Corona-Maßnahme

Massive Kritik an „Click and Meet“: Ruhr Park Bochum will Änderung einführen

Ruhr Park in Bochum
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Der Ruhr Park in Bochum bietet „Click and Meet“ - doch zuletzt gab es Kritik am Konzept. Das soll sich jetzt ändern.

Mit „Click and Meet“ versucht der Ruhr Park Bochum, aus dem Corona-Loch zu kommen. Doch zuletzt gab es Kritik. Jetzt hat das Einkaufszentrum eine erste Lösung.

Update, Donnerstag (18. März), 8 Uhr: Bochum - Nun hat der Ruhr Park Bochum gegenüber RUHR24.de sein Vorhaben, auf die Luca-App zu setzen, präzisiert. Bedingung für die Nutzung der App im Einkaufszentrum sei die Anbindung an das Bochumer Gesundheitsamt. Eine solche gäbe es aktuell allerdings noch nicht, so eine Sprecherin. „Daher ist die App noch nicht im Ruhr Park nutzbar.“ Zur Erinnerung: Die App speichert Kundendaten zur Kontaktnachverfolgung im Falle eines Coronaausbruchs.

Derzeit prüfe man eine Anbindung an das Gesundheitsamt. „Wir informieren die Mieter im Ruhr Park aber bereits über die Luca-App und treffen jegliche Vorbereitungen, sodass einer zügigen und umfassenden Nutzung – sobald die Anbindungsfrage geklärt ist – nicht im Wege steht“, so Center-Manager Andreas Ulmer.

Erstmeldung, Mittwoch (17. März), 15 Uhr: Bochum - Nein, Einkaufen wie vor Corona kann man das nicht nennen, was da derzeit im Ruhr Park erlaubt ist. Wer in dem Einkaufszentrum im Osten von Bochum mehreren Geschäften einen Besuch abstatten möchte, muss fast überall separat einen Termin ausmachen. Zumindest in Sachen Bürokratie scheint jetzt aber eine Lösung gefunden worden zu sein.

NameRuhr Park
AdresseAm Einkaufszentrum 1, 44791 Bochum
Center-ManagerAndreas Ulmer

„Click and Meet“ im Ruhr Park Bochum: Corona-App soll Bürokratie in Shops beenden

So wirbt der Bochumer Ruhr Park nun für eine App, die das lästige Datensammeln am Eingang vieler Geschäfte unnötig macht. Sie heißt „Luca App“ und dürfte inzwischen durch die Beteiligung des Fanta-Vier-Sängers „Smudo“ größere Bekanntheit erlangt haben.

Die App erleichtert im Falle eines Corona-Ausbruchs die Kontaktnachverfolgung. Einmal heruntergeladen, müssen Nutzer ihre Kontaktdaten in der App speichern. Am Eingang eines Geschäfts müssen Kunden dann nur noch mit der App einen QR-Code scannen, über den dann die Kontaktdaten erfasst werden. Der lästige Papierkram entfällt. (Hier mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24.de lesen)

„Click and Meet“ im Ruhr Park: Kunden beschweren sich über Corona-Fragebögen an Eingängen von Shops

Ruhr-Park-Kunden hatten sich zuletzt darüber beschwert, dass ihre kurze Shopping-Zeit bereits am Eingang der Geschäfte durch das Ausfüllen der Daten-Fragebögen verknappt werde. Denn: Nicht überall bieten Geschäfte großzügige Shopping-Zeiten an. In manchen Shops ist das Zeitfenster sogar nur 15 Minuten klein – da zählt jede Minute.

In Sachen Datenschutz beruft sich das Einkaufszentrum auf den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit des Landes Baden-Württemberg, der der Luca-App „hohen Datenschutz-Standards“ attestiert.

„Click and Meet“: Einkaufen im Ruhr Park auch ohne Luca-App möglich

Wer die App nicht nutzen möchte oder kein Smartphone besitzt, darf selbstverständlich auch ohne technische Hilfe ins Geschäft. In dem Fall muss dann ein Bogen mit den entsprechenden Daten ausgefüllt werden. Das ist auch der Fall in den Geschäften, in denen der Luca-App-Service nicht verfügbar ist. Denn nicht alle Shops müssen zwingend an dem Service teilnehmen.

Viede: Smudo und Laschet werben für Corona-Warn-App „Luca“

Und was sagen die Kunden? Während einige Datenschutzbedenken äußern, freuen sich andere über den Bürokratieabfall. Und dann gibt es da noch den Hinweis, dass es eine ähnliche App auch aus Bochum gegeben hätte, die der Ruhr Park hätte unterstützen können.

Handelsverband kritisiert „Click and Meet“ und fordert flächendeckende Öffnung

Luca-App hin, lästige Fragebögen auf Papier her – das aktuelle Problem der Einzelhändler im Ruhr Park löst der Bürokratieabbau am Ende nicht. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter rund 1000 Händlern in Deutschland kommt zum Ergebnis, dass Händler, die an „Click and Meet“ teilnehmen, 25 bis 30 Prozent weniger Einnahmen machen im Vergleich zum Vorjahr.

In Geschäften für die tägliche Versorgung ist „Click and Meet“ nicht nötig - wie hier im Ruhr Park bei Ankerkraut, einem Geschäft für Gewürze.

Der Verband fordert deshalb eine flächendeckende Öffnung des Einzelhandels bei Einhaltung strikter Hygiene- und Abstandskonzepte und die Verdopplung der Überbrückungshilfen für März.

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