Notruf dreimal gewählt

Familienvater aus Bochum tot: Rettungsdienst gibt fatale Verwechslung zu

Notruf in Bochum: Doch die Retter steuerten die falsche Adresse an.
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Notruf in Bochum: Doch die Retter steuerten die falsche Adresse an.

Was für eine fatale Geschichte aus Bochum. Ein 61-jähriger Mann starb an seinem Geburtstag. Der Rettungsdienst erschien erst nach dem dritten Anruf.

  • Der 61-jährige Mann aus Bochum war schwer krank.
  • Sein Sohn musste dreimal den Notruf wählen, bis die Retter endlich da waren.
  • Sein Vater verstarb später im Krankenhaus.

Bochum - Es ist der Alptraum eines jeden, der in Not geraten ist: Jemand wählt den Notruf, doch die dringend benötigte Hilfe bleibt aus - der Rettungsdienst kommt einfach nicht. In Bochum ist genau das einem 61-Jährigen und seinem Sohn so passiert (mehr Nachrichten aus Bochum auf RUHR24.de). Denn der Rettungsdienst unterlag einem fatalen Missverständnis.

Stadt

Bochum

Rettungswagen

Sechs Rettungswagen an sieben Standorten

Alarmierte Rettungswache

Feuer- und Rettungswache 1 - Wattenscheid/Grünstraße

Bochum: Trotz Notruf muss Sohn lange auf Rettungsdienst warten

Wenige Stunden vor seinem Tod soll der schwerkranke Mann nach einem Bericht der Bild (Bezahlinhalt) noch mit seinen Enkelkindern ausgelassen gefeiert haben - es war der 18. Juli, sein 61. Geburtstag. Doch dann nahm der Tag eine dramatische Wendung. Gegen 21.20 Uhr kippte der Bochumer plötzlich um. Sein Sohn Marcel Knapp (35), der bei ihm war, rief umgehend den Rettungswagen.

Doch obwohl der Notruf zur Zentrale durchging, warteten Vater und Sohn in Bochum zunächst vergeblich auf den Rettungswagen. Also wählte der 35-Jährige erneut den Notruf, wie er gegenüber der Bild die Situation schildert. In der Leitstelle hieß es da, der Rettungswagen sei unterwegs. In der Zwischenzeit startet Marcel Knapp mit Wiederbelebungsmaßnahmen, versucht so das Leben seines Vaters zu retten.

Bochum: Sohn wählt dreimal den Notruf bis Rettungsdienst eintrifft

Doch auch nach dem zweiten Anruf wartet der Bochumer vergeblich auf Hilfe. Also wählt er ein drittes Mal den Notruf. Dann, nach einer gefühlten endlosen Wartezeit, traf endlich der Rettungsdienst in der Velsstraße in Bochum ein und Bernd-Uwe Knapp wurde ins Bergmannsheil gebracht. Trotzdem verstirbt der 61-Jährige kurz darauf in dem Krankenhaus.

Der Rettungsdienst brachte den Mann noch ins Bergmannsheil Bochum, doch dort verstarb er.

Später wird klar: Der Rettungswagen hatte sich tatsächlich direkt nach dem ersten Anruf auf den Weg gemacht, um schnell zur Stelle zu sein und das Leben des Mannes, wie auch das dieser Frau aus Bochum, zu retten. Doch anstatt die Velsstraße in Altenbochum anzusteuern, fuhren die Retter fälschlicherweise in die Feldstraße in Wattenscheid. Beide Adressen liegen rund acht Kilometer voneinander entfernt.

Bochum: Missverständnis beim Absetzen des Notrufs

Grund war ein fatales Missverständnis. Zu ähnlich klingen die beiden Straßennamen, sodass die Retter zu falschen Adresse losgeschickt wurden. Eine Sprecherin der Feuerwehr und Rettungsdienste in Bochum bestätigt den Vorfall: "Es hat tatsächlich diese Verwechslung gegeben." 

Doch mit dem Tod des 61-Jährigen habe der Vorfall - so tragisch er ist - nichts zu tun. "Unabhängig von der Verwechslung wäre der Mann gestorben", erklärt die Sprecherin. Das hätten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft inzwischen ergeben. Direkt nach dem Tod des Bochumers war eine Obduktion in Auftrag gegeben worden.

Rettungsdienst Bochum rät: Namen Buchstabieren

Dennoch: Für Marcel Knapp war das Warten auf den Rettungsdienst einer quälend lange Zeit. Daher appelliert er jetzt an alle: Straßennamen am besten immer Buchstabieren, damit es nicht zu einer Verwechslung kommen kann. Und auch vonseiten der Feuerwehr rät man: Die Örtlichkeit mit Straßenname und Stadtteil deutlich nennen, Namen immer buchstabieren.

Bernd-Uwe Knapp wurde am 31. Juli 2020 beerdigt.

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