Rekord-Strafe in NRW

„Bochums teuerster Parkverstoß!“ Polizei fordert gigantische Summe von Lkw-Fahrer

In Bochum (NRW) muss ein Lkw-Fahrer eine Rekordstrafe zahlen: Die Polizei fordert mehr als 14.000 Euro von ihm. Angefangen hatte alles mit einem Knöllchen.

Bochum – Das ist absoluter Rekord: Die Polizei in Bochum hat einem Lastwagenfahrer ein Knöllchen über mehr als 14.000 Euro ausgestellt. Angefangen hatte alles mit einem Strafzettel wegen Falschparkens.

Stadt:Bochum
Einwohner:370.899 (2020)
Oberbürgermeister: Thomas Eiskirch (SPD)

Bochum: Polizei fordert Rekord-Summe von Lkw-Fahrer - 14.000 Euro nach Parkvergehen

„Das hatten wir so in Bochum auch noch nicht!“, schreibt die Polizei in der entsprechenden Pressemeldung vom Donnerstag (21. Januar). Seit drei Monaten kontrollieren die Beamten am Opelring in Altenbochum die dort abgestellten Lastwagen (alle News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen: „Geh- und Radwege, aber auch Hauseinfahrten, werden regelmäßig zugeparkt, Einmündungsbereiche sind teilweise nur sehr schlecht für die Fahrzeugführer einsehbar.“

Mehr als 200 Verstöße haben die Beamten dort bislang festgestellt. Dieser Fall machte aber auch die erfahrenen Polizisten sprachlos.

Bochum: Polizei kontrolliert Lastwagenfahrer aus Nürnberg wegen Parkvergehen

Am Dienstag (19. Januar) kontrollierten sie gegen 8 Uhr einen Lastwagenfahrer aus dem Raum Nürnberg. Der 57-Jährige hatte mit seinem Gespann demnach einen Radweg zugeparkt. So richtig einverstanden war er mit der Kontrolle allerdings nicht, schreibt die Polizei Bochum, und teilte den Beamten das auch lautstark mit.

„Umgehend kleinlauter wurde der Trucker allerdings, als er merkte, dass bei der Überprüfung auch das digitale Kontrollgerät (Fahrtenschreiber) seines Lkws ausgelesen und ausgewertet wurde“, berichten die Beamten von der ungewöhnlichen Kontrolle.

Polizei Bochum: Teurer Strafzettel - Ruhezeiten und Tempolimit nicht eingehalten

Das Problem: Der Fahrtenschreiber zeichnet über 28 Tage auf, wie weit ein Lastwagenfahrer gefahren ist und ob er dabei seine Ruhezeiten eingehalten hat. Auch die Geschwindigkeit misst und speichert so ein Gerät.

Dabei stellte die Polizei Bochum nicht nur „etliche Geschwindigkeitsüberschreitungen“ fest. „Schwerwiegender war jedoch, dass der Fahrer nahezu täglich deutlich gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten verstoßen hat.“

Polizei Bochum: Strafzettel über mehr als 14.000 Euro für Lkw-Fahrer

Alles zusammengerechnet warf das digitale Auslesegerät der Beamten dann auch die zu zahlende Strafe für die gesammelten Verstöße aus: 14.200 Euro. „Nicht zu vergessen: zusätzlich 20 EUR für den eigentlichen Parkverstoß!“, schreiben die Beamten. Macht insgesamt 14.220 Euro. Das machte dann auch die Polizisten sprachlos.

Rekord-Knöllchen: Die Polizei Bochum hat einen Strafzettel über mehr als 14.000 Euro ausgestellt.

Statt eines Parktickets erwarten den Fahrer und die Spedition nun jeweils eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.

Der teuerste Strafzettel ist das übrigens noch lange nicht: Ein Unternehmer aus Finnland musste stolze 95.000 Euro zahlen*, weil er zu schnell gefahren war. In Finnland wird die Strafe nicht am Vergehen, sondern am Monatseinkommen gemessen. Und das schien ganz ordentlich gewesen zu sein. *HNA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Polizei Bochum