Chancen für Olympia in NRW sinken

Olympia an Rhein und Ruhr: Bochum will trotz IOC-Klatsche nicht aufgeben

Herber Rückschlag für die Rhein-Ruhr-Region: Das Internationale Olympischen Komitee empfiehlt Queensland/Australien als Austragungsort. Doch noch malt sich NRW Chancen aus.

Bochum/NRW - Am Mittwoch (24. Februar) musste die Rhein-Ruhr-Region eine herbe Schlappe einstecken. Bei der Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2032 hat nun ein Konkurrent die Nase vorn: Der Bundesstaat Brisbane in Australien mit der Hauptstadt Brisbane wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als bevorzugten Kandidaten vorgeschlagen. In Bochum entfachte die Empfehlung neuen Siegeswillen.

VeranstaltungOlympische Sommerspiele
nächstes Datum23. Juli 2021 – 8. Aug. 2021 (turnusgemäß 2020, wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben)
Turnusalle vier Jahre

Olympia 2032 an Rhein und Ruhr: Bochum hält an Bewerbung fest

Die Entscheidung des IOC, mit Brisbane die Verhandlungen für die Olympischen Spiele aufzunehmen, kam zumindest für die Bochumer überraschend. Doch in der Ruhrgebietsstadt ist man nach wie vor von den Chancen der Region überzeugt: Die Rhein-Ruhr-Region hätte ebenfalls eine gute Bewerbung auf den Weg gebracht. Nach Ansicht der Stadt Bochum gelte es nun, der Bewerbung Nachdruck zu verleihen und ein „deutliches Zeichen für Olympia zu setzen“.

Für den Bochumer Oberbürgermeister Thomas Eiskirch liegen die Vorteile der Region klar auf der Hand: Viele Stadien und Sportstätten, Infrastruktur und Hotelkapazitäten seien zum großen Teil bereits vorhanden und nicht zuletzt sei die Sportbegeisterung der Menschen in Bochum und in der gesamten Rhein-Ruhr-Region „riesengroß“ (mehr News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Aus der Überzeugung heraus, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele in die Region in NRW gehören, ruft Eiskirch die Bürger nun dazu auf, die Idee weiter zu unterstützen und ihre Stimme für Olympia in der Rhein-Ruhr-Region in einer für dieses Jahr geplanten Bürgerbefragung abzugeben – auch wenn die Rhein-Ruhr-Region gegenüber Brisbane aktuell eher chancenlos wirkt (mehr News aus NRW auf RUHR24.de).

Olympische Spiele 2032 in der Rhein-Ruhr-Region: Bochum will weiter kämpfen

Doch selbst wenn die Spiele 2032 nicht nach NRW kommen sollten, bleibt noch eine weitere Chance: die Kandidatur für die Olympischen Spiele vier Jahre später. Auch der IOC-Direktor Christophe Dubi begrüßt laut einem Interview mit der Funke Mediengruppe die Bewerbung Deutschlands um die Olympische Spiele 2036. Und auch der Präsident Thomas Bach des IOC betonte laut WDR, dass die Empfehlung für Brisbane keine Entscheidung gegen irgendjemanden, sondern für die Australier gewesen sei.

Armin Laschet und Initiator Michael Mronz wollten in der Merkur Spiel-Arena offensiv für die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für Olympia werben - doch die Entscheidung des IOC für Australien kam ihnen dazwischen.

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Bochum gibt sich nach der Entscheidung enttäuscht – erkennt aber auch, dass sich die deutschen Akteure diesen Rückschlag auch selbst zuschreiben lassen müssten. Nun müsse man unbedingt „einen Gang höher schalten“.

Rhein-Ruhr-Region will weiter für die Olympischen Spiele 2032 arbeiten

„Seit Jahren diskutieren wir über eine mögliche Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für die Olympischen Spiele 2032“, so der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion Bochum, Felix Haltt. Doch während Brisbane starke Unterstützung des australischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) erfuhr, hielt sich der Deutsche Olympische Sportbund offenbar eher zurück.

Dabei könnte die Ausrichtung der Olympischen Spiele große Investitionen für die Region bringen, von denen auch die Bürger an Rhein und Ruhr profitieren sollen. Vor allem für die Verkehrsinfrastruktur und Sportstätten könnten sich Investitionen langfristig auszahlen.

Und so fordert der Politiker ein „schlüssiges und überzeugendes Konzept“ für Olympia an Rhein und Ruhr fortzuentwickeln, mit dem selbstbewussten Ziel „andere und bessere Spiele“ in der Rhein-Ruhr-Region abzuhalten, bei denen wieder „Sport und Fairness im Vordergrund stehen und nicht allein Spektakel und Doping-Skandale“.

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