Es gibt einen Haken

Corona-Impfung im Ruhrgebiet: Projekt aus Duisburg will Impfstoff per SMS verteilen

Vakzin von BionTech Pfizer
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Der Corona-Impfstoff könnte schon bald per SMS verteilt werden.

Nicht immer wird der vorrätige Corona-Impfstoff auch verabreicht. Ein Projekt aus Duisburg will das übrige Vakzin dennoch verteilen.

Duisburg – Wenn der Corona-Impfstoff von Biontech oder AstraZeneca mit einer Spritze aufgezogen wurde, ist er nur noch wenige Stunden haltbar. Gleichzeitig kommt es in Impfzentren oft dazu, dass Termine nicht wahrgenommen werden. Im Regelfall verfällt die Impfdosis dann einfach. Das könnte sich bald ändern.

VirusCoronavirus
ErkrankungCovid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Übriger Corona-Impfstoff soll durch neue App spontan verimpft werden

Denn das Projekt Impfbrücke aus Duisburg hat eine Lösung entwickelt, mit der Impfwillige das übrige und nur kurz haltbare Vakzin doch noch erhalten könnten. Dahinter stecken Manuel Hüttel und Pirmin Staub, die Gründer und Geschäftsführer des Software-Start-ups LIT labs.

Laut der Homepage der Impfbrücke seien die beiden im Januar 2021 auf die kurze Haltbarkeit des Impfstoffes aufmerksam geworden. Sei etwa Mitte Februar ist nun der Prototyp ihrer entwickelten Software in Duisburg im Einsatz. Aber was macht die Impfbrücke genau?

Impftermin per SMS: Übriger Corona-Impfstoff soll spontan verteilt werden

Konkret werden Impfwillige per SMS darüber benachrichtigt, dass im jeweiligen Impfzentrum noch Vakzin übrig geblieben ist. Die Impfzentren bekommen von der Impfbrücke Zugang zu einer Webseite und geben dort Daten der bereits bekannten Impfwilligen ein. Hierbei sind vor allem die Impfgruppe und die Mobilnummer wichtig.

Wenn Corona-Impfstoff übrig geblieben ist, wählt die Software Kandidaten aus und benachrichtigt diese per SMS. Hierbei wird auch die jeweilige Impfgruppe berücksichtigt. Es drängelt sich also niemand vor, der nach Impfverordnung nicht sowieso an der Reihe wäre. Impf-Vordränglern droht nämlich auch eine hohe Geldstrafe. Wer sich spontan impfen lassen will, kann auf die SMS einfach mit „Ja“ antworten.

„Für jede Impfdosis verschickt das Programm derzeit SMS an drei Personen gleichzeitig“, erklärt Gründer Manuel Hütte im Gespräch mit dem Kölner Stadtanzeiger. „Wer zuerst zusagt, bekommt den Termin. Hat nach 30 Minuten keiner reagiert, werden drei neue Personen kontaktiert.“

Corona-Impfstoff spontan erhalten: Registrierung bislang nicht möglich

Einen Haken gibt es allerdings: Eine Registrierung ist bei der Impfbrücke derzeit noch nicht möglich. Das Impfzentrum sammelt bisher selbst die Kontaktdaten und überprüft die Priorisierung der Impfwilligen nach der gültigen Impfverordnung.

Video: Corona-Impfpass beschlossen: Alles, was ihr jetzt wissen müsst

Das Projekt läuft außerdem noch im Testbetrieb und wird vor allem von Sponsoren finanziert. Wie die Bild berichtet, seien so innerhalb von 10 Tagen 125 Impfdosen verteilt worden. Laut Hüttel gebe es bereits mehrere Interessenten für die Software. Die Impfbrücke könnte also schon bald über Duisburg hinaus zum Einsatz kommen.

In anderen Städten gibt es auch weitere Ideen zur Verteilung des Impfstoffes. So soll man in Dortmund zukünftig via Eventim einen Termin im Impfzentrum vereinbaren können. Das Angebot gilt zunächst für die Personen in der sogenannten Impfgruppe 2.

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