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Sie sind eines der größten Probleme der Polizei in NRW: Clans mit kriminellen Zielen. 104 von ihnen zählt das NRW-Innenministerium in Nordrhein-Westfalen. Sie sollen in zwei Jahren für eine fünfstellige Zahl an Straftaten verantwortlich gewesen sein.

Mit dem bundesweit ersten Lagebild zur Clan-Kriminalität hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) 104 kriminelle Clans in Nordrhein-Westfalen verortet.

In den Jahren 2016 bis 2018 sollen diese für rund 14.000 Straftaten verantwortlich sein. 6500 Menschen zählten als Verdächtige, sagte Reul am Mittwoch (15. Mai) in Düsseldorf. Unter ihnen seien viele Intensivtäter.

Clans sorgen für Raub, Erpressung und Körperverletzung

„Clan-Kriminalität ist keine Kleinkriminalität“, sagte Reul. Unter den Straftaten seien 26 Tötungsdelikte. Es gehe auch um Raub, Erpressung und Körperverletzung.

Eine Hochburg der Clans liege im Ruhrgebiet – nämlich in Essen. Die meisten Verdächtigen mit Clan-Hintergrund seien Deutsche (36 Prozent), gefolgt von Libanesen (31), Türken (15) und Syrern (13).

„Das muss sich ändern“

Es gebe Clans, die zahlten nur etwa jedes zweite Bußgeld für Verkehrsdelikte. Die Clan-Mitglieder glaubten offenbar, sie müssten nichts und niemanden fürchten, sagte Reul. „Genau das muss sich ändern.“

Mit vielen Razzien in Bochum, Dortmund und Essen verfolgt Innenminister Reul eine „Politik der Nadelstiche“ gegen kriminelle Familienclans.

Nachwuchs aus der Kriminalität holen

Das entwickele sich prächtig, sagte er zuletzt bei einer CDU-Veranstaltung in der Dortmunder Nordstadt: „Ich glaube, dass das eine Wirkung hat.“ Nun hoffe er, den Nachwuchs aus der Kriminalität zu holen.

Immer wieder im Visier der Ermittler: Shisha-Bars. Im ganzen Ruhrgebiet laufen seit dem vergangenen Jahr verstärkt Kontrollen in Shisha-Bars und anderen Szene-Lokalen.

Die Polizei unterstellt den Betreibern der Shisha-Lokale kriminelle Machenschaften. Alles unter dem Deckmantel des Wasserpfeifen-Konsums.