Party-Schock im Ruhrgebiet

Bochum: Dortmunder feiert illegale Party mit über 100 Menschen

 Menschen feiern in einer Disco
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In Bochum soll eine illegale Party stattgefunden haben. Getarnt sei sie als Geburtstagsfeier gewesen.

In Bochum stieg eine Geburtstagsparty mit 136 Menschen. Doch die Feier soll sich als illegale Corona-Party entpuppt haben. Was den Veranstaltern droht.

Bochum/ Dortmund – Herausragende Anlässe, wie Geburtstagsfeiern, sind in NRW trotz Coronavirus-Pandemie mit bis zu 150 Gästen erlaubt – solange die Sieben-Tage-Inzidenz des Ortes unter 35 liegt. So sah das Ordnungsamt Bochum am vergangenen Wochenende auch kein Problem in einer angemeldeten Geburtstagsfeier. Doch der angebliche Geburtstag soll sich als Trojanisches Pferd entpuppt haben.

StadtBochum
Fläche145,4 km²
Bevölkerung370.960 (August 2020)
BürgermeisterThomas Eiskirch

Bochum: Angebliche Geburtstagsfeier mit 136 Gästen soll sich als illegale Party entpuppt haben

136 Gäste waren am vergangenen Samstag (3. Oktober) zur angeblichen Geburtstagsparty einer 20-Jährigen in Bochum eingeladen. Beim Bochumer Gesundheitsamt sei die Feier angemeldet und aufgrund des Sieben-Tage-Inzidenz-Werts der Stadt auch genehmigt worden sein (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf Ruhr24.de).

Was die WAZ (Bezahlartikel) dann jedoch herausgefunden haben will, ist schockierend: Die Veranstalter der vermeintlichen Geburtstagsfeier, unter anderem ein 24-jähriger Dortmunder, sollen online Karten für seine Fete verkauft und mit ihren kruden Vorhaben sogar noch geprahlt haben. Die unschuldige Geburtstagsfeier wäre damit zu einer illegalen Corona-Party avanciert.

Vermeintlich illegale Feier in Bochum: Veranstalter aus Dortmund sind sich keiner Schuld bewusst

Die WAZ zitiert die Internet-Annonce der jungen Party-Löwen so: „Bringt den Unkostenbeitrag passend mit. Und wenn euch jemand fragen sollte, es ist ein Geburtstag, das sind Unkosten, nichts weiter als das.“ Da die Karten auch an fremde Gäste verkauft worden sein sollen, würde es sich in diesem Fall nicht mehr um eine private Veranstaltung, sondern eine öffentliche Party handeln – und wäre damit illegal gewesen.

Die Veranstalter der vermeintlich illegalen Feier sind sich indes keiner Schuld bewusst. Gegenüber der WAZ gaben sie an, das Hygienekonzept befolgt, Mundschutz getragen und Abstand gehalten zu haben. Videos und Fotos der Party sollen jedoch das Gegenteil zeigen: Verschwitzte Menschen, die eng miteinander tanzen. Corona-Sicherheitsabstand Fehlanzeige.

Von Reue sei bei den jungen Party-Veranstaltern jedoch nichts zu bemerken: „Jeder muss auch mal an sich selber denken. Und selbst wenn sich jemand ansteckt, hat das für uns doch keine Konsequenzen“, sagten sie der WAZ. Es sei an dem Abend schön gewesen, mal wieder einen Hauch von Normalität zu verspüren.

Video: Köln: Corona-Party in der KVB

Ordnungsamt über vermeintlich illegale Party ahnungslos - jetzt drohen Konsequenzen

Das Ordnungsamt habe sich indes ahnungslos gezeigt. Man werde jetzt aber prüfen, ob und inwieweit Konsequenzen für den Veranstalter aus der besagten Veranstaltung entstehen.

Sollten tatsächlich Konsequenzen für die jungen Party-Löwen entstehen, hätten sich diese gewaschen: Auf die Veranstalter der vermeintlichen Geburtstagsfeier könnte im Ernstfall eine vierstellige Bußgeldforderung zukommen.

Ob bei der Feier einer der Gäste mit dem Coronavirus infiziert gewesen ist und auch andere Feiernde angesteckt hat, ist noch nicht bekannt. Das jüngste Beispiel einer Hochzeit in Dortmund, bei der sich zahlreiche Gäste eines Brautpaars aus Hamm mit dem Coronavirus infiziert haben, zeigt jedoch, wie schnell größere Veranstaltungen plötzlich zu Superspreader-Events werden können.