Gladbeck ist Corona-Hotspot

Corona-Ärger im Ruhrgebiet: Politiker schockiert mit Aussage über Migranten

Private Feiern, auch von Migranten veranstaltet, seien schuld an Corona-Zahlen in Gladbeck. Für diese Aussage muss SPD-Politiker Michael Hübner massive Kritik einstecken.

Kreis Recklinghausen – Die Stadt Gladbeck hat heute (14. Januar) eine Coronavirus-Inzidenz von 310,8 und trägt damit den zweifelhaften Titel als Corona-Hotspots im Kreis Recklinghausen im nördlichen Ruhrgebiet. Ein Politiker von dort sorgte jetzt mit einer Aussage für viel Kritik.

VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)
ErkrankungCovid-19
Regelwerk zur Eindämmung der PandemieCoronaschutzverordnung

Coronavirus im Ruhrgebiet: Gladbeck ist absoluter Hotspot im Kreis Recklinghausen

Noch am Montag (11. Januar) lag die Inzidenz bei knapp 400. Am Dienstag (12. Januar) kündigte Bürgermeisterin Bettina Weist (SPD) weitere Corona-Regeln an, die über die aktuelle Coronaschutzverordnung hinaus gehen (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

So wurde, wie im gesamten Kreis Recklinghausen, die sogenannte 15-Kilometer-Regel eingeführt, die auch Auswirkungen auf die Stadt Dortmund hat, und die Maskenpflicht in Gladbeck ausgeweitet. Eine Ausgangssperre ist noch immer Thema. Zudem sollen Ordnungskräfte verstärkt kontrollieren (alle News zu Corona in NRW im Live-Ticker von RUHR24.de).

Heute (14. Januar) sank die Corona-Inzidenz zunächst auf 310,8. Ein Erfolg, der jedoch durch die Aussagen des SPD-Landtagspolitikers Michael Hübner, der aus Gladbeck kommt, getrübt wurde.

Coronavirus im Kreies Recklinghausen: SPD-Politiker Michael Hübner über private Feiern und Migranten

Michael Hübner äußerte sich, wie die WAZ berichtete, kritisch über die 15-Kilometer-Regel und gab einen anderen Vorschlag: „Wir müssen an private Feiern ran. Die dürfen nicht mehr stattfinden.“ Diese Feiern würden von Menschen mit Migrationshintergrund veranstaltet werden und würden die Corona-Infektionszahlen nach oben treiben.

Der Kreis Recklinghausen hat aktuell hohe Infektionszahlen - hier: die Halde Hoheward, die Landmarke im Kreis Recklinghausen (Symbolbild).

Angeblich wisse er das aus Bürgergesprächen in der Stadt. Zudem hat es kurz vor Weihnachten in Gladbeck eine große Party an einer Landstraße gegeben, bei der um die 80 Personen teilgenommen haben. Auch der Seniorenbeirat der Stadt Gladbeck würde Michael Hübner beipflichten. Solche Veranstaltungen, so der SPD-Politiker, sollten in Zukunft verhindert werden, um die Corona-Infektionszahlen zu senken.

Die Frage, die Michael Hübner zusätzlich stellt, geht direkt an die Stadt Gladbeck. Warum würde man die Daten über Infizierte nicht einfach veröffentlichen?

Coronavirus im Kreis Recklinghausen: Stadt Gladbeck will Aussagen des SPD-Politikers so nicht stehen lassen

Sowohl von der Stadt Gladbeck als auch von den Grünen in einer Stellungnahme gab es auf die Aussagen des SPD-Politikers Kritik. Bürgermeistern Bettina Weist äußerte sich in einem offenen Brief, dass diese Aussagen sich in keinster Weise mit den aktuellen Erkenntnissen decken würden.

„Die aktuellen Zahlen belegen, dass sich in der jüngsten Vergangenheit überwiegend Menschen nicht-migrantischer Herkunft mit dem Coronavirus angesteckt haben“, heißt es. Allerdings solle Michael Hübner seine Erkenntnisse Polizei und Ordnungsamt melden.

Coronavirus im Kreis Recklinghausen: Bürgermeisterin von Gladbeck und die Grünen kritisieren Hübner

Die Aussagen des SPD-Politikers würden zu Unrecht eine gesamte Bevölkerungsgruppe stigmatisieren. Die Grünen schreiben in einer Stellungnahme, dass diese Verallgemeinerung gefährlich für viele Mitbürger aus Migrantenfamilien sei. Diese würden ebenfalls unter den Einschränkungen in der Coronavirus-Pandemie leiden.

Die Stadt Gladbeck will mit mehrsprachigen Flyern der Bevölkerung, die der deutschen Sprache nicht mächtig ist, weiter über die sich ständig verändernden Corona-Regeln informieren. Das, so SPD-Politiker Michael Hübner, sei nur begrüßenswert, da man sonst die Menschen verlieren würde.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr zum Thema