Fünf Millionen Dosen und Flaschen

Irrer Betrug mit Flaschenpfand im Ruhrgebiet - Männer machen 1,2 Millionen Euro Gewinn

Justizzentrum Bochum
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In Bochum steht ein Mann vor Gericht, dem ein Millionen-Betrug mit Pfandflaschen angelastet wird.

Mehrere Männer aus Bochum sollen sich mit Pfandflaschen eine goldene Nase verdient. Es handelte sich dabei aber um Betrug. Jetzt steht ein Mann vor Gericht.

Bochum - Millionär werden nur durch Sammeln von Pfandflaschen: Was nach einem Traum klingt, haben mehrere Männer in Bochum geschafft. Allerdings auf illegale Art und Weise. Der Betrug flog auf. Jetzt steht ein mutmaßlicher Mittäter vor Gericht.

BetrugsopferDPG Deutsche Pfandsystem GmbH
SitzBerlin
Ort des BetrugsBochum

1,2 Millionen Euro mit Pfandflaschen erbeutet - Betrug in Bochum fliegt auf

In dem Fall, der sich bereits zwischen Juli 2013 und Februar 2014 ereignet hatte, waren zunächst die Leiter einer Getränke- und Tabak-Firma im Bochumer Nordosten in den Fokus der Polizei geraten.

Sie sollen Rücknahmeautomaten für Einweg-Pfandflaschen manipuliert, wie die Bochumer Staatsanwaltschaft mitteilt. Im Namen der Gesellschaft sollen sie danach falsche Pfandrechnungen bei der DPG Deutsche Pfandsystem GmbH in Berlin eingereicht haben.

Betrug mit Pfand: Männer sollen Maschinen in Bochum manipuliert haben

Der Trick, mit dem die Männer unrechtmäßig an viel Geld gekommen sein sollen, ist denkbar einfach - aber aufwändig. So seien die Pfandautomaten laut Anklage so manipuliert worden, dass die Pfandflaschen - nachdem sie gescannt wurden - nicht zerstört wurden. Einen ähnlichen Fall hatte es auch schon in Köln gegeben.

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Dadurch konnten sie unbeschadet wieder entnommen und wieder neu in den Pfandautomaten eingeführt werden. Eine echte Goldgrube entstand dadurch. Die Angeklagten sollen laut Staatsanwalt rund 5 Millionen Dosen oder Flaschen gescannt haben.

Um das Geld schneller zu vermehren, sollen die drei Männer gleich zwei Pfandautomaten manipuliert haben. So seien sie auf illegale Art zu insgesamt 1,2 Millionen Euro an Pfandrückerstattung gekommen.

Mutmaßlicher Mittäter steht nach Pfand-Betrug in Bochum vor Gericht

Unterstützung sollen die drei Männer Bochumer Geschäftsleute von einem weiteren Mitangeklagten erhalten haben. Dieser steht nun vor Gericht und muss sich für seine mutmaßliche Mittäterschaft verantworten, weil er nicht bereit ist, eine Geldstrafe zu akzeptieren.

Gegen die drei zunächst Angeklagten wurde das Verfahren bereits im April 2020 eingestellt, nachdem Geldbußen zwischen 500 und 1000 Euro bezahlt wurden. Es konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, inwiefern sie am Betrug beteiligt waren.