Polizei warnt jetzt

Bochum: Grundschüler-Entführung nur erfunden? Polizei deckt Ungereimtheiten auf

Schüler in Dortmund
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Die Geschichte eines Grundschülers aus Bochum hat eine halbe Stadt schockiert – jetzt gibt es unfassbare Neuigkeiten von der Polizei.

Eine Kindesentführung ist der Alptraum jeder Eltern. Vor lauter Sorge kann es allerdings auch zu falschen Anschuldigungen kommen – wie jetzt in Bochum.

Bochum – Es ist ein hochsensibles Thema. Wenn es um das Wohl der Kinder geht, sind die Antennen der Eltern, Angehörigen und die der Gesetzeshüter ausgefahren. In Bochum melden sich seit mehreren Tagen vermehrt besorgte Eltern zu Wort, deren Kinder von Fremden angesprochen worden sein sollen. Jetzt warnt die Polizei.

Bochum: Irre Wende bei vermeintlichen Entführungsfällen – Polizei warnt vor Dynamik bei Social Media

Begonnen hat die Serie am 10. Juni, als eine Grundschülerin in Bochum einem mutmaßlichen Entführer mit einem cleveren Trick entkommen sein soll. Seitdem häufen sich Beschreibungen der Art „Ein Unbekannter hat Kinder nach der Schule angesprochen und wollte sie überreden, in einen weißen Lieferwagen einzusteigen“.

Für Eltern eine schreckliche Vorstellung. Bilder und Audiodateien, die den vermeintlichen Entführer zeigten und beschrieben, wurden mehrfach auf Social-Media geteilt. Dabei sei bereits von „Entführungsfällen“ gesprochen worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Jetzt gibt es jedoch eine kuriose Wende.

Schüler in Bochum gesteht: Entführungs-Geschichte erfunden – Polizei hat erste Ergebnisse

„Ein Grundschüler, der seinen Eltern am 14. Juni von einem solchen Vorfall erzählte, hat mittlerweile gegenüber den Beamten aus dem Fachkommissariat für Sexualdelikte eingeräumt, dass er das Ansprechen auf dem Schulweg erfunden hat“, berichtet die Polizei Bochum in einer Pressemitteilung.

Nach bisherigen Ermittlungen könne nicht bestätigt werden, dass ein Ansprechen in dieser oder ähnlicher Form stattgefunden hat. Alle Kinder, die von den Fällen berichteten sind zwischen acht und zehn Jahre.

Hinzu kommt, dass die Polizei inzwischen die Vorwürfe gegen den Lieferwagenfahrer, der die Kinder angesprochen haben soll, entkräften kann. Der Mann, den die geteilten Fotos zeigten, „war zum vermeintlichen ‚Tatzeitpunkt‘ überhaupt nicht in Bochum“, heißt es. Auf Social-Media wurden die Bilder und Audios jedoch schon tausendfach geteilt. Polizeisprecher Volker Schütte berichtet unserer Redaktion von einem regelrechten „Hype“.

Fotos und Audios geteilt: Eltern in Bochum sind besorgt – Ermittlungen der Polizei halten an

Der Mann habe sich bei der Polizei gemeldet. „Er sieht sich zu Unrecht in der Öffentlichkeit bloßgestellt und hat eine Anzeige gegen eine Vielzahl von Personen wegen ‚Übler Nachrede‘ erstattet.“

Sich der Brisanz der Thematik dennoch bewusst, ermittelt die Polizei aktuell immer noch mit einer „Riesen-Man-Power“ an den Anschuldigungen in einem anderen Fall, wie ein Sprecher gegenüber RUHR24 sagte. In Witten soll ein Exhibitionist Schülern aufgelauert haben und ist nun dringend tatverdächtig. Der Mann ist bereits in ähnlichen Fällen auffällig geworden. Aber: Auch hier kursiert ein Foto in den Sozialen Netzwerken, weshalb die Polizei Bochum Eltern dazu auffordert, es nicht mehr zu teilen.

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