Kurz vor dem Start der Schule in NRW

Corona-Studie der Uniklinik Bochum: Überraschendes Ergebnis bei Kindern mit schlimmen Symptomen

Laut einer Ärztin der Uniklinik Bochum sind Kinder mit dem Coronavirus weniger infektiös, als Erwachsene.
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Laut einer Ärztin der Uniklinik Bochum sind Kinder mit dem Coronavirus weniger infektiös, als Erwachsene.

Eine Studie der Uniklinik Bochum zeigt überraschende Ergebnisse. Ärzte haben Kinder mit schweren Symptomen auf das Coronavirus getestet. 

  • In NRW und anderen Bundesländern beginnt bald die Schule.
  • Noch ist nicht ganz klar, wie infektiös Kinder in der Corona-Pandemie sind.
  • Eine Studie von Medizinern aus Bochum kommt nun zu einem überraschenden Ergebnis.

Bochum – Bald beginnt in NRW für Millionen Kinder wieder der Unterricht an den Schulen. Doch wie schnell stecken sich Kinder eigentlich mit dem Coronavirus an? Und wie häufig geben sie es weiter? Die Kinderklinik als Teil des Uniklinikums Bochum hat dazu geforscht – mit überraschendem Ergebnis.

Krankheit

Covid-19

Infektion über

SARS-CoV-2

Erstmalige Beschreibung

Ende 2019 in Wuhan (China)

Bochum: Ergebnis einer Studie der Uniklinik zum Coronavirus bei Kindern mit Symptomen überrascht

Für die Studie der Uni-Kinderklinik in Bochum sind 750 Kinder per Abstrich auf das Coronavirus (alle News im Live-Ticker) getestet worden. Sie kamen aus Bochum, Herne, Witten und Sprockhövel. Alle von ihnen hatten teils heftige Symptome, wie etwa:

  • Fieber,
  • anhaltender Husten,
  • Erbrechen,
  • Durchfall

"Wegen dieser Symptome lag bei Eltern und Ärzten der Verdacht auf eine Corona-Infektion nahe", berichtet die Klinik am Montag (3. August).

Doch das Ergebnis überrascht: Nur eines der Kinder wurde positiv auf Covid-19 getestet.

Bochum: Ärzte testet Hunderte Kinder aus dem Ruhrgebiet auf das Coronavirus

Vor der Öffnung der Schulen nach den Ferien sind das vorerst gute Nachrichten. Dennoch mahnen die Mediziner zur Vorsicht: "Diese Ergebnisse sind zunächst beruhigend, können aber kein Grund sein, in der Wachsamkeit nachzulassen", sagt Dr. Folke Brinkmann, Oberärztin der zum Katholischen Klinikum gehörenden Universitätskinderklinik Bochum und Koordinatorin der Studie.

Dr. Folke Brinkmann von der Uni-Klinderklinik in Bochum hat die Studie geleitet.

Bisherige Studienergebnisse legen damit den Schluss nahe, dass Kinder weniger infektiös sind als Erwachsene. Dies gelte nach Angaben der Uniklinik auch für ältere Kinder und Jugendliche. Mit zunehmendem Alter (17 bis 18 Jahre) gleiche sich das an das Niveau der Erwachsenen an.

Bochum: Mediziner empfehlen Hygienemaßnahmen für Schüler und Lehrer gegen Covid-19

Trotz der beruhigenden Ergebnisse sei es für Schlussfolgerungen aber noch zu früh, warnt die Ärztin. Weitere Studien und Testreihen seien nötig. Denn auch wenn die ersten Schulen nun in den Regelbetrieb starten, seien folgende Hygienemaßnahmen weiterhin wichtig:

  • Mundschutz tragen,
  • Hände waschen,
  • Abstand halten auf dem Schulhof,
  • Klassenräume lüften,

Besonders Lehrer und Erzieher sollten einen Mund-Nasen-Schutz tragen, da sie in den Räumen laut sprechen und damit verstärkt Aerosole verteilen, rät die Klinik. Diese Empfehlung gelte auch für Schüler der weiterführenden Schulen. Für Grundschüler könne die Maskenpflicht jedoch überdacht werden, heißt es von den Ärzten.

Coronavirus und Schule in NRW: Ganztag mit Maske für Lehrer "schwer vorstellbar"

Ähnliche Pläne hatte am Montag (3. August) auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vorgestellt. Der Verband Bildung und Erziehung in NRW hatte den Ganztag mit Maske als "schwer vorstellbar" bezeichnet. 

Die strengen Vorgaben des Schulministeriums seien jedoch nachvollziehbar. Im Vordergrund stehe der Gesundheitsschutz der Kinder, Jugendlichen und Beschäftigten, sagte Stefan Behlau, Landesvorsitzender des Verbands.