Mehrere Fälle bekannt

Britische Corona-Mutation erstmals im Ruhrgebiet entdeckt – Experte macht Hoffnung

Am Uniklinikum Essen wurden mehrere britische Corona-Varianten festgestellt.
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Am Uniklinikum Essen wurden mehrere britische Corona-Varianten festgestellt.

In Deutschland werden immer mehr Fälle von weiteren Corona-Varianten bekannt. Jetzt hat die britische Mutation auch das Ruhrgebiet erreicht.

Essen/Ruhrgebiet – Aktuell sind mehrere Varianten, auch Mutationen genannt, des Coronavirus im Umlauf. Deutschland haben bereits einige Mutanten erreicht. Die erstmals in Großbritannien aufgetauchte wurde jetzt im Ruhrgebiet nachgewiesen.

VirusCoronavirus/Sars-CoV-2
VariantenB.1.1.7 (Großbritannien) und B.1.351 (Südafrika)
ErkrankungCovid-19

Essen/Ruhrgebiet: bereits mehrere Fälle von britischer Corona-Variante nachgewiesen

Um genau zu sein in Essen, wie Prof. Dr. Ulf Dittmer gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung bestätigt. Er ist Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum in Essen und berichtet bereits von mehreren Fällen der britischen Corona-Variante in der Ruhrgebiets-Stadt. Insgesamt seien es laut ihm aber nicht mehr als zehn.

Bei den betroffenen Personen handelt es sich allerdings nicht um Patienten oder Mitarbeiter des Universitätsklinikums. „Wir haben in unserem Labor eingeschickte Proben aus dem Stadtgebiet untersucht“, so Dittmer. Allzu lange zieht die britische Mutation ihre Kreise noch nicht in Essen. Die positiven Corona-Tests seien weniger als elf Tage alt (Stand: Samstag, 30. Januar).

Außerdem seien mindestens zwei Personen, bei denen die britische Corona-Mutation in Essen nachgewiesen wurde, zuvor in England gewesen.

Essen/NRW: Britische Variante von Corona gilt als ansteckender

Die britische Corona-Mutation gilt als ansteckender als die hier bisher bekannte Variante des Virus. Sie ist deswegen auch gefürchteter. Die Verbreitung der Corona-Variante soll deswegen zukünftig vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS NRW) in Zukunft besser erfasst werden.

„Sie verbreitet sich viel effizienter als das bisherige Virus und löst längere Infektionsketten aus“, erklärt Dittmer. In Irland etwa sei der Inzidenzwert wegen der erstmals in Großbritannien nachgewiesenen Variante innerhalb von vier Wochen von 40 auf fast 700 gestiegen.

Prof. Dr. Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

Britische Corona-Variante: bereits mehrere Fälle in NRW nachgewiesen

Allerdings gebe es gerade in Deutschland wegen der aktuellen Corona-Schutzverordnung noch Hoffnung. Der Lockdown wurde zuletzt bis zum 15. Februar verlängert. „Wir profitieren davon, dass die britische Mutation mitten in unserem relativ strengen Lockdown angekommen ist und sich in Deutschland deshalb nicht so schnell verbreiten kann“, sagt Dittmer.

Video: Corona-Update – wie gefährlich sind die neuen Coronavirus-Mutationen?

Die Corona-Fälle in Essen sind zwar die ersten bekannten im Ruhrgebiet, aber nicht in NRW. In Köln, der größten Stadt im Bundesland, wurden laut Experten etwa 150 Fälle der britischen und auch der südafrikanischen Corona-Variante nachgewiesen. Wie die Stadt mitteilt, sind vier Kindertagesstätten (Kita), zwei Krankenhäuser und eine Unterkunft für Geflüchtete betroffen.

Auch im Kreis Viersen breitet sich die südafrikanische Corona-Variante aus. Das Fatale: dort sind vor allem Mitarbeiter und Bewohner eines Behindertenwohnheims betroffen.

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