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Der Mann, der in der Silvesternacht eine Amokfahrt durch Bottrop startete, hat am ersten Prozesstag mit einer Aussage überrascht.

  • Amokfahrer will keine fremdenfeindliche Motive gehabt haben.
  • Staatsanwaltschaft spricht aber von fremdenfeindlich motivierter Tat.
  • 14 Personen bei Amokfahrt verletzt.

Nach einer laut Staatsanwaltschaft fremdendfeindlich motivierten Amokfahrt im Ruhrgebiet steht ein psychisch kranker Mann aus Essen seit Freitag (7. Juni) vor Gericht.

+++ Der Prozess gegen den Amokfahrer muss knapp einen Monat nach seinem Beginn noch einmal von vorne beginnen. Grund ist der plötzliche Tod der zuständigen Richterin. +++

In Bottrop gezielt auf Menschen zugefahren

Der 50-jährige Deutsche soll in der vergangenen Silvesternacht in Bottrop und Essen gezielt auf Menschen zugefahren sein, die aus seiner Sicht einen Migrationshintergrund hatten.

Amokfahrer von Bottrop bestreitet fremdenfeindliche Motive. Foto: dpa
Der Amokfahrer von Bottrop bestreitet fremdenfeindliche Motive. Foto: dpa

„Er wollte die Personen offensichtlich bewusst überfahren“, so die Staatsanwaltschaft. 14 Personen waren verletzt worden, eine Frau schwebte in Lebensgefahr.

Der Vorwurf lautet auf Mordversuch. Zum Prozessauftakt hat sich der Autofahrer auf Erinnerungslücken berufen, einen fremdenfeindlichen Hintergrund aber bestritten.

Bei Amokfahrt Ausländer beleidigt

Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR hatten berichtet, der Beschuldigte Andreas N. habe seine Opfer „Kanaken“ und „Schwarzfüße“ genannt. Das seien keine Menschen, habe er nach Informationen des Recherchenetzwerks gesagt.

Im Laufe der Ermittlungen wurde der Tatverdächtige dann in eine Psychiatrie verlegt. Er sei zur Tatzeit in Bottrop mindestens erheblich vermindert schuldfähig gewesen, hieß es von der Staatsanwaltschaft Essen. Auch eine komplette Schuldunfähigkeit sei möglich.

Experten fürchteten nach der Amokfahrt von Bottrop, Attacken solcher Art könnten sich künftig wiederholen. Gewaltforscher sagten, immer mehr Menschen aus der Mitte der Gesellschaft – Leute, die eigentlich keinen Bezug zu rechtsextremen Ideologien hatten – würden sich radikalisieren. mit dpa-Material