Gefährlicher Feuerwehreinsatz

Bochum: Hochgiftiges Zyankali in Wohngruppe für psychisch Kranke gefunden

Einsatzkräfte der Feuerwehr Bochum in Schutzausrüstung
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Nach dem Fund von Zyankali in einer Wohngruppe für psychisch Kranke in Bochum durchsuchten Einsatzkräfte ein altes Industriegelände.

In Bochum fand die Feuerwehr in einer Wohngruppe für psychisch Kranke eine hochgiftige Substanz. Wie sich herausstellte, handelte es sich um Zyankali.

Bochum - Über den Notruf wurde die Bochumer Feuerwehr am Donnerstag (26. November) zu einem Wohnheim für psychisch kranke Jugendliche und Erwachsene an der Wittener Straße gerufen. Der Hausmeister hatte ein Behältnis mit einer gefährlichen Substanz sichergestellt. Wie giftig die Substanz war, stellte sich kurz darauf heraus: Es handelte sich um Zyankali.

StoffKaliumcyanid/Zyankali
Aussehen/Geruchfarblose Kristalle mit Geruch nach Bittermandeln
Wirkungsehr giftig beim Einatmen, Verschlucken oder bei Berührung mit der Haut

Bochum: Feuerwehr findet hochgiftiges Zyankali in Wohngruppe für psychisch Kranke

Ursprünglich hatte ein anderer Bewohner des Heims vermutet, dass seine Mitbewohner heimlich Feuerwerkskörper in der Wohngruppe in Bochum verwahrten. Erst durch diese Meldung und die anschließende Durchsuchung kam heraus, dass es sich eigentlich um Zyankali handelte.

In gelben Ganzkörperschutzanzügen nahmen die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bochum das Behältnis, welches der Hausmeister bereits in Gummihandschuhen und einer Plastiktüte sichergestellt hatte, entgegen. Zuletzt stellten die Gefahrgut-Spezialisten der Feuerwehr ein Paket mit ätzendem Inhalt sicher.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, gab der Bewohner, in dessen Schrank das Zyankali gefunden wurde an, den Behälter gefunden zu haben. Laut WDR sollen sich 100 Milliliter des hochgiftigen Stoffes in dem Behälter befunden haben.

Bochum: Nach Zyankali-Fund muss Labor auf altem Instriegelände durchsucht werden

Der Fundort des Zyankali, ein leer stehende Gebäude auf einem Industriegelände in Bochum, wurde daraufhin am Freitag (27. November) ebenfalls von Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr durchsucht. Auf dem Gelände eines ehemaligen Heizkraftwerkes an der Wohlfahrtstraße wurden in einem alten Laborbereich dann auch diverse undefinierbare Pulver und Flüssigkeiten gefunden.

Auch bei ihnen stand zunächst der Verdacht nahe, dass es sich ebenfalls um gefährliche Chemikalien handeln könnte. 56 Einsatzkräfte waren für die Durchsuchung vor Ort, 20 davon gehören zur „Analytische Task Force“ (ATF) der Feuerwehren Dortmund und Köln. 

Eine Analyse der Proben ergab aber später, dass es sich bei den meisten aufgefundenen Stoffen um ungefährliche Chemikalien handelte. Allerdings entdeckten die Einsatzkräfte, dass in dem alten Gebäude mehrere Milliliter Quecksilber ausgelaufen waren. Dieses soll nun durch eine Spezialfirma entsorgt werden.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes war die Rede von einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung. Das stellte sich als falsch heraus, es handelt sich um eine Wohngruppe für Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.