Bedürftige nicht allein lassen

Kälte und Corona: Wie Bochum Obdachlosen jetzt schnell helfen will

Vor allem für Obdachlose drohen die Winter immer wieder zu einer gefährlichen Kälte-Falle zu werden. Erst recht unter Corona-Bedingungen. In Bochum will man dagegensteuern.

Bochum - Wenn die Temperaturen sinken, steigt die Not jener, die auf der Straße leben. Für Obdachlose kann die klirrende Kälte im Winter zu einer echten Gefahr werden. Ein jetzt vorgestelltes Kältekonzept aus Bochum soll dem entgegenwirken und schnelle und unkomplizierte Hilfe für Wohnungs- und Obdachlose bieten.

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Obdachlose in Bochum können auf schnelle und unkomplizierte Hilfe im Corona-Winter hoffen

Der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Bochum hat ein neues Kältekonzept vorgestellt. Es soll Obdachlosen im Winter mit schnellen und einfachen Hilfen unterstützen. Auch die besondere Lage durch die Corona-Pandemie findet in dem Konzept Beachtung. Denn die Krise macht es für Obdachlose schwieriger, Hilfe zu bekommen (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW auf RUHR24.de).

Mithilfe von Corona-Schnelltests sollen in den Notschlafstellen mehr Schlafplätze zur Verfügung gestellt werden können, informiert die Partei „Die Grünen“ aus Bochum in einer Presseerklärung zu dem Konzept. Zusätzlich sollen an der ehemaligen Graf-von-der-Recke-Schule zwölf weitere Schlafplätze geschaffen werden, in denen Obdachlose in kalten Winternächten gemeinsam mit ihren Hunden Zuflucht suchen können.

Bochum: Obdachlose sollen in Kältephasen trotz Corona genügend Notschlafplätze finden können

Nach Angaben der „Grünen“ will auch die Bogestra wieder einen Bahnhof öffnen, in denen Obdachlose in Kältephasen nachts unterkommen können. Dieses Hilfsangebot machte das Bochumer Verkehrsunternehmen bereits im vergangenen Winter.

„Die Winter können in Bochum erfahrungsgemäß durch schnelle Kältephasen mit bis zu minus 10 Grad unerwartet kalt werden“, erklärt Ausschussvorsitzende Ayse Balyemez die Notwendigkeit des Kältekonzepts. Obdach- und Wohnungslose bräuchten in diesen Kältephasen schnelle, niederschwellige und unkomplizierte Hilfe.

Bochum: Corona-Pandemie verschärft schwierige Winterzeit für Obdachlose

In diesem Jahr würde die für Obdachlose problematische Winterzeit durch die Corona-Pandemie zudem noch verschärft. Das Kältekonzept solle laut der „Grünen“ jedoch sicherstellen, dass Obdachlose in Bochum auch in der Pandemie nicht alleingelassen werden. Alle Hilfsangebote würden nicht nur beibehalten, sondern sogar verstärkt.

Obdachlose finden in der Corona-Pandemie trotz Winterkälte kaum Zufluchtsorte.

Als niederschwellige Angebote will Bochum Obdachlosen Decken, Hygieneartikel und Schlafsäcke zur Verfügung stellen. Die angebotenen Schlafsäcke, die durch das Förderprojekt des Landes für Obdach- und Wohnungslose bereitgestellt werden können, sollen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad aushalten können.

Sonja Lohf, sozialpolitische Sprecherin der Stadt Bochum appelliert dennoch an alle, Mitmenschen nicht aus den Augen zu verlieren: „Insbesondere während des Winters sollten sie auf ihre Mitmenschen achten und wenn sie den Eindruck haben, dass sich Menschen durch den Aufenthalt in der Kälte selbstgefährden, sollte man helfen.“

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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