Besucher-Magnet

Bochum plant spektakuläre Attraktion: City soll Mega-Videowürfel bekommen

Ein riesiger Videowürfel soll laut den Plänen der Politik in Bochum entstehen.
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Ein riesiger Videowürfel soll laut den Plänen der Politik in Bochum entstehen.

Bochum soll nach den Plänen aus der Politik eine Attraktion in der Innenstadt bekommen. Das Vorhaben ist spektakulär, aber ist es auch realistisch?

Bochum - An Attraktionen weist Bochum aktuell, na ja, nicht ganz so viel auf. Klar, da wäre das ewig genannte Bergbaumuseum oder allenfalls das Musical „Starlight Express“. Aber einen echten Besuchermagneten? Der muss in Bochum noch erfunden werden. Aus der Politik kommt dafür jetzt ein Vorschlag, der es in sich hat: Ein riesiger Videowürfel mitten in der City, der spektakuläre Bilder liefern soll.

StadtBochum
OberbürgermeisterThomas Eiskirch (SPD)
Einwohner365.000 (2019)

Bochum: Spektakulärer Videowürfel könnte Attraktion in der City werden

Die spektakuläre Idee kommt, wie so oft, von den eher unkonventionell denkenden „Stadtgestaltern“. Die Wählergruppe präsentiert in regelmäßigen Abständen ungewöhnliche Vorschläge für Bochum - etwa Fahrradhighways oder Seilbahnen durch die Stadt.

Jetzt also soll ein riesiger Videowürfel her. Er soll laut den Plänen der „Stadtgestalter“ an der Stelle eines alten Gebäudes am Dr.-Ruer-Platz entstehen. Also dort, wo sonst auch der Bochumer Weihnachtsmarkt stattfindet. Die Ausmaße sind enorm: 6 mal 20 Meter soll die Videoinstallation groß sein.

Als Vorbild dient eine ähnliche Installation im südkoreanischen Seoul. Laut „Stadtgestaltern“ könnte das Projekt deutschland- oder sogar europaweit einzigartig sein.

Mit dem Videowürfel will die Wählergruppe nicht denkbar erscheinende Illusionen real erlebbar machen – die Rede ist von „immersiver Kunst“. So könnten künftig riesige Wellen zu sehen sein oder ein gigantischer, dreidimensionaler Wal. Menschen tauchen regelrecht in das Kunstwerk ein.

Videowürfel in der City von Bochum: Auftritt von Schauspielhaus denkbar

Denkbar sei aber auch, das Ensemble des Schauspielhauses oder die Bochumer Symphoniker in der Box virtuell auftreten zu lassen, so die „Stadtgestalter“.

Der Plan dahinter: Der Würfel würde im Idealfall nicht nur die City von Bochum optisch aufwerten, sondern auch Besucher anlocken. Diese wiederum würden dann den Einzelhandel, sowie die Cafés, Bars und Restaurants bevölkern. Soweit zumindest der Plan.

Bochum: Videowürfel soll durch Steuergelder, Werbung und Händler finanziert werden

Und wer zahlt am Ende die Zeche? Laut „Stadtgestalter“ würden die Kosten auf drei Schultern lasten: der öffentlichen Hand, Werbung sowie Händlern der City, die wiederum durch mehr Besucher vom Würfel profitieren könnten.

Wie realistisch ist das Ganze? Zumindest was das Thema „Immersive Kunst“ betrifft, ist die Stadt Bochum längst in der Spur. Sie ist Teil der sogenannten „Bochum Strategie“, die die Stadt bis 2030 lebens- und liebenswerter machen soll.

Planetarium Bochum soll Zentrum „immersiver Kunst“ werden

„Epizentrum“ dieser Kunstform soll künftig das Planetarium Bochum werden. Diesen will die Stadt zu einem einzigartigen Ort für immersive Medieninhalte werden lassen, die sonst nur mit einer VR-Brille erfahrbar sind. Auch ein Festival für „immersive Kunst“ gibt es in Bochum bereits.

Ob es mit dem Videowürfel also doch was wird? In der Angelegenheit dürfte zumindest die Bochumer Sparkasse ein Wörtchen mitreden. Denn genau die baut derzeit an besagter Stelle am Dr.-Ruer-Platz ein neues Gebäudeensemble. In den Plänen ist die Rede von einer Gaststätte im Erdgeschoss und „flexiblen Nutzungsmöglichkeiten für die Etagen“ – nicht aber von einer Videoinstallation.