Komfortables Radfahren 

Bochum macht Radfahrern ein Geschenk: kurios, wo es herkommt

Kopenhagen macht es vor, Bochum zieht nach: In der Ruhrgebietsstadt soll Radfahren einfacher und schneller gehen. Wird die Stadt zur Fahrradstadt?

Bochum - Im Rennen darum, wer die nächste Fahrradstadt Europas wird, macht Bochum einen kleine, aber feinen Schritt weiter nach vorn. Denn Fahrradfahren soll in der Stadt im Ruhrgebiet jetzt nicht nur schneller und sicherer werden, sondern auch komfortabler. Herrschen in Bochum bald Kopenhagener oder Münsteraner Verhältnisse?

Stadt

Bochum

Einwohner

371.039

Fahrradboxen

185 an 14 Standorten

Bochum: Sicherer und komfortabler Radfahren durch neuartige Haltebügel

Leider ist die Stadt davon noch ein ganzes Stück entfernt. Doch an zwei Ampeln, an denen Radfahrer in Bochum häufig bei Rot halten müssen, können Zweiradfahrer nun austesten, wie es sich anfühlen würde, in einer richtigen Fahrradstadt mit dem Rad unterwegs zu sein. Zieht die Stadt damit an ihrer Nachbarstadt Dortmund vorbei, die Fahrradfahrern ebenfalls stets verspricht, sich künftig zu einer Fahrradstadt entwickeln zu wollen?

Denn an den Ampeln an der Wittener Straße am Zentralen Busbahnhof vor dem Hauptbahnhof (Fahrtrichtung Innenstadt) und an der Herner Straße am Bergbaumuseum (Fahrtrichtung Herne) befinden sich nun zwei Haltegriffe, an denen sich Fahrradfahrer entweder mit dem rechten Fuß abstützen, oder mit der Hand festhalten können. Welche Variante Radfahrer auch wählen: Umständlich vom Rad auf oder absteigen müssen sie sich beim Halt an diesen beiden roten Ampeln nicht mehr.

Bochum: Auch Autofahrer profitieren, wenn Radfahrer schneller in Gang kommen

Laut ADFC führt das dazu, dass der Verkehrsfluss dann, wenn die Ampel wieder Grün zeigt, deutlich schneller wieder in Gang kommt. Gegenüber bz-berlin.de - in der Stadt wurden ebenfalls mehrere dieser Haltebügel installiert - führt ein Sprecher des Fahrradclubs aus, dass davon auch Autofahrer profitieren könnten. Zum Beispiel dann, wenn der Fahrradstreifen schneller geräumt ist und die Autofahrer nach rechts abbiegen wollen. Für die bei Rot wartenden Radfahrer sei so ein Haltegriff außerdem sehr komfortabel. 

So sieht der Haltebügel aus, der in Bochum an zwei Ampeln Radfahrern das Radeln erleichtert.

Die Haltebügel der zwei Prototypen in Bochum, die nun getestet werden, bestehen aus einem Handlauf sowie einer Abstellfläche für den rechten Fuß. Nach Informationen der Stadt wolle man zunächst Erfahrungen mit den beiden Haltebügeln sammeln, bevor weitere Exemplare aufgestellt werden sollen (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Bochum: Prototypen der Radfahrer-Bügel im Gefängnis gefertigt

Nach dem Test mit den zwei Prototypen, die von Insassen der Justizvollzugsanstalt hergestellt wurden, sollen die Haltegriffe vor allem an jenen Ampeln in Bochum zum Einsatz kommen, an denen die Masten der Ampeln nicht von der Fahrbahn aus erreicht werden können. Denn auch an ihnen halten sich Radfahrer seit jeher gerne fest, wenn sie nur kurz halten müssen.

Wenn genügend Erfahrungen mit den Haltegriffen gesammelt wurden, können in den Werkstätten der Justizvollzugsanstalt dann an den Prototypen mögliche Verbesserungen vorgenommen werden. Radfahrer, die ihre Erfahrungen mit den Haltebügeln teilen möchten oder Verbesserungsvorschläge haben, sind von der Stadt ausdrücklich eingeladen mitzuteilen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa

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