Statement des Managers

Ruhr Park in Bochum: Corona-Aktion irritiert Kunden

Der Ruhr Park in Bochum
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Der Ruhr Park in Bochum ist ein Besuchermagnet für viele Shopping-Fans.

Der Ruhr Park in Bochum gehört zu den großen Leidtragenden der Corona-Pandemie. Jetzt sorgt das Einkaufszentrum mit einer Aktion für Irritation.

Bochum – Eines der beliebtesten Einkaufszentren im Ruhrgebiet kämpft gegen die Folgen des Coronavirus: Der Ruhr Park in Bochum fordert derzeit zusammen mit hunderten Einzelhändlern aus ganz Deutschland eine Perspektive für eine Wiedereröffnung. Doch genau das sorgt für Ärger in den sozialen Medien.

NameRuhr Park
AdresseAm Einkaufszentrum 1, 44791 Bochum
Center-ManagerAndreas Ulmer

Ruhr Park Bochum: Einkaufszentrum fordert Corona-Perspektive für Geschäfte

So beteiligt sich das Einkaufszentrum an der A40 derzeit an der Corona-Aktion mit dem Namen „Das Leben gehört ins Zentrum“. Die Initiative fordert die sichere Öffnung der Geschäfte, schnelle und effektive Hilfsgelder und die dauerhafte Förderung von Innenstädten.

Moment mal, der Ruhr Park als Einkaufszentrum auf der grünen Wiese macht sich stark für die Förderung von Innenstädten? Dieser Widerspruch ist längst auch Kommentatoren im Netz aufgefallen.

Corona-Aktion: Ruhr Park Bochum setzt sich plötzlich für die Innenstädte ein – Kritik auf Facebook

„Eine Initiative um die Innenstädte zu fördern? Das ist das Ruhr Park Center ja genau nicht“, schreibt ein Facebook-User unter einem Beitrag des Einkaufszentrums.

Video: Lockdown verlängert: Handel nennt Beschlüsse „eine Katastrophe“

Damit dürfte er die Abwanderung des Einzelhandels von der Bochumer City in die Shopping-Mall meinen. Denn: Schließt in Bochums Innenstadt ein Geschäft, folgt nicht selten der Hinweis an die Kunden: „Sie finden uns ab sofort im Ruhr Park“. Andere Geschäfte geben ihren Zweitstandort in der City auf und konzentrieren sich auf jenen im Ruhr Park.

Vor Corona: Geschäfte wandern von der Bochumer Innenstadt in den Ruhr Park ab

So zum Beispiel in den vergangenen Jahren geschehen mit den Filialen von Sinn-Leffers, Böhmer oder Vorwerk. In der City selbst machen sich stattdessen Gastro-Betriebe, Friseure oder 0815-Geschäfte breit. Große Mode-Ketten sind rar gesät und liebäugeln lieber mit dem aktuell vom Coronavirus gebeutelten Ruhr Park.

Umso erstaunlicher erscheint nun die Teilnahme an der Aktion „Das Leben gehört ins Zentrum“, hinter der die Thalia Bücher GmbH aus Münster steckt und die von Geschäften wie H&M, Saturn oder C&A, Einkaufsmalls oder dem Handelsverband Deutschland unterstützt wird.

Bissige Kommentare: Ruhr Park Bochum muss sich Kritik wegen Corona-Aktion gefallen lassen

Und so muss sich das Center im Netz Fragen wie solche gefallen lassen: „Seid ihr nicht eigentlich schon vor der Pandemie der Grund für das Aussterben der Bochumer Innenstadt gewesen?“ Oder Aussagen wie: „Naja, ihr habt ja alles dafür getan, dass es so weit gekommen ist.“

Der Ruhr Park in Bochum ist Ziel für viele Shopping-Fans aus der Region.

Über Facebook hat sich nun Center-Manager Andreas Ulmer persönlich zu Wort gemeldet. Die Schließung der Geschäfte im monatelangen Lockdown bringe viele Unternehmen in eine „ernste Notlage“. Auf die Kritik seitens einiger Facebook-Nutzer geht er nicht ein.

Gegenüber RUHR24 heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme dann etwas konkreter: „Es geht nicht um Konkurrenz, es geht um das Retten einer ganzen Branche.“ Die wirtschaftliche Lage vieler Händler sei „dramatisch“. Die Ware liege in den Läden, hunderttausende Mitarbeiter befänden sich in Kurzarbeit und viele Unternehmen, die kerngesund waren, kämen jetzt in eine bedrohliche Lage. 

Center-Manager des Ruhr Parks lobt die lebendige Einkaufskultur in Bochum

Zudem folgt über Facebook Lob für „die in Bochum vielerorts lebendige Einkaufskultur“. Dazu gehörten neben Läden und Shopping-Centern auch Gastronomie, Kunst und Kultur (Hier weitere Corona-News aus NRW auf RUHR24.de lesen).

Ulmer fasst zusammen: „Wenn all das in unseren Städten verloren geht, ist das eine Veränderung, die von Dauer sein wird. Eine Wiederbelebung ist dann kaum mehr möglich. Daher bin ich für eine klare Öffnungsperspektive.“

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