermin vereinbaren:

  • Personen mit Trisomie 21 oder einer Contergangschädigung
  • Personen nach Organtransplantationen
  • Personen mit einer Demenz, einer geistigen Behinderung oder schwerer psychiatrischer Erkrankung (beispielsweise mit einer bipolaren Störung, Schizophrenie oder schweren Depressionen)
  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen
  • Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung
  • Personen mit Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen
  • Personen mit Diabetes mellitus mit Komplikationen
  • Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung
  • Personen mit chronischer Nierenerkrankung
  • Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Indez über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit Covid-19 besteht

Land NRW und Herne zeigen sich solidarisch: Kita-Beiträge für Mai und Juni sollen entfallen

Die Impftermine können entweder online unter www.116117.de oder telefonisch unter 0800 116 117 02 gebucht werden. Wichtig zu beachten: Besteht eine der oben genannten Krankheiten, muss der Hausarzt ein ärztliches Attest über diese Krankheit ausstellen. Ohne dieses Attest kann in einem Impfzentrum keine Impfung gegen das Coronavirus durchgeführt werden.

Video: Grund zur Hoffnung? Die dritte Corona-Welle soll schon bald vorbei sein

Der Distanzunterricht in Herne bleibt aufgrund der hohen Inzidenz indes weiterhin bestehen. Unterricht in der Schule kann erst wieder ab einer Inzidenz von unter 165 stattfinden – davon ist Herne noch weit entfernt.

Aufgrund der länger anhaltenden Schließung der Kitas wird das Land NRW für die Monate Mai und Juni die Hälfte der Elternbeiträge für die Kita übernehmen. Die Stadt Herne ist zuversichtlich, dass der Rat der Stadt beschließen wird, dass die andere Hälfte durch die Stadt getragen wird. So müssten die Eltern für Mai und Juni keine Kita-Beiträge bezahlen.

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